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16.36 Uhr | 28. August 2015

Ernst-Ludwig-Grundschule vorerst gesperrt

Aufgrund von Problemen mit der Deckentraglast ziehen 250 Kinder in Schulcontainer

 Wie lange sich die Sanierungsarbeiten an der Ernst-Ludwig-Schule hinziehen, kann momentan noch niemand abschätzen. Foto: Gernot Kirch

Wie lange sich die Sanierungsarbeiten an der Ernst-Ludwig-Schule hinziehen, kann momentan noch niemand abschätzen. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch In der Ernst-Ludwig-Grundschule, die sich unweit der Rheinbrücke befindet, wurden in den Sommerferien Sanierungsarbeiten hinsichtlich Brandschutz und energetischer Modernisierung durchgeführt. Dabei wurden auch die Decken und Zwischendecken im Gebäude geöffnet, um deren Zustand zu überprüfen. Die Erkenntnis war niederschmetternd, denn es stellte sich heraus, dass in dem 115 Jahren alten Schulgebäude damals Teile des Deckensystems fehlerhaft eingebaut wurden. Jetzt stellt sich die Frage, wie fehlerhaft? Dazu werden Ende September Drucklastversuche in der Ernst-Ludwig-Grundschule durchgeführt. Erst danach kann man mehr sagen. Fest steht aber, die rund 250 Schüler müssen zunächst in anderen Räumlichkeiten den Unterricht besuchen.

Traglastversuch

Auf einer Pressekonferenz am Freitagmorgen erläuterten die Verantwortlichen der Stadt bei einem Termin vor Ort, wie nun weiter verfahren wird. Was die baulichen Maßnahmen betrifft, hängt alles von den weiteren Untersuchungen und besonders dem Traglastversuch ab, der von externen Experten durchgeführt wird. Wenn es „dumm läuft“ kann das Ergebnis lauten, dass das Gebäude quasi komplett entkernt und alle Decken neu eingezogen werden müssen. Sollte dieses Szenario Realität werden, bedeutet dies, dass sich die Bauarbeiten länger hinziehen könnten. Aber dies alles ist Spekulation.

Containerlösung

Keine Spekulation ist hingegen, dass alle 250 Grundschüler der zwölf Klassen der Ernst-Ludwig-Grundschule mindestens für ein halbes Jahr, wahrscheinlich aber länger umziehen, müssen. Dazu hat die Stadt mehrere Optionen geprüft, sich dann aber für ein Containersystem entschieden, das auf dem Gelände der ehemaligen Staudingerschule in Worms-Neuhausen errichtet wird. Und dies auch deswegen, weil die Verantwortlichen die Schule bzw. die Lehrer und Schüler zusammen lassen und sie nicht auf die Stadt aufteilen wollten. Die alte Staudingerschule, die jetzt Teil der Karmeliter-Realschule ist und die Klassenstufen 7 bis 9 beherbergt, hat räumlich noch „etwas Luft“.

Bustransfer

Die Problematik bei der ganzen Aktion war, dass alles in einem sehr knappen Zeitfenster geschehen musste, so Andrea Müller, die zuständige Mitarbeiterin bei der Stadt. Denn die Meldung über den fehlerhaften Einbau der Deckenteile erreichte die Verantwortlichen erst vor wenigen Tagen bzw. Wochen. Was seit dem auf die Beine gestellt wurde, kann sich sehen lassen. So werden die Container ab der nächsten Woche rasch auf dem Außengelände der ehemaligen Staudigerschule aufgebaut und sollen ab dem 14. September bezugsfertig sein. Zudem werden Teile des dortigen Schulgebäudes, die nicht unbedingt benötigt werden, für Klassen der Erst-Ludwig-Grundschule zur Verfügung stehen.
Bis in den Containern unterrichtet werden kann, rücken die Klassen in der ehemaligen Staudingerschule etwas enger zusammen, sodass der Unterricht der Grundschüler der Ernst-Ludwig-Schule für die eine Woche dort zusätzlich erfolgen kann.
Die Grundschüler werden jeden morgen ab 7.30 Uhr mit vier Bussen von der Ernst-Ludwig-Schule an die ehemalige Staudingerschule transportiert. Ab 11 Uhr erfolgen dann regelmäßig Fahrten zurück an die Ernst-Ludwig-Schule. Die Lehrer werden mit ihren Schülern in den Bussen fahren.
Schulleiterin Constanze Vollmer wies gegenüber der Presse ausdrücklich daraufhin, dass trotz der Verlagerung der Schule der Begrüßungstag für die Erstklässler wie geplant am 8. September um 10.30 Uhr in der Turnhalle der Ernst-Ludwig-Schule stattfindet.

Notfalltelefon

Alle Eltern wurde mit Briefen in deutscher und türkischer Sprache über die Situation an der Ernst-Ludwig-Schule aufgeklärt. Für Rückfragen steht für alle Eltern bei der Stadtverwaltung Worms ein Notfalltelefon zur Verfügung, das ab Montag wieder besetzt ist. Tel.: 06241 / 853 4001

Zu den Kosten der Sanierungsmaßnahmen erklärte Oberbürgermeister Michael Kissel, dass für die energetische Sanierung und den Brandschutz in der Ernst-Ludwig-Grundschule zirka 5,2 Millionen Euro eingeplant waren, durch den Bustransfer sei man jetzt schon bei etwa sechs Millionen Euro. Was es endgültig koste, könne jetzt noch niemand sagen. Abschließend betonte der Stadtchef, dass die Modernisierung der Schulen in Worms oberste Priorität habe.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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