Sie sind hier: Home » Fußball » Der Fußball rollt wieder
13.01 Uhr | 3. August 2020

Der Fußball rollt wieder

FUSSBALL STADTMEISTERSCHAFT: Torhunger beim ersten offiziellen Fußball-Turnier des Sommers ist groß / Hygiene-Konzept greift größtenteils

„Neuer“ an alter Wirkungsstätte: Lukas Frey, ein „Ur-Horchheimer“ Bub bis zur A-Jugend, ebnete nach seinem Rückwechsel vom SV Kirchheimbolanden im Auftaktspiel der Fußball-Stadtmeisterschaft des SV Horchheim mit einem tollen Freistoß-Treffer zum 1:0 den Weg zum 7:2-Achtelfinal-Sieg über SV 1914 Pfeddersheim.  Foto: Felix Diehl

„Neuer“ an alter Wirkungsstätte: Lukas Frey, ein „Ur-Horchheimer“ Bub bis zur A-Jugend, ebnete nach seinem Rückwechsel vom SV Kirchheimbolanden im Auftaktspiel der Fußball-Stadtmeisterschaft des SV Horchheim mit einem tollen Freistoß-Treffer zum 1:0 den Weg zum 7:2-Achtelfinal-Sieg über SV 1914 Pfeddersheim. Foto: Felix Diehl

VON JÜRGEN JAAP | Endlich rollt der Fußball wieder. Ob des allgegenwärtigen Corona-Virus zwar durchaus eingeschränkt, aber immerhin. Die 53. Fußball Stadtmeisterschaft Worms 2020 startete jedenfalls gleich einmal mit einem Tor-Feuerwerk. 46 Treffer in den ersten sechs Spielen – da kam man mit dem Notieren der Torschützen kaum hinterher. Enormen Torhunger bewiesen dabei die Kicker des FC Blau Weiß Worms, die SV Suryoye Worms beim 10:3-Erfolg im einzigen Qualifikationsspiel keine Chance ließen. VfR Wormatia Worms II schickte Celtic Worms FC mit einer klaren 12:0-Packung vom Platz. Und auch Gastgeber SV Horchheim erwies sich zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins im ersten Achtelfinale von seiner spielfreudigen Seite. Gegen den SV 1914 Pfeddersheim gab es einen völlig ungefährdeten 7:2-Sieg. Das Wichtigste aber zum Start in das lange herbei gesehnte Fußball-Turnier hatte SVH-Vorsitzender Wilfried Adelfinger zu vermelden: „Fast alles ist bezüglich der Corona-Auflagen prima gelaufen. Unser Hygiene-Konzept greift größtenteils.“ Während die Abstandsregeln zumeist eingehalten werden, machten Wilfried Adelfinger allerdings die Kicker selbst ein wenig Sorgen: „Die Teams reisten leider bisher nicht immer rechtzeitig und gemeinsam an, das muss besser werden.“

SV Suryoye Worms – FC Blau Weiß Worms 3:10 (1:6)

Shootout der Goalgetter beider C-Ligisten vor einer beachtlichen Kulisse von 120 Zuschauern. Marcel Liedtke mit acht Treffern für die Blau-Weißen und Thomas Kurt mit allen drei Toren für Suryoye drückten dem munteren Scheibenschießen ihren Stempel auf. „Blau Weiß war insbesondere konditionell Suryoye deutlich überlegen“, fand Benjamin Bürger, der Sportliche Leiter des SV Horchheim. Der gravierende Nachteil für Suryoye: Insgesamt nur elf Spieler standen bei hochsommerlichen Temperaturen im Kader. So schoss denn auch mit zwei Hattricks am Stück Marcel Liedtke sein Team schon mit 6:1 zur Pause quasi ins Achtelfinale. Nach dem Wechsel legten zweimal Liedtke, sowie Emre Demirci und Jeremy Koch nach. Suryoye hielt mit zwei verwandelten Foulelfmetern durch Thomas Kurt dagegen.

