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Fahrzeugbestand erheblich gestiegen

Stadt setzt auf Mobilitätsmix

Das Thema Mobilität und deren Entwicklung ist eines der zentralen Themen, die Kommunen bereits heute und auch künftig intensiv beschäftigen werden. Wie notwendig ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Mobilitätskonzept für die Stadt Worms ist, welche Faktoren jedoch auch mit dem Thema Mobilität einhergehen, verdeutlicht Oberbürgermeister Michael Kissel anhand der Entwicklungen des motorisiertem Individualverkehr: „Im Zeitraum von 2008 bis heute ist die Anzahl der zugelassen Kraftfahrzeuge in unserer Stadt von 46.433 auf 59.853 angestiegen – dies entspricht einer Steigerung um knapp 29 Prozent. Allerdings wächst die für Parkraum zur Verfügung stehende Fläche nicht gleichermaßen mit“, erläutert der Stadtchef eine Herausforderung der Mobilitätsentwicklung. 

Derzeit stehen in Tarifzone eins  545 Parkplätze und in der Tarifzone zwei  1.112 Parkplätze, die bewirtschaftet und damit gebührenpflichtig sind, zur Verfügung. Innerhalb des Untersuchungsgebietes zum Parkraumbewirtschaftungskonzept aus dem Jahre 2013 stehen weitere 3.100, unentgeltliche, Parkplätze – eventuell zeitbegrenzt, z.B. mit Parkscheibe- zur Verfügung. In Summe sind dies 4.757 zentrumsnahe Parkplätze. „Wir müssen über eine Ausweitung des Bewohnerparkens nachdenken, denn insbesondere in der Innenstadt sind häufig nicht genügend private Abstellmöglichkeiten vorhanden. Grundsätzlich begrüßen wir deshalb Initiativen privater Bauherren, bei Bedarf mehr Stellflächen auf privaten Grundstücken herzustellen, als bauaufsichtlich und nach der Stellplatzverordnung notwendig“, so OB Kissel. Schließlich zeige die Situation am Ärztehaus im Liebenauer Feld, dass die rechtlich vorgeschriebene Zahl von Stellplätzen in manchen Fällen dem tatsächlichen Bedarf nicht gerecht werde.

Die baldige Eröffnung des neuen Parkhauses Am Dom in der Koehlstraße entspanne die Parksituation in der Innenstadt ein wenig. Insgesamt werden dort rund 350 Parkplätze zur Verfügung stehen. „Wir hoffen, dass wir danach möglichst zeitnah mit der Tiefgarage Ludwigsplatz beginnen können“, weiß der Stadtchef ob der Dringlichkeit moderner und leistungsfähiger öffentlicher Parkbauten im Stadtzentrum. „Die Bewohner, Geschäftsleute und die Einkaufskunden sind auf ein ausreichendes Angebot an Stellplätzen angewiesen“, so Kissel weiter.

Um langfristig und zukunftsorientiert aufgestellt zu sein, müsse die Stadt jedoch weiter an einem „Mobilitätsmix“ arbeiten. „Wir benötigen unterschiedliche Lösungen, um allen Zielgruppen und Bedürfnissen gerecht zu werden. Den motorisierten Individualverkehr grundsätzlich zu verdammen und aus der Stadt zu verbannen, kann nicht der richtige Ansatz sein“, betont der Stadtchef. Die Stadt müsse Optionen für alle Wormser (Innenstadtbewohner, Geschäftsleute, Kunden) und Gäste vorhalten. „Denn auch wenn das Augenmerk auf umweltfreundliche Fortbewegungsmethoden in den letzten Jahren stärker denn je im Fokus stand, benötigen wir auch künftig Angebote für den motorisierten Individualverkehr“, erklärt der Stadtchef.

 

Dennoch werde der ÖPNV weiter optimiert und sei auch Bestandteil der Untersuchungen im Rahmen des Mobilitätskonzeptes. Das Konzept bescheinigt eine gute räumliche Erschließung insbesondere im Innenstadtbereich. Auch die Stadtteile und das Umland sind laut Studie gut an die Innenstadt angebunden. Ein besonders hohes Fahrgastaufkommen ist im Linienbusverkehr der Kernstadt zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu ist das Fahrgastaufkommen in den weiter entfernten Stadtteilen wie Abenheim und Ibersheim weitaus geringer. „Voraussichtlich lässt sich diese Diskrepanz auch mittelfristig nicht ausgleichen, denn mit der Neuausschreibung des Busverkehrs hatten wir das Angebot für weiter entfernte Stadtteile bereits erheblich verbessert“, erinnert der Stadtchef.

Neben dem ÖPNV sollen Car-Sharing-Modelle und Verleihsysteme wie etwa das bereits etablierte Fahrrad-Verleihsystem „VRNnextbike“ Bestandteil des Mobilitätsmixes werden. „Eine Belegungen von etwa 3.800 Leihrädern im Zeitraum zwischen Juni und November 2017 zeigt, dass wir hier ein wichtiges und richtiges Angebot geschaffen haben“, so OB Kissel.

 

Daneben arbeitet die Stadt kontinuierlich am Ausbau des städtischen Radwegenetzes. Worms verfügt inzwischen über ein Netz von ca. 75 km touristischen und ca. 30 km nach der StVO offiziell beschilderten Radwegen. Die Attraktivität der Innenstadt für Radfahrer hat in den letzten Jahren durch die vielen Schutzstreifen-Angebote an allen Hauptverkehrsstraßen, durch Öffnen zahlreicher Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer, durch Erweiterungen der Rad-Abstellplätze z. B. am Auxerreplatz, in der Folzstraße oder an möglichen Stellen in den Fußgängerzonen erheblich zugenommen. Überdachte Radabstellplätze sind im Parkhaus am Dom vorgesehen. Diese Angebote sollen kontinuierlich ausgebaut werden. Vorrangiges Ziel des Stadtentwicklungskonzepts Mobilität sei es festzustellen, wo in Zukunft Radwegeverbindungen zwischen Ortsteilen bzw. zwischen Ortsteilen und der Innenstadt sinnvoll seien, erklärt der Oberbürgermeister.

 

„Das Stadtentwicklungskonzept Mobilität leitet aus allen erhobenen Daten die Schlussfolgerung ab, dass der motorisierte Individualverkehr mittelfristig reduziert werden soll. Der Idealfall sieht eine Entwicklung der Zahlen bis 2030 auf den Stand des Jahres 1981 vor. Sprich: 1981 betrug der Anteil des motorisierten Individualverkehrs 53 Prozent. Bis 2030 soll sich der Anteil von aktuell 61 Prozent auf 50 Prozent reduzieren“, erläutert OB Kissel. Mit all den bisher umgesetzten und noch geplanten Maßnahmen sei die Stadt auf einem guten Weg in diese Richtung, ist sich der Oberbürgermeister sicher.

 

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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