Sie sind hier: Home » Verbraucher-Tipps, Promotions und Empfehlungen » „Einen kleinen Schwarzen, bitte!”

„Einen kleinen Schwarzen, bitte!”

Espresso und Mokka - Was ist der Unterschied?

 

Diesen Satz hört man im Wiener Raum noch sehr häufig. Die Kaffeetradition hat sich vom Osten erstmals durch die türkische Belagerung im 17. Jahrhundert in Wien bis über Italien und den Rest Europas ausgebreitet und uns den heutigen Espresso, Cappuccino und Latte beschert.

Eine kurze Geschichte des Kaffees.
In Italien wurde im 19. Jahrhundert durch Angelo Moriendo der Meilenstein für die heutige Zubereitung des Espressos gelegt. Denn er entdeckte, dass man mittels genügend Druck (1,5 Bar) über einem Wasserkessel, Kaffee brühen konnte. Dies war die Geburtsstunde der sogenannten Dampfkesselmaschinen im Jahr 1884.
Durch diese Methode konnte man sich das zeitaufwendige wechseln des Filters sparen und schneller, eine größere Menge Kaffee zubereiten.
Doch zurück zum kleinen Schwarzen, auch unter Mokka bekannt und woher er seinen Namen hat.
Kaffee hat seine Wege von Afrika, genauer gesagt von Äthiopien über Ägypten bis nach Arabien zu uns gefunden. In einer kleinen Hafenstadt am Roten Meer namens Al-Muha, dem heutigen Jemen, wurde die Mokkabohne durch den Seehandel hinaus in die Welt getragen.
Bis heute scheiden sich die Geister, ob man Mokka zu der Arabica-Sorte zählt, oder ob es sich um eine eigene Art handelt. Besonders durch syrische Handelsleute, hat sich diese Bohnenart im arabischen Raum ausgebreitet und ist in diesen Ländern, unter anderem der Türkei sehr beliebt.
Da sich Kaffee von dort aus eben seinen Weg nach Zentraleuropa bahnte, fand sich auch die Bezeichnung Mokka, und tut dies in vielen Wiener Kaffeehäusern noch immer, in den Getränkekarten wieder.

Foto: nathan dumlao by unsplash

Mokka oder Espresso, was jetzt?
Aber was genau ist jetzt der Unterschied zwischen einem Mokka und einem Espresso, wenn doch beide klein sind, ohne Milch serviert werden und im Prinzip genau gleich aussehen?

In ihrer Essenz sind sie auch wirklich ähnlich, schwarzer Kaffee ohne Milch und Zucker das ist korrekt, aber der wohl markanteste Unterschied liegt bereits bei der Kaffeebohnenart – denn für Espresso wird im Vergleich zum Mokka, eine Arabicasorte verwendet und nicht die Mokkabohne!

Außerdem wird der klassische Mokka, wie er heute zubereitet wird, nicht mittels Dampf und Druck gepresst, sondern in einer Kupferkanne mit heißem Wasser übergossen. Diese Kannen nennt man im übrigen Ibriks.

Außerdem fügt man in Ländern wie der Türkei direkt Zucker hinzu und kocht diesen unter ständigem Umrühren mit dem Kaffeepulver, bis er schmilzt, nimmt die Kanne vom Herd, um den entstandenen Schaum von der Oberfläche abschöpfen zu können und ihn in die Tassen zu geben. Danach wird der Mokka nochmals aufgekocht und erst dann serviert. Verfeinert wird dieser oftmals mit Rosenwasser, Zimt oder auch Kardamom.

Die Unterschiede werden in Ländern wie Großbritannien oder den USA noch deutlicher erkenntlich, denn man bekommt dort einen Kaffee mit Schokolade serviert, wenn man um einen “Mocha” bittet.

Eine weitere Form ist der Moccachino – ein Espresso mit Milchschaum!

Der klassische Espresso hingegen wird wirklich ohne alles serviert. Kein Milchschaum, kein Zucker – nur Kaffee, schwarz!

Foto: jess eddy by unsplash

Wie man zum perfekten Espresso gelangt!
Die Dosierung des Kaffeepulvers, kann zwischen 8 und 12 Gramm bestehen, ist jedoch stets Arabica. Wichtig ist außerdem, dass die Kaffeebohnen richtig fein gemahlen werden, nur so kann man dann mittels der ausreichenden Menge an Druck – Experten nennen hier satte 15 Kilos!
Ein weiteres Zubereitungsmerkmal ist die perfekte Temperatur des Wassers, dieses sollte mit 9 Bar und mit 89°C – 95°C, maximal 20 bis 30 Sekunden durch das Kaffeepulver laufen. Die richtige Temperatur und Zeit sind besonders wichtig, da man ansonsten Gefahr läuft, die Bitter- und Gerbstoffe aus dem Kaffeepulver zu schwemmen, was ihn bitter und ungenießbar macht!

Außerdem ist es auch wichtig das richtige Wasser zu verwenden, um tatsächlich zum perfekten Espresso zu gelangen.
Hierfür wird ein PH-Wert von 7 als optimale Zahl genannt.

Ebenso ist es unerlässlich die Kaffeemaschine täglich ordentlich zu reinigen, um den Geschmack von abgestandenem Wasser oder Kaffee zu vermeiden. Ausschlaggebend ist natürlich auch die Qualität des Kaffeepulvers. Dies kann jedoch je nach persönlicher Präferenz variieren und es ist besser ein bisschen herumzuexperimentieren, oder sich von einem geschulten Barista beraten zu lassen.

Bei der Röstart ist es aber jedenfalls besser, sich auf sogenannte Trommelröstungen zu verlassen, diese garantieren frischen Kaffeegeschmack!

Der Unterschied der Röstungsart!
Hierbei handelt es sich um eines der zwei Verfahren zur Röstung von Kaffeebohnen. Die andere Variante nennt sich Heißluftröstung, welches allerdings deutliche Einbußen beim Geschmack mit sich bringt. Die Bohnen werden im Schnellverfahren, sehr heiß (600°C) geröstet, was viel Zeit spart, sich aber leider in der Qualität niederschlägt.

Das Trommelrösten ist viel aufwendiger, lohnt sich aber jedenfalls. Die Bohnen werden als grüne Kaffeekirschen, sobald der Röster auf Temperatur gebracht wurde insgesamt circa 20 Minuten geröstet, bis sie das satte schwarz erreicht haben. Bei der zuvor erwähnten Heißluftvariante, werden die Kaffeebohnen nur etwa 3 Minuten geröstet – deshalb kann sich auch kein so vielfältiges Aroma entwickeln, was bei der Zubereitung von Espresso eben essentiell ist!

Beachtet man also die Tipps zur Zubereitung, so wird auch Zuhause mit einiger Übung, den richtigen Komponenten der perfekte Espresso gelingen!
Wie man ihn am Ende nennt ist egal, hauptsache er schmeckt!

Beitrag teilen Facebook Twitter

Kommentare sind geschlossen