SV 1914 Pfeddersheim – SV Horchheim 2:7 (0:4)

„Die Jungs waren heiß auf ein erstes richtiges Fußballspiel nach der langen Pause und dazu ist die Stadtmeisterschaft für uns als Ausrichter etwas Besonderes“, machte Benjamin Bürger, der Sportliche Leiter des SV Horchheim, bei seiner Mannschaft eine extrem hohe Motivation für das Match des Bezirksligisten gegen den B-Ligisten aus. Es dauerte allerdings bis zur 20. Minute, ehe ein toll von Lukas Frey über die Mauer in den Winkel gesetzter Freistoß das Abwehr-Bollwerk der 1914er sprengte. Erst danach wurde der spielerisch überlegende SVH seiner Favoritenrolle gerecht. Sturmspitze Lars Freese im dritten Versuch (37.), sowie Florian Karsch mit einem Doppelschlag nach schönen langen Pässen (39., 42.) sorgten für die 4:0-Halbzeitführung. Und auch nach dem Wechsel erhöhten Marcel Mappes per Direktabnahme einer Freese-Flanke (67.) und Lars Freese per Weitschuss-Hammer (72.) auf 6:0. „Wir hatten das Spiel lange gut im Griff“, befand ein zufriedener SVH-Coach Christoph Heinrich. Wobei: Auch SV 1914 Pfeddersheim hatte seine Chancen. Zweimal scheiterten Marcus Keller und Nantir Tzemil Oglou zwar am Pfosten,
aber Jakob Siemens per Treffer aus kurzer Distanz (74.) und der flinke Nantir Tzemil Oglou (81.) verkürzten auf 6:2. Den Schlusspunkt unter ein ob der tropischen Temperaturen schweißtreibendes und dabei doch unterhaltsames Spiel setzte vor 67 Zuschauern Nils Höflich mit dem Tor zum 7:2-Endstand (82.).

SV Normannia Pfiffligheim – TuS Wiesoppenheim 2:0 (0:0)

In einem von wenigen Chancen geprägten Duell war es der Favorit Normannia Pfiffligheim, der lange nach der richtigen Feinjustierung suchte. So wurde zunächst ein Elfmeter vergeben (15.), später rettete die Latte für den bereits geschlagenen TuS-Keeper Yannick Hechler (38.). In der zweiten Hälfte münzte der A-Ligist dann auch gegen den B-Ligisten endlich seine Überlegenheit aus. Marc Strobel (51.) und der eingewechselte Thomas Jatzek kurz vor dem Abpfiff (87.) sorgten für den standesgemäßen 2:0-Sieg der Normannen.

TuS Neuhausen – SV Leiselheim 3:2 (3:0)

Hin und her über 90 Minuten ging es im bislang spannendsten Duell der Stadtmeisterschaft 2020. „Beide Mannschaften hätten gewinnen können“, fand Benjamin Bürger. Der Unterschied zwischen beiden Teams: Neuhausen nutzte seine Gelegenheiten zunächst vor gut 80 Fußball-Fans besser. Dennis Kavran (4., 22.) und Deniz Agtas (13.) schossen die A-Klasse-Truppe 3:0 in Front. Auch danach brannte es in beiden Strafräumen permanent. Die TuS-Abwehr musste zweimal auf der Linie retten. Umgekehrte Vorzeichen nach dem Seitenwechsel. Nun war es der SVL, der seine Chancen besser nutzte und durch Jonas Selbert (50.) und den eingewechselten Manuel Geiberger (87.) zum 3:2-Anschluss kam. In einem körperbetont geführten und jederzeit spannenden Match reichte es für den B-Ligisten aus Leiselheim aber letztlich nicht mehr zum Ausgleich.

Ataspor Worms – TSG Pfeddersheim II 1:4 (1:1)

Weiterer Sieg eines Favoriten bei den Stadtmeisterschaften. Wobei: A-Ligist Ataspor Worms machte dem eine klasse höher spielenden Bezirksligisten TSG Pfeddersheim II das Fußball-Leben lange schwer. „Ataspor war die bestimmende Mannschaft der ersten Spielhälfte“, fand Benjamin Bürger. Ein satter „Sonntagsschuss“ aus 25 Metern von Ninos Kurt (13.) stellte den Spielverlauf etwas auf den Kopf, ehe Emre Yalamaz per verwandeltem Foulelfmeter (42.) der mehr als verdiente Ausgleich glückte. Nach dem Wechsel drehte sich das Spiel. Pfeddersheim übernahm das Ruder und kam gegen konditionell mehr und mehr abbauende Ataspor-Kicker durch Artur Ermilow (62.) und Javid Asgari (73., 89.) schließlich doch noch zu einem glatten 4:1-Erfolg vor 130 Fußball-Fans.

