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23.05 Uhr | 19. Mai 2021

Endgültige Gewissheit für rund 70.000 Euro

TIEFGARAGE LUDWIGSPLATZ: Mehrheit im Ausschuss stimmt für Machbarkeitsstudie zur Instandsetzung des Innenstadt-Parkhauses

Für rund 70.000 Euro gibt die Verwaltung ein Gutachten in Auftrag, um zu klären, ob sich eine Sanierung der Tiefgarage Ludwigsplatz lohnt oder das Parkhaus verfüllt wird. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser

VON STEFFEN HEUMANN | Der Haupt- und Finanzausschuss gab am Mittwoch mehrheitlich grünes Licht für eine Machbarkeitsstudie, die Aufschluss darüber geben soll, ob die Instandsetzung der in weiten Teilen maroden Tiefgarage am Ludwigsplatz wirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist. Rund 70.000 Euro muss die Stadt in die Hand nehmen, um im Anschluss darüber zu entscheiden, ob die Tiefgarage saniert oder verfüllt wird. Nur durch permanente Maßnahmen zur Erhaltung der Bausubstanz ist es überhaupt möglich, die Lebensdauer der Parkflächen aktuell zu verlängern und auf absehbare Zeit zu erhalten.

Das Ingenieurbüro KuA Consult für Betoninstandsetzung, welches die wiederkehrenden Prüfungen an der Tiefgarage im Bestand durchführt und auch die Betoninstandsetzungen am Parkhaus am Dom geplant hat, sieht eine Chance zur Instandsetzung der Tiefgarage unter dem Ludwigsplatz. Das Ingenieurbüro hat angeboten, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, welche eine Instandsetzung der Tiefgarage untersucht. An der Machbarkeitsstudie sind neben dem Fachplaner für Betoninstandsetzung auch weitere Fachplaner für Tragwerksplanung, Elektro, Lüftung, Brandschutz und Garten- und Landschaftsbau beteiligt. So können alle Aspekte einer Instandsetzung betrachtet und mit Kosten (Kostenschätzung ± 20%) belegt werden. Die angebotenen Honorare der Fachplaner würden im Fall einer Folgebeauftragung für die Planung der Instandsetzung in Abzug gebracht werden.

Sanierung beinhaltet Kompromisse

Eine Sanierung der Tiefgarage beinhaltet selbstredend einige Kompromisse, welche es bei einem Neubau nicht gibt. So wird es keine nennenswerte Veränderung an der eigentlichen Geometrie geben, die Stützen auf den Parkebenen bleiben ebenso erhalten wie die Rampenanordnung und die Zufahrtssituation. Im Rahmen einer Instandsetzung würden alle beschädigten Betonbauteile instandgesetzt bzw. ausgetauscht werden und die Haustechnik entsprechend den geltenden Vorschriften erneuert werden. Es ist davon auszugehen, dass sich die Stellplatzzahlen aufgrund des gestiegenen Platzbedarfs für die Haustechnik reduzieren werden.

Die Instandsetzung der Tiefgarage nimmt zudem Einfluss auf die Decke der Tiefgarage also auf den Ludwigsplatz selbst, welcher komplett zurückgebaut und anschließend neu gestaltet werden muss. Eine Wiederverwendung des Bodenbelages ist ausgeschlossen, da dieser beim Ausbau beschädigt wird. Die Frage, inwiefern der Obelisk betroffen ist, kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Die Tiefgaragendecke soll ebenfalls ertüchtigt werden, um wenigstens den oft gehegten Wunsch Veranstaltungen oder einer Beschickung durch den Wochenmarkt zu ermöglichen.

Tiefgarage bleibt großes Sorgenkind

Aufgrund der Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent entstehen 1748,13 Euro an Mehrkosten gegenüber dem ersten Angebot des Ingenieurbüros, dem noch der Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent zu Grunde gelegt worden war. Dr. Klaus Karlin, CDU, brachte es im Anschluss auf den Punkt:„Es bleibt nur die Frage, ob wir 5 oder 6 Millionen Euro ausgeben, um das Loch zuzuschütten oder 70.000 Euro in ein Gutachten investieren.“ Während sich die Sozialdemokraten einer Meinung enthielten, mochten die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen mit ihrem Veto dem Parkhaus selbst die Minimalchance auf eine Zukunft absprechen. Trotz der relativ hohen Akzeptanz durch die Nutzer des innerstädtischen Parkhauses, bleibt die Tiefgarage weiterhin ein großes Sorgenkind der Stadt. Sollte sich aus dem Ergebnis des Gutachtens eine Instandsetzung ableiten lassen, wird das je nach Variante und Anzahl der Geschosse ein teures Unterfangen. Schätzungen für 146 oder 225 Stellplätze belaufen sich auch Kosten in Höhe von 17 bis rund 27 Millionen Euro. Für die Instandsetzung wohlgemerkt.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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