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„Ein klassischer Allesfresser“

SGD Süd führt Aalbesatzmaßnahme am Rhein durch / 10.000 Jungaale im Wormser Floßhafen in den Rhein eingesetzt

10.000 Jungaale werden im Floßhafen in den Rhein gelassen um den Bestand der heimischen Fischart zu sichern. Foto: Ina Pohl

10.000 Jungaale werden im Floßhafen in den Rhein gelassen um den Bestand der heimischen Fischart zu sichern. Foto: Ina Pohl

VON INA POHL | Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), Prof. Dr. Hannes Kopf, setzte gemeinsam mit dem Fischereireferenten Thomas Oswald und weiteren Kollegen 10.000 junge Aale in den Wormser Floßhafen. Dies ist der zweite Abschnitt der diesjährigen Aalbesatzmaßnahme am Rhein. Mit dem rheinland-pfälzischen Mess- und Untersuchungsschiff „MS Burgund“ wurden von Worms bis Ingelheim insgesamt rund 700 Kilogramm Jungaale eingesetzt. Die drei bis vier Jahre alten Fische sind rund zehn bis dreizehn Zentimeter lang und wiegen zwischen neun und fünfzehn Gramm.

„Wir wollen den Bestand der heimischen Fischarten sichern. Das langfristige Ziel ist es einen Bestand zu erreichen, der sich selbst erhalten kann“, so Prof. Dr. Kopf. Um den Aalbestand zu sichern, werden in den Mündungsbereichen der europäischen Ströme Jungaale, die in diesem frühen Stadium aufgrund ihrer fast durchsichtigen Haut als Glasaale bezeichnet werden, entnommen und in Aalfarmen großgezogen. „Die SGD Süd erwirbt die Jungaale von den Farmen und setzt diese in den Rhein und dessen Seitengewässer“, erklärt der Präsident der SGD Süd. Die aktuelle Maßnahme kostet 80.000 Euro, davon belaufen sich 6.000 Euro auf den Bereich Worms.

Überregionaler Rückgang seit Mitte der 90er Jahre

Seit Mitte der 90er Jahre konnte durch die Berufs- und Freizeitfischerei ein überregionaler Rückgang der Aalbestände festgestellt werden. Und das trotz stetig besser werdender Wasserqualität. Gründe dafür sind beispielsweise die eingeschränkte Durchwanderbarkeit der Fließgewässer, die durch Wasserkraft- und Wehranlagen bedingt wird und der menschliche Einfluss. Für die Aale ist die Durchgängigkeit der Gewässer überlebenswichtig. „Zum laichen begeben sich die Aale zunächst in die Nordsee. Von dort aus zieht der Aal durch den Atlantischen Ozean zur Sargassosee“, erklärt Kopf. „Die Angler sind oft unterwegs. Über deren Fanglisten bekommen wir einen Überblick über den Bestand“, informiert Oswald. Im September 2007 veröffentlichte die Europäische Union die Verordnung mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals. „Diese Verordnung sieht vor, dass der Aalbestand auch mit Besatzmaßnahmen unterstützt wird. Die SGD Süd hat im Laufe der letzten Jahre die Besatzmengen erhöht“, so Kopf. Bei der fischereilichen Bewirtschaftung stellt der Flussaal einen wichtigen Speisefisch für den Menschen dar. „Der Aal kann bedenkenlos gegessen werden, allerdings sollte die Verzehrempfehlung beachtet werden“, erzählt Oswald.

Die kleinen Jungaale wurden in der Nähe von Steinen im Floßhafen in den Rhein gelassen, um ihnen Schutz vor möglichen Fressfeinden zu bieten. Der Aal selbst ernährt sich hauptsächlich von Kleinlebewesen und ab einem gewissen Alter auch von anderen Fischen. „Er ist eigentlich ein klassischer Allesfresser“, lacht Oswald. „Der Aalbestand ist seit Jahren konstant niedrig. Um einen sich selbst tragenden Bestand zu erreichen müssen wir noch einiges machen,“ betont der Fischereireferent. Die SGD Süd unterstützt nicht nur den Aalbestand sonder will durch weitere Besatzmaßnahmen eine natürliche Reproduktion der Fischpopulation erreichen.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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