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Ehrenring für Karl Saulheimer

Zahlreiche Verdienste um die Stadt Worms

 

Karl Saulheimer (Mitte) mit Wegbegleitern. Von links: Oswald Fechner, Gisela Muth, Dieter Horst (hinten), OB Michael Kissel und Beigeordnete Petra Graen.  

Karl Saulheimer (Mitte) mit Wegbegleitern. Von links: Oswald Fechner, Gisela Muth, Dieter Horst (hinten), OB Michael Kissel und Beigeordnete Petra Graen.

Insbesondere die Zeit des Krieges habe ihn maßgeblich geprägt, sagt Karl Saulheimer von sich selbst. Oberbürgermeister Michael Kissel verlieh dem vielfältig engagierten 85-Jährigen nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde den Ehrenring der Stadt Worms. Die Verleihung hätte bereits beim Jahresempfang des Oberbürgermeisters im Sommer erfolgen sollen, musste jedoch aufgrund einer Erkrankung des zu Ehrenden verschoben werden.

Zur Ehrung herausragender Persönlichkeiten hat der Stadtrat am 1. Februar 1967 die Satzung über die Verleihung eines Ehrenringes beschlossen. Die Verleihung ist an besondere Voraussetzungen geknüpft:  „Nur Zeitablauf oder Erreichung eines bestimmten Lebensalters können für die Ehrung nicht bestimmend sein. Es müssen vielmehr Verdienste um die Stadt Worms vorliegen“; „sie sollen in der Förderung des Gemeinwesens, vor allem aber in ihrem schöpferisch gestaltenden Charakter in allen Bereichen der Politik, der Kultur und der Wirtschaft liegen“, heißt es in der Satzung. Außerdem bestimmt die Satzung, dass jeweils nicht mehr als zehn lebende Träger im Besitz des Ehrenringes sein können, um die herausragende Bedeutung noch stärker hervorzuheben.

„Wir haben es sehr bedauert, dass wir die Ehrung im Sommer nicht vornehmen konnten, umso mehr freuen wir uns aber, diese nun nachholen zu können“, betonte Oberbürgermeister Michael Kissel. Saulheimer sei für Oswald Fechner, Leiter des Bereichs Innere Verwaltung, und ihn in den Anfängen ihrer gewerkschaftlichen und politischen Arbeit eine Persönlichkeit gewesen, zu der sie aufgeblickt hätten. „Gerade diese Zeit der politischen Sozialisierung prägt einen fürs Lebens“, so der Stadtchef.

In der Begründung zur Verleihung heißt es „Für sein hohes sozial- und gesellschaftspolitisches Engagement und sein vielfältiges persönliches Wirken wird heute Karl Saulheimer mit dem Ehrenring der Stadt Worms ausgezeichnet“.

Im April 1929 in Wolfsheim geboren, besuchte der Geehrte die Volksschulen Armsheim und Mainz-Bretzenheim. Vom Kriegsende bis zum Jahre 1950 durchlief Saulheimer eine Vielzahl an Berufsfeldern: Er arbeitete als Landwirtschaftsgehilfe, als Bauarbeiter, als Hausmeister und als Schuhmachergehilfe. „Diese Erfahrungen in der Berufswelt haben ihn stark geprägt“, so Kissel in seiner Laudatio. Seit seiner Tätigkeit in einer Frankfurter Schuhfabrik ab dem Jahre 1950 war Saulheimer Gewerkschaftsmitglied. Auf diesem Wege stieg er in die hauptberufliche Gewerkschaftsarbeit ein. Inspiriert von dem aus Worms stammenden Arbeitsrechtler Hugo Sinzheimer setzte sich Saulheimer besonders für die Geschichte der Arbeiterbewegung ein.

Von 1956 bis 1988 war er hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär. Unter anderem setzte er in der Gewerkschaft Leder für die damalige Zeit revolutionäre Tarifverträge durch. Von 1968 bis 1988 war er Kreisvorsitzender im DGB Kreis Worms-Alzey; der DGB würdigte sein besonderes sozialpolitisches Engagement mit der Hans-Böckler-Medaille.

Auch in Selbstverwaltungsorganen der Krankenkassen hat sich der 85-Jährige engagiert. Unter anderem stand er viele Jahre als alternierender Vorstandsvorsitzender mit an der Spitze der AOK Worms-Alzey.

Ganz besondere Verdienste erwarb sich Saulheimer im Bildungsbereich bei der Ansiedlung des DRK-Berufsbildungswerks, wo er als DGB-Kreisvorsitzender den ersten Anstoß gegeben hatte und wodurch letztlich der Standort Worms unter den konkurrierenden Örtlichkeiten ausgewählt wurde.

Im Jahre 1988 verabschiedete sich Saulheimer aus dem Berufsleben. Die neu gewonnene Zeit nutzte er als treibende Kraft, gemeinsam mit Jakob Lortz, 2001 den Verein „Wormser Lederindustrie“ zu gründen.

Darüber hinaus war Saulheimer bis zuletzt im „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ aktiv. Besonders am Herzen lagen ihm Besuche in Schulen, wo er den Jugendlichen von seinen eigenen Kriegserlebnissen berichten konnte. „Ich habe nichts unversucht gelassen, den errungenen Frieden so zu gestalten, dass er von Dauer sein kann“, erklärte der Geehrte nach der Laudatio.

Sein vielfältiges Engagement wurde in den zurückliegenden Jahren vielfach gewürdigt, unter anderem mit der Ehrennadel des Landes, dem Verdienstkreuz am Band des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Verdienstmedaille der Stadt Worms und der Adolf-Kummernuss-Medaille. „Es ist mir eine Freude und Ehre zugleich, deinen Auszeichnungen heute die zweithöchste unserer Stadt hinzufügen zu dürfen“, betonte der Stadtchef.

Im Anschluss trug sich Saulheimer in das Goldene Buch der Stadt ein.

 

 

 

Foto 3:

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