Mo., 15.12.2025
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • GEDENKSTÄTTE OSTHOFEN: Online-Vortrag am 4. Dezember um 18 Uhr

    „Fotos und Filme aus der Pogromnacht“

    Am Donnerstag, dem 4. Dezember, findet um 18 Uhr der Online-Vortrag „Fotos und Filme aus der Pogromnacht" statt.

    In den Tagen vor und nach dem 9. November wurden überall im Deutschen Reich Jüdinnen und Juden angegriffen. Tausende Geschäfte wurden zerstört, über tausend Synagogen geschändet und in Brand gesteckt. Etwa 10.000 Jüdinnen und Juden wurden Opfer brutaler Gewalt, zahllose Menschen wurden verletzt und über 1.000 ermordet. Sie wurden zu Tode geprügelt, erstochen, erschlagen oder nahmen sich das Leben. Im Anschluss an die Ausschreitungen fanden Massenverhaftungen statt. 30.000 jüdische Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt und dort schikaniert und misshandelt, um sie und ihre Familien zur Ausreise zu zwingen.

    Explosion von Sadismus

    In den zumeist von Privatpersonen aufgenommenen Filmen und Fotos dieser Ereignisse sind brennende oder ausgebrannte Gotteshäuser sowie Schaulustige zu sehen, die am Folgetag der verheerenden Nacht die Tatorte besichtigten. Viele dieser visuellen Zeugnisse des Novemberpogroms zeigen die Verbrechen aus sicherer Entfernung. Die Opfer, jüdische Deutsche, die bereits in den vorangegangenen Jahren systematisch ausgegrenzt und entrechtet worden waren, sind in diesen Bildern genauso abwesend wie die Gewalt, der sie in dieser Nacht und am Folgetag ausgesetzt waren. In dieser Hinsicht sind diese Fotos und Filmaufnahmen falsche oder zumindest irreführende Zeugen. Denn in dieser Nacht und am folgenden Tag kam es tatsächlich zu unvorstellbarer Gewalt und Zerstörung, sodass der später für diese Ereignisse gefundene Begriff „Novemberpogrom“ keine Übertreibung ist. Der Historiker Saul