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09.00 Uhr | 22. September 2021

Ein Kick für die Region

EWR-Arena: Wormser Lokalderby der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar zieht die Fußballfans der Nibelungenstadt in seinen Bann / Anpfiff heute Abend der unter Flutlicht um 19.30 Uhr

Eine der vielen offenen Fragen, auf die das Derby heute Abend eine Antwort gibt: Wird Benjamin Himmel (rechts), Sportlicher Leiter der TSG Pfeddersheim, erneut wie bei der 0:3-Niederlage letzte Saison in Pfeddersheim gegen sein ehemaliges Team, für das er von 2012 bis 2018 kickte, von Beginn an auflaufen? Foto: Felix Diehl.

Eine der vielen offenen Fragen, auf die das Derby heute Abend eine Antwort gibt: Wird Benjamin Himmel (rechts), Sportlicher Leiter der TSG Pfeddersheim, erneut wie bei der 0:3-Niederlage letzte Saison in Pfeddersheim gegen sein ehemaliges Team, für das er von 2012 bis 2018 kickte, von Beginn an auflaufen? Foto: Felix Diehl.

Von Jürgen Jaap |Es ist nicht nur irgendein Fußballspiel. Es sind nicht nur irgendwelche Mannschaften, die da aufeinandertreffen. Es geht nicht nur um Punkte. Es ist „das Derby“ im Nibelungenland. VfR Wormatia Worms versus TSG Pfeddersheim. Mehr Spannung, mehr Adrenalin, mehr Vorfreude und dabei zugleich mehr Emotionen gehen nicht. „Es ist das Spiel der Saison“, redet denn auch Norbert Hess gar nicht erst um den heißen Brei herum. Und: „Es kribbelt und knistert natürlich riesig bei mir.“ Norbert Hess muss wissen, was er da von sich gibt. Schließlich ist der 54-jährige Wormser Fußball-Experte doch zweifelsfrei der Mensch, der am meisten über die Interna der beiden Wormser Fußball-Klubs VfR Wormatia Worms (Sportlicher Leiter seit Mai 2019 und unter anderem Co-Trainer von 2004 bis 2009) und TSG Pfeddersheim (Trainer und Sportlicher Leiter von 2009 bis 2018) Bescheid weiß.

Statistik spricht eindeutig für Wormatia

Weit mehr als sein halbes sportliches Leben hat der enthusiastische Fußball-Freund beiden Klubs gewidmet. Heute Abend schlagen zwei Herzen in der Brust von Norbert Hess. Das Wormatia-Herz von Norbert Hess schlägt aber etwas schneller. „Mein Wunsch-Tipp lautet 2:1, die TSG soll die Punkte sehr gerne woanders holen.“ Liegt Norbert Hess damit richtig, wäre es der achte Erfolg der Wormaten in Serie. Der letzte Sieg der Pfeddersheimer datiert aus dem Februar 2016 bei einem Testspiel. Danach polierte Wormatia die Bilanz bei 46 Spielen, 35 Siegen, zwei Remis und neun Niederlagen ordentlich auf. Zuletzt gab es vergangene Saison einen völlig ungefährdeten 3:0-Auswärtserfolg im Pfeddersheimer Uwe-Becker-Stadion.

Aktuelle Formkurve zeigt bei TSG nach oben

Ein Kampf um jeden Zentimeter Rasen, wie vor einem Jahr zwischen Vincent Haber (links, TSG Pfeddersheim) und Fatih Köksal (rechts, VfR Wormatia Worms), ist im Lokalderby mit Sicherheit zu erwarten. Foto: Felix Diehl.

Ein Kampf um jeden Zentimeter Rasen, wie vor einem Jahr zwischen Vincent Haber (links, TSG Pfeddersheim) und Fatih Köksal (rechts, VfR Wormatia Worms), ist im Lokalderby mit Sicherheit zu erwarten. Foto: Felix Diehl.