Fast immer hatten die Männer von Celtic Worms FC im einseitigen Spiel gegen VfR Wormatia Worms II das Nachsehen. Hier spitzelt der dreifache Torschütze Elia Apfelbach das Leder Marc Bullinger trotz großen Einsatzes im Zweikampf gerade noch weg.  Foto: Marcus Diehl

Fast immer hatten die Männer von Celtic Worms FC im einseitigen Spiel gegen VfR Wormatia Worms II das Nachsehen. Hier spitzelt der dreifache Torschütze Elia Apfelbach das Leder Marc Bullinger trotz großen Einsatzes im Zweikampf gerade noch weg. Foto: Marcus Diehl

Celtic Worms FC – VfR Wormatia Worms II 0:12 (0:5)

Man hatte sich einiges erwartet vom Aufeinandertreffen des ambitionierten B-Ligisten mit der jungen Landesliga-Elf des VfR Wormatia Worms II, was auch die maximal mögliche Anzahl von 350 Zuschauern (Wilfried Adelfinger: „Wir mussten wegen der Corona-Bestimmungen sogar noch 50 Leute wieder nach Hause schicken.“) unterstreicht. Am Ende allerdings wurde einzig der Favorit den Erwartungen gerecht. „Ein gutes Konditionstraining“, befand VfR-Trainer Mario Cuc. „Für uns mit Ball, für Celtic ohne Ball.“ Das Objekt der Begierde befand sich dabei meist am Fuß und Kopf der Wormaten – oder im Tor von Celtic Worms FC. Bereits nach den ersten beiden Ecken nebst Treffern von Armin Hazbija Mujevic (2.) und Constantin Friedrich (6.) war die Partie gelaufen. Die jungen und laufstarken Wormaten drängten, die Celtic-Abwehr war schlichtweg überfordert. Mujevic (17.), Andre Müller (31., 74.), Constantin Apfelbach (36., 71., 85.), Luis Bennet Zaguhn (53.) und Daniel-Mihai Lazar (63., 68., 73.) trafen fast nach Belieben. „Das war schon ein gutes Spiel meiner Elf, aber überbewerten darf man das jetzt nicht“, resümierte Mario Cuc. Dafür war Gegner Celtic Worms FC auch ganz einfach zu schwach.

Ergebnisse & Spielplan
Qualifikations-Spiel:
SV Suryoye Worms – FC Blau Weiß Worms 3:10 (1:6)

Achtelfinale – Ergebnisse:
AF1: SV 1914 Pfeddersheim – SV 1920 Horchheim 2:7 (0:4)
AF2: SV Normannia Pfiffligheim – TuS Wiesoppenheim 2:0 (0:0)
AF3: TuS Neuhausen – SV Leiselheim 3:2 (3:0)
AF4: Ataspor Worms – TSG Pfeddersheim II 1:4 (1:1)
AF5: Celtic Worms FC – VfR Wormatia Worms II 0:12 (0:5)
AF6: TuS Hochheim – SG Eintracht Herrnsheim, 03. August 2020
Geht kampflos an TuS Hochheim; SG Eintracht Herrnsheim sagte wegen der kurzfristigen Neu-Auslosung und der Corona-Auflagen ab.

Achtelfinale – restlicher Spielplan:
AF7 am 4. August, 19 Uhr: FSV Abenheim – FC Blau Weiß Worms

AF8 am 5. August, 19 Uhr: TSV Rhenania Rheindürkheim – ASV Nibelungen Worms

Viertelfinale – Spielplan:
VF1 am 6. August, 19 Uhr: SV 1920 Horchheim – TuS Neuhausen
VF2 am 7. August, 19 Uhr: SV Normannia Pfiffligheim – TSG Pfeddersheim II
VF3 am 8. August, 15.30 Uhr: VfR Wormatia Worms II – Sieger AF7
VF4 am 9. August, 15.30 Uhr: TuS Hochheim – Sieger AF8

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Fußball, Sport

Kommentare sind geschlossen