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11.21 Uhr | 21. April 2018

 Der Politik Beine machen!

Richard Grünewald geht als Kandidat der Grünen in den kommenden OB-Wahlkampf in Worms / Große Geschlossenheit

Pia Schellhammer gratulierte Richard Grünewald zu seiner eindeutigen Wahl. Die Landtagsabgeordnete versprach ihm die volle Unterstützung der Landespartei im Wahlkampf – habe dieser ja durch die Arbeit im Wormser Stadtrat seine Ambitionen unterstichen und die „Grüne“ Politik im kommunalen Bereich deutlich vorangebracht. Foto: Robert Lehr

Pia Schellhammer gratulierte Richard Grünewald zu seiner eindeutigen Wahl. Die Landtagsabgeordnete versprach ihm die volle Unterstützung der Landespartei im Wahlkampf – habe dieser ja durch die Arbeit im Wormser Stadtrat seine Ambitionen unterstichen und die „Grüne“ Politik im kommunalen Bereich deutlich vorangebracht. Foto: Robert Lehr

VON ROBERT LEHR | Mit Richard Grünewald ist seit Donnerstag ein dritter Wormser Kommunalpolitiker offiziell ins Rennen um den Stuhl des Wormser Oberbürgermeisters gegangen. Dessen Wahl ist für den 4. November diesen Jahres terminiert.

Die Geschlossenheit der Wormser Grünen im Saal des evangelischen Gemeindehauses in Pfeddersheim unterstrich einmal mehr, wie ernst sie Amtsinhaber Michael Kissel angreifen und zugleich eigene Themen setzen wollen.

Die Nominierung von Grünewald war bewusst öffentlich gehalten. Dies betont auch dessen Anspruch nach größtmöglicher Transparenz sowie der Möglichkeit zu breiter Bürgerbeteiligung – wie er es später bei der Vorstellung seiner Agenda deutlich machte.

Die Rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Pia Schellhammer erinnerte in ihrem Grußwort an die „hervorragenden Wahlerfolge“ der Wormser Grünen. Deren Politik sei sehr „wirkmächtig nach außen gewesen“, was man am erfolgreichen Kampf gegen das Gewerbegebiet „Am Hohen Stein“ sehe, wo es zudem gelungen sei, die verschiedensten Interessengruppen zusammenzubringen.

Speziell Richard Grünewald, der bei der späteren Kandidatenkür als einziger seiner Partei ins Rennen ging, habe sich durch seine kritische Haltung in Haushaltsfragen oder bei gezielten Nachfragen bezüglich der Situation der Wormser Parkhäuser profiliert, so Schellhammer. 

Auch sei es ihm gelungen, Themen wie die Radschnellwege auf die lokale Agenda zu setzen. Für die Grünen und deren Forderung nach umweltfreundlicher Mobilität habe dies eine ganz herausragende Bedeutung. „Auf geht’s in die OB- und Kommunahlwahlkämpfe“, betonte Schellhammer kämpferisch, zum Abschluss  „und lasst uns gute zweistellige, überdurchschnittliche  Ergebnisse erzielen“. 

Zu den Wurzeln zurückgekehrt
„Ich möchte das Ergebnis von dem sehen, was ich tue“, unterstrich Grünewald zu Beginn seiner Vorstellung als Kandidat. Deshalb sei der Dipl. Theologe nach Stationen als Pastoralreferent, bei Lufthansa und einer Personalberatung wieder zu seinem ursprünglichen Beruf als Winzer zurückgekehrt. Vor 14 Jahren habe der heute 50-jährige, gebürtige Horchheimer den dortigen elterlichen Betrieb übernommen. 

Der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder vertritt seine Partei derzeit als Fraktionsvorsitzender im Wormser Stadtrat ebenso wie als Mitglied des Ortsbeirates Horchheim. Er ist in verschiedenen Umweltorganisationen, dem Verein Rheissenhospiz und Misereor aktiv sowie mit einer Lehrtätigkeit an der Weinbauschule in Neustadt. 

Stolz zeigt er sich vor allem darüber, ein Ärztehaus für seine Heimatgemeinde angestoßen zu haben – als elementar für die Lebensqualität im Eisbachtal. 

Die Herausforderungen heute seien bekannt: Klimawandel, Artensterben, Verkehr und Flächenverbrauch, die demografische Entwicklung, die Migration , das Wohnen und die Urbanisierung – das alles seien Themenfelder, denen es sich zu widmen gelte. 

Konkret anpacken möchte Grünewald auf der lokalen Ebene bei der Bildung, der Mobilität, dem Klima- und Artenschutz, dem Wohnen und der Digitalisierung – unter der er größtmögliche Transparenz versteht.  

Man müsse „der Politik Beine machen“, denn die Probleme seien bekannt und „die Menschen oftmals weiter als die Politik“. „Warum gebe es noch keine Radschnellwege oder warum sei die Bahnverbindung von Worms nach Frankfurt so schlecht?“, wären Fragen, die sich die Menschen stellten.Über allem stehe aber die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, die keine Stimme hätten, für sie müsse man „advokatorisch“ arbeiten.

Dass Richard Grünewald mit 16 Stimmen und 2 Enthaltungen von den anwesenden 18 stimmberechtigten Grünen-Mitgliedern gewählt wurde, schien eine reine Formsache, während der Kandidat ein erleichtertes Lächeln zeigte.

 

KOMMENTAR: Jetzt kommt richtig Farbe ins Spiel

In OB-Wahlkämpfen geht es oftmals um den Angriff auf den Amtsinhaber und weniger um die Auseinandersetzung mit anderen Kandidaten. Bislang gibt es, inkl. Michael Kissel, 3 Anwärter und im „Kampf“ mit Kissel ist Richard Grünewald mehr als geübt. 

Auch durch ihn kommt jetzt Farbe ins Spiel, wobei Grünewald weiß, dass er eher auf Platz, denn auf Sieg spielt. Für welchen der bisherigen Mitbewerber Kissel (SPD) und Kessel (CDU) sich Richard Grünewald im Falle einer Stichwahl ausspricht, scheint klar. 

Doch sollte sich gerade der Protestwähler überlegen, ob er auf kommunaler Ebene – unabhängig von langfristigen Parteibindungen –  seinem Wunsch nach einer Politik Ausdruck verleiht, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet. 

Grünewalds Kandidatur ist richtig und macht Sinn, gerade weil wir vor Ort von den Auswirkungen jeglicher Politik betroffen sind. Den Wettbewerb belebt diese Entscheidung und ein Winzer und Theologe passt in die Wein- und Stadt der Religionen Worms.

Robert Lehr
Redaktion Nibelungen Kurier

 

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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