
Von Rudolf Uhrig › „De Bojemääschter vun de Fischerwääd“, Markus Trapp, lud am Samstagabend in seinen Amtssitz in der Großen Fischerweide 31 – und schon von weitem war zu hören: Am Willi-Schnee-Platz herrscht beste Stimmung. Drinnen setzte sich diese nahtlos fort, in gemütlich-enger Runde und mit einem Anlass, der im Wormser Brauchtum fest verankert ist: der Vorstellung der neuen Backfischbraut. Ihr erster großer Auftritt steht bereits bevor – bei der Pfingstmarkteröffnung am 23. Mai.
Mit einem Augenzwinkern richtete er seinen Dank an den Vorstand der Fischerwääder: „Das sind die, die wirklich arbeiten – ich bin ja nur das hübsche Gesicht des Vereins.“ Auch in eigener Sache blieb er humorvoll: „Eigentlich wollte ich das Amt zwei Jahre machen – nächstes Jahr werden es 20. Aber keine Sorge: Ich hänge noch 30 dran“, so der 58-jährige.
Für Marie Bickel fand Trapp warme Worte: „Du warst eine außergewöhnliche und tolle Backfischbraut und hast als Wiesoppenheimerin deinem Stadtteil alle Ehre gemacht. Und überhaupt – die Wiesoppenheimer haben sich großartig eingebracht.“
Die 26-Jährige selbst blickte dankbar zurück: „Das Jahr ist wie im Flug vergangen. Ich war auf unzähligen Festen, bei vielen Umzügen – und durfte sogar gemeinsam mit Jan Metzler im Kleid der Backfischbraut Worms im politischen Berlin vertreten.“
Auch für einen kleinen Seitenhieb war Zeit: Besonders angetan zeigte sich Trapp von Maries Instagram-Auftritt. „So konnte ich immerhin sehen, wo ich gestern gewesen bin“, scherzte er.
Dann gehörte die Bühne der Neuen: Romy Summers stellte sich der großen Runde vor. Die 18-Jährige lebt im Wormser Musikerviertel, wurde in Kirchheimbolanden geboren und besucht derzeit die Freie Waldorfschule in Frankenthal. In Worms ist sie dennoch längst verwurzelt: „Meine Mutter Alfi engagiert sich seit 16 Jahren in der Brauchtumspflege. Für mich sind die Fischerwääder daher mehr als ein Verein – sie stehen für Gemeinschaft, Zusammenhalt und unsere Geschichte.“ Die neue Backfischbraut sieht ihre Rolle als „Ehre, Aufgabe und auch Verantwortung“ – und freut sich auf viele Begegnungen und darauf, „ein vielleicht ganz neues Worms kennenzulernen“.
Ein wenig Nervosität war ihr anzumerken – da gab Trapp den Grandseigneur: „An meiner Seite ist Aufregung ganz normal. Wenn Frauen ruhig bleiben, müsste ich mir eher Sorgen machen.“
Im weiteren Verlauf tauschte Annette Kienast-Kistner die von ihr gestaltete Kette, während Oberbürgermeister Adolf Kessel und Landtagsabgeordneter Dirk Beyer Grußworte überbrachten. Auch der Schaustellerverband zeigte sich großzügig: Vorsitzender Martin Rick überreichte beiden Damen einen Präsentkorb.
Zum Abschluss präsentierte Trapp noch die neue Wormser Drachenente für das Entenrennen am zweiten Backfischfest-Wochenende – und betonte in seinem Schlusswort die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten: von der Stadt über das Stadtmarketing und die KVG bis hin zu Fastnachtsvereinen, Hausfrauenverein und Schaustellern. Ein Abend ganz im Zeichen gelebter Tradition – und mit viel Vorfreude auf das, was kommt.
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