Doch was zählen in einem Derby, das in großem Maße auch von den Emotionen am Spieltag lebt, schon nackte Zahlen. Zumal die Elf des gerade erst 33 Jahre jungen Trainers Daniel Wilde aus Hohenecken bei Kaiserslautern zuletzt eine starke Aufwärtstendenz erkennen ließ. Einem 1:0-Auswärtssieg beim FV Diefflen, den Pfeddersheim mit einer Rumpftruppe ob zahlreicher verletzter Spieler erkämpfte, folgte vergangenen Samstag ein furioser 7:2-Heimsieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer FC Hertha Wiesbach. Wormatia hingegen kam zeitgleich nicht über ein 1:1-Unentschieden bei TuS Mechtersheim hinaus, ließ damit weitere Zähler im Kampf um den angestrebten Aufstieg liegen. „Schaut man auf die Spiele dieser Saison, haben wir in der Entwicklung des Teams einen Schritt nach vorne gemacht“, sagt denn auch ein sichtlich zufriedener Benjamin Himmel. Der 30-jährige Sportliche Leiter der TSG ist einer der vielen jungen Pfeddersheimer Akteure, die ihrem Klub – von jugendlichem Elan beseelt – derzeit reichlich sportlichen Schwung geben.

Ein Treff zahlreicher Fußball-Freunde

Wenn heute Abend der aktuelle Tabellenvierte VfR Wormatia Worms den Tabellenzweiten TSG Pfeddersheim empfängt, dann geht es nicht nur um wichtige Punkte. „Es ist schon eine große sportliche Rivalität vorhanden, aber es ist auch ein Treffen von Freunden“, sagt Norbert Hess. Außerdem: „Ich habe viele Freunde in Pfeddersheim. Spieler wie Mathias Tillschneider, Tobias Bräuner oder Sebastian Kaster, die zu meiner Zeit kamen, haben sich ganz prima entwickelt.“ Benjamin Himmel, der als Mittelfeldspieler in den Jahren zwischen 2012 und 2018 hauptsächlich in der Regionalliga insgesamt 170-mal für Wormatia auflief, ergänzt: „Viele Akteure beider Klubs kennen sich, sind gut befreundet.“ Der 20-jährige „Wormser Bub“ Aaron Asamoah etwa, der die letzten beiden Treffer für den VfR erzielte, betont: „Auf das Lokalderby mit Heimvorteil für uns und ein Wiedersehen mit meinen Kumpels Vincent Haber und Tim Dietz freue ich mich enorm.“

Sie geben die taktische Ausrichtung für das spannungsgeladene Derby vor: von links nach rechts Kristjan Glibo (Trainer VfR Wormatia Worms), Daniel Wilde (Trainer TSG Pfeddersheim), Christian Adam (Co-Trainer VfR Wormatia Worms) und Norbert Hess (Sportlicher Leiter VfR Wormatia Worms). Foto: Marcus Diehl.

Sie geben die taktische Ausrichtung für das spannungsgeladene Derby vor: von links nach rechts Kristjan Glibo (Trainer VfR Wormatia Worms), Daniel Wilde (Trainer TSG Pfeddersheim), Christian Adam (Co-Trainer VfR Wormatia Worms) und Norbert Hess (Sportlicher Leiter VfR Wormatia Worms). Foto: Marcus Diehl.

Benjamin Himmel: „Ein offenes Spiel. Alles ist möglich.“

Für neunzig Minuten müssen allerdings heute in der EWR-Arena die Freundschaften in die zweite Reihe rücken. Dann zählt für beide Mannschaften vor allem das, was Daniel Wilde seiner TSG-Elf nach dem Spitzenspiel-Spektakel gegen FC Hertha Wiesbach mit auf den Weg in die Kabine gab: „Wir sind gierig auf Erfolg!“ Gierig auf Tore war die TSG mit 20 Treffern in sieben Spielen diese Saison bereits. Genau bei der Treffsicherheit liegt auch das Manko der Wormaten, die zwar alle ihre sechs Spiele ganz eindeutig dominierten, jedoch vor dem gegnerischen Tor allzu häufig ihre Chancen nicht nutzten. Den Wechsel des Mittelstürmers und Tor-Garanten Jan Dahlke zu Regionalligist SC Preußen Münster konnten die fünf Youngster im Wormatia-Sturm bislang noch nicht kompensieren. Vielleicht platzt der Knoten bei der jungen Offensive der Gastgeber ja heute Abend? Oder hat die TSG Lust auf ein zweites Spitzenspiel-Spektakel mit Happyend? Ziemlich sicher ist jedenfalls, was Benjamin Himmel erwartet: „Das Spiel ist immer ganz besonders. Es wird wohl ein offeneres Spiel als zuletzt. Alles ist möglich.“ Und ist es nicht genau das, was ein Lokalderby verspricht …

 

 

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Geschrieben in Fußball, Sport

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