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Dunkle Schatten in der Nacht

Fast ein Viertel der Radfahrer in der Nibelungenstadt ist ohne ausreichende Beleuchtungsanlage unterwegs / Unverständnis über eigene Gefährdung

Das Verhalten vieler Radler, die ohne Licht unterwegs sind, ist für sie und andere oft lebensgefährlich. Foto: fotolia/ mic

Das Verhalten vieler Radler, die ohne Licht unterwegs sind, ist für sie und andere oft lebensgefährlich. Foto: fotolia/ mic

Von Gernot Kirch Praktisch aus dem Nichts taucht plötzlich ein dunkel gekleideter Radfahrer ohne Licht vor einem Auto auf. Der Pkw-Fahrer kann gerade noch ausweichen, sonst hätte es einen schweren Unfall gegeben. Beide sind mit dem Schrecken davon gekommen und schimpfen. Eine Szene, wie sie sich jeden Abend in Worms bzw. einer anderen Stadt abspielt. Aber noch einmal ist es gut gegangen, wobei es manchmal eben auch nicht mehr gut geht und der Radler schwere Verletzungen davonträgt und ins Krankenhaus muss. Denn im Gegensatz zum Auto besitzt der Fahrradfahrer keine Stoßstange und Knautschzone.

25 Prozent ohne Licht

Ob das Fahren ohne Licht und ohne Reflektoren in den vergangenen Jahren zugenommen hat oder nicht, ist umstritten, ändert aber nichts an dem Phänomen, dass Menschen ihr Leben leichtfertig aufs Spiel setzen und ohne Licht fahren. Die Wormser Polizeiinspektion hatte im Oktober und November 2017 jeweils einen Fahrradkontrolltag durchgeführt. Dabei wurden jeweils 100 Fahrräder auf ihre technische Funktionsfähigkeit hin überprüft. Gegenüber der Presse teilte die Polizei mit, dass es bei rund einem Viertel der Räder Mängel gab, was ganz überwiegend die Beleuchtung betraf. Die Kontrollen aus anderen Städten wiesen ähnliche Zahlen auf. In Buxtehude gab es laut dem dortigen Tagblatt gar Spitzenwerte von über 36 Prozent ohne funktionsfähige Lichtanlage. Die Pressestelle der Polizei in Worms wies in einer Erklärung daraufhin, dass es nicht unbedingt Kinder seien, die ohne intakte Lichtanlage fahren, sondern hier genauso oder gar verstärkt Erwachsene zu nennen seien. Wer in Worms ohne Licht erwischt wurde, musste übrigens 20 Euro Strafe zahlen. Das Fehlen von Reflektoren in den Speichen oder am Rahmen kostete immerhin noch 10 Euro. Überrascht waren die Beamten von der teilweisen Uneinsichtigkeit der Radfahrer, was die Notwendigkeit von Lichtanlagen angeht.

Gesundheitsrisiko und Teilschuld

Ganz davon abgesehen, dass Radler ohne Licht ihre Gesundheit auf Spiel setzen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden, kann es bei einem Unfall richtig teuer werden, selbst wenn der Radler Vorfahrt hatte, insoweit der kein Licht anhatte. Denn in solch einem Fall wird dem Biker meist eine Teil- bzw. Mitschuld zugesprochen.

Licht und Westen

Der Kreisverband Worms des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) weist daraufhin, dass eine funktionierende Beleuchtung eine Selbstverständlichkeit sein sollte, da Fahrradfahrer in Dunkelheit und schlimmsten Falls bei Regen oder Nebel äußerst spät von Autofahrern gesehen werden. Häufig komme bei Radlern noch dunkle Kleidung dazu. Leider gebe es jedes Jahr schlimme Unfälle. Das Fehlen einer Beleuchtungsanlage sehe man in Worms leider schon morgens auf unseren Schulwegen. Auf die Frage, warum denn bei so viele Rädern das Licht nicht funktioniere, äußerte sich der ADFC wie folgt: Oft ist es die Bequemlichkeit, Faulheit und natürlich auch die eigene Dummheit. Meist merkt der Radler erst, dass das Licht nicht funktioniert, wenn er mit seinem Velo unterwegs ist und dann denkt: Wird schon nichts passieren, nächstes Mal bringe ich mein Licht in Ordnung. Wieder zuhause angekommen, vergesse der Radfahrer es wieder, und so gehe es den ganzen Winter. Oft sei auch nur das Rücklicht nicht in Ordnung, dann denken viele, hauptsächlich muss ich ja nach vorne sehen. Aber ein funktionierendes Rücklicht sei eigentlich noch wichtiger als das Vorderlicht, so der ADFC, denn damit werde man schon von Weitem von einem heranfahrenden Auto auf der eigenen Seite gesehen. Der ADFC empfiehlt an der Beleuchtung nicht zu sparen, denn im schlimmsten Fall hänge das Leben des Radlers davon ab. Heutzutage seien die allermeisten neuen Räder, auch günstige Modelle, schon mit einem Nabendynamo ausgestattet, der auch bei Nässe einwandfrei funktioniere. Bei der Vorderbeleuchtung sollte der Velo-Freund eine LED-Leuchte kaufen, die habe eine x-fach größere Lichtausbeute als die altbekannten Fahrradleuchten mit Halogenleuchten, ganz zu schweigen von den alten Glühbirnchen. Die Rückleuchte sollte aus einer Diodenrückleuchte mit Standlichtfunktion bestehen. Im Stand leuchtete das Rücklicht noch einige Minuten, wenn der Radler etwa an der Ampel stehe oder mitten auf der Straße, um links abzubiegen. Mehr Sicherheit bieten zudem reflektierende Westen und zusätzliche Blinklichter am Helm.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile am 10. Januar 2018

Ein Kommentar für "Dunkle Schatten in der Nacht"

  1. Herbert Winkler sagt:

    Ja es ist leider die Wahrheit, das immer mehr Radfahrer ohne Licht unteregs sind, sogar Eltern mit Kinderanhänger ohne Rücklicht oder Rückstrahler. Hatte zum Glück immer noch gut reagieren können, dies geschied meistens auserhalb von Ortschaften, da müßte eigentlich mehr Eigenverandwortung gehoft werden. Wen etwas pasiert, ist immer der Autofahrer der Dumme.