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Derby endet für Wormatia im Debakel

0:3-Niederlage gegen Waldhof Mannheim / Nur eine Halbzeit lang auf Augenhöhe / Erfolgreiche Aktion „Mund auf gegen Blutkrebs” tröstet über Heimpleite hinweg

Verpatzte Heimpremiere: Wormatia-Trainer Hans-Jürgen Boysen ist um seinen Job nicht zu beneiden. In dieser Szene reklamiert Boysen vergeblich ein Foulspiel, dass der Führung der Mannheimer vorausgegangen war. Foto: Steffen Heumann

Verpatzte Heimpremiere: Wormatia-Trainer Hans-Jürgen Boysen ist um seinen Job nicht zu beneiden. In dieser Szene reklamiert Boysen vergeblich ein Foulspiel, dass der Führung der Mannheimer vorausgegangen war. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN Ratlosigkeit und Fassungslosigkeit nach dem Schlusspfiff in der EWR-Arena. Das prestigeträchtige Derby gegen den SV Waldhof ging gerade mit 0:3 verloren. Mit „Schämt Euch!”- und ersten „Absteiger, Absteiger”-Rufen werden die Spieler im VfR-Dress in die Kabine verabschiedet. Den Wormatia-Anhängern unter den gefühlt 2.000 Zuschauern fehlen die Worte. Nur eine Halbzeit lang bot die Hausherren Fußball auf Augenhöhe. Ein 0:0-Pausenstand nährte noch die Hoffnung auf ein Remis. Was den Heimfans in den zweiten 45 Minuten geboten wurde, war der sportliche Tiefpunkt mit lediglich 11 Punkten am 14. Spieltag in der bislang verkorksten Saison.

Wormatia-Trainer Hans-Jürgen Boysen war nach der Auswärtspleite zum Einstand in Baunatal und dem Heimdebakel gegen Mannheim bedient. „Wir haben ordentlichen Fußball gespielt”, verweist Boysen auf die ersten 45 Minuten. Der Leistungsabfall und die Gegentore sind für den Fußball-Fachmann, der sein Team in den nächsten Tagen mental wieder aufrichten muss, unerklärlich. Traurig, dass bis auf wenige Ausnahmen, das Gros der Mannschaft nach dem Rückstand jegliches Aufbäumen vermissen ließ. Das war Fußball zum Abgewöhnen.

Nur drei Spielern konnte man in der zweiten Halbzeit den erforderlichen Willen und die notwendige Leistungsbereitschaft attestieren: Ersatzkeeper Lukas Menz, er kassierte zwar in der 69. Minute durchs einen Sonntagsschuss das 0:2 – Aiden Zeric hatte aus der eigenen Hälfte abgezogen und den Torwart mit einer Bogenlampe überlistet, aber ansonsten lieferte der Adolf-Ersatz eine gute Partie ab. Srdjan Baljak gefiel durch seinen läuferischen Einsatz und hätte den VfR bereits in der 6. Minute durch einen Kopfball in Führung bringen können. In der 18. Minute verfehlte ein Baljak-Schuss knapp das Ziel und knappe 10 Minuten später hätte der Ex-Duisburger beinahe den Ball zum Einschuss an Waldhof-Torwart Knödler vorbeigespitzelt. In der 57. Minute wurde Baljak ausgewechselt. Für ihn kam Markus Müller ins Spiel, der einen Kopfballversuch wenigstens noch in Richtung Gäste-Tor platzieren konnte.

Da stand es 0:1 für die Gäste, denn in der 55. Minute bekam Eugen Gopko seinem Gegenspieler nicht in den Griff. Dankbarer Abnehmer des Zuspiels war Dautaj, der die Führung markierte. Auch mit dem eingewechselten Dennis Franzin war Gopko überfordert. Der Dritte im Bunde, der signalisierte, dass Wormatia noch lebt, ist Marco Steil, der sich zwar wegen Meckern den gelben Karton einhandelte und beim 0:3 in der 81. Minute eine unglückliche Figur abgab – Marcel Sögler nutzte einen Abstimmungsfehler in der Defensive – , aber wenigstens durch seine Körpersprache den Eindruck vermittelte, dass ihm die Niederlage – im Gegensatz zu einigen seiner Mannschaftskameraden – nicht egal zu sein schien. Die Einwechslungen von Jonathan Zinram (75. Minute für Alper Akcam, der in der 33. Minute mit einem Flachschuss in Richtung SVW-Tor einen seiner wenigen Akzente setzen konnte) und Kevin Feucht (85. für Adam Jabiri) sind lediglich für die Statistik relevant.

Ansonsten präsentierte sich die Formaten über weite Strecken wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen, der jede Ordnung auf dem Platz vermissen lässt und sich kampflos seinem Schicksal fügte. Abstimmungsfehler, Fehlpässe, mangelnde Zuordnung und teils völlige Unkenntnis der Laufwege der Mitspieler sind Indizien dafür, dass der Boysen-Truppe in den kommenden Wochen harte Arbeit ins Haus steht. Vor der Pokalhürde am kommenden Mittwoch in Waldalgesheim muss dem geneigten Wormatia-Fan in dieser Situation Angst und Bange sein, zumal sich der VfR – damals unter Ronny Borchers – bereits beim Oberligisten ein blamables Pokal-Aus leistete. Am 2. November geht es nach Ulm, ebenfalls ein Pflegefall in der Regionalliga, der gegen die Wormaten unter Zugzwang steht.

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Geschrieben in Fußball, Sport, Wormatia

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