Wir passen den Inhalt an die neue Größe Ihres Fensters an. Einen Moment bitte ...
Die Nibelungen Kurier Seite benutzt cookies. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
Welche cookies wir benutzen dürfen, können Sie in unserer Datenschutzerklärung selbst bestimmen. Verstanden
Sie sind hier: Home » Aus dem Nibelungenland » Ehe und Familie versus Berufstätigkeit

Ehe und Familie versus Berufstätigkeit

Neue Statistik der Arbeitsagentur deckt alte Rollenklischees auf

In Mainz und Rheinhessen haben immer mehr Menschen Arbeit. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt seit Jahren, zuletzt auf über 228.000. Mit 49 Prozent sind annährend die Hälfte aller Beschäftigten weiblich. Das war nicht immer so.

Zur Jahrtausendwende waren es erst 46 Prozent. Von den neuen Beschäftigungsmöglichkeiten aufgrund der guten Konjunktur haben demnach vor allem Frauen profitiert. Wie gut es Frauen gelingt, einen neuen Job zu finden, wenn sie arbeitslos geworden sind, hängt aber nicht nur von der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes, sondern auch von ihrer familiären Situation ab.

Dies zeigt eine neue statistische Auswertung der Mainzer Arbeitsagentur. Verglichen wurden die Integrationsquoten von arbeitslos gemeldeten Männern und Frauen nach dem jeweiligen Familienstand. Am deutlichsten zeigen sich die Unterschiede in der klassischen Familienkonstellation: verheiratet mit einem oder mehreren Kindern. In dieser Lebenssituation gelingt es Männern wesentlich besser, ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung zu beenden, als Frauen.

Die Integrationsquote der Männer lag hier in 2017 durchschnittlich bei 32,0, die der Frauen lediglich bei 9,0. Gegenüber der vorjährigen Quote von 7,6 bedeutet dies bei den Frauen allerdings schon eine deutliche Verbesserung. Auch bei Ehepaaren ohne Kinder ist der Unterschied weiterhin erheblich.

Die Integrationsquote verheirateter Männer betrug 24,2 die verheirateter Frauen 13,1. Selbst alleinerziehenden Männern gelang der Sprung aus der Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 23,9 besser als alleinerziehenden Frauen. Ihre Quote lag bei 18,3. Lediglich bei den Unverheirateten ohne Kinder hatten die Frauen die Nase vorn. Mit 27,9 lag die Quote der Single-Frauen deutlich vor der der Single-Männer mit 24,2.

„Die Zahlen machen deutlich, dass alte Rollenbilder nach wie vor sehr verbreitet sind“, so Heike Strack, Chefin der Mainzer Arbeitsagentur. „In Ehe und Familie ist es immer noch der Mann, der als der Haupternährer gesehen wird.“ Damit Ehe und Familie der Aufnahme einer Berufstätigkeit von Frauen nicht länger entgegenstehen, müssen laut Strack weitere Anstrengungen unternommen werden, um Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können. „Vieles ist schon erreicht worden. Dies zeigt der Blick auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen insgesamt“, so Strack. „Doch auch wenn in der Politik und in vielen Betrieben der gute Wille erkennbar ist, sind wir noch lange nicht am Ziel.“

Beitrag teilen Facebook Twitter

Kommentare sind geschlossen