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  • Do., 03. Oktober 2013, 19:25 Uhr
    Zum ”Tag der offenen Moschee" konnten mit dem Nibelungenbähnchen die islamischen Gemeinden besucht werden

    "Die Integration ist heute eine Rundfahrt"

     

    Bei der Ahmadiyya-Gemeinde in der Färbergasse erhielten die Gäste kleine Geschenke überreicht. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Der Tag der offenen Moschee ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe die seit 1997 stets am Tag der Deutschen Einheit durchgeführt wird. Um das Interesse daran in Worms zu vergrößern und mehr Menschen in die Moscheen zu holen, bot der „Interkulturelle Tisch” am Donnerstag ab 14 Uhr die Möglichkeit, mit dem Nibelungenbähnchen die einzelnen Domizile der islamischen Religionsgemeinschaften sowie weitere Gotteshäuser auf einem Rundkurs abzufahren. Das Interesse war riesengroß. So waren rund 80 Personen am Lutherplatz erschienen, in dem Bähnchen war allerdings nur für 40 Passagiere Platz. Als Lösung wurden rasch Fußgruppen und Fahrgemeinschaften gebildet, die mit dem privaten Kfz fuhren bzw. Teile der Strecke liefen.

    Synagoge und Friedrichskirche
    Die Führung der Besichtigungsgruppe lag bei Pfarrerin Erika Mohri. Zur Begrüßung dee Fahrgäste sagte sie: "Die Integration ist heute eine Rundfahrt!" Die erste Station war die Wormser Synagoge. Hier stoppte das Bähnchen kurz und Erika Mohri gab einige Erläuterungen. Der Grund, warum sie einen historischen Schlenker zunächst zur Synagoge und dann zur Friedrichskirche mache, bevor es zu den Moscheen gehe, sei einfach. So wolle sie zeigen, wie Minderheiten früher schon an den Rand der Stadt geschickt wurden. Zwar lägen beide Gotteshäuser heute in der City, in früheren Entwicklungsphasen der Stadt seien dies aber Randlagen gewesen.

    Ahmadiyya, Ehli-Beyt und Milli Görüs
    Von der Friedrichskriche in der Nähe der Kaiser Passage ging es mit dem Bähnchen zur Ahmadiyya-Gemeinde in die Färbergasse hinter dem Kaufhof. Zwar blieben die Passagiere aus Zeitgründen im Bähnchen sitzen, doch bereiteten die Gemeindemitglieder den Gästen einen herzlichen Empfang und überreichten kleine Geschenke in Form von kulinarischen Leckerien.

    Die nächsten Stationen waren die schiitische Ehli-Beyt Gemeinde in der Mainzer Straße und die Islamische gemeinde Milli Görüs in der Bensheimer Straße. Auch hier war die Gastfreundschaft groß udj die Begrüßung herzlich. So bedauerten es denn auch zahlreiche Passagiere, dass keine Zeit zum Verweilen blieb, sondern alle Mitfahrer aus Zeitgründen im Bähnchen verbleiben mussten.

    DITIB
    Die letzte Station der Rundfahrt war der türkisch-islamische Kulturverein DITIB in der Hafenstraße. Hier war etwa eine Stunde zur Besichtigung und zum Kontakt eingeplant, was alle Gäste nutzten. Zunächst erfolgte in den Gebetsräumen eine kurze Einweisung durch den neuen Hodscha Mesut Bayar, der seit rund zwei Monaten als religiöses Oberhaupt von DITIB in Worms ist. Hier erfuhren die Gäste vieles über Gebetsriten, den Islam und das Leben der Muslime in Alltag. Den Abschluss des Besuches bildete im großen Gemeinschaftsraum die Verköstigung mit Tee und kleinen Speisen. Mit viel Herzlichkeit verabschiedeten die Gemeindemitglieder, unter ihnen der Kommunikationsbeauftragte Hayrullah Dindas.

    Großes Interesse, wenig Zeit
    Pfarrerin Erika Mohri zeigte sich begeistert von dem großen Interesse und wies daraufhin, dass aufgrund der selbstgesteckten Zeitvorgabe von zwei Stunden ein längerer Besuch bei allen islamischen Religionsgemeinschaften nicht möglich gewesen sei. Im nächsten Jahr wolle man aber dann nicht bei DITIB, sondern bei einer anderen Gemeinde länger verweilen.[nggallery id=235]

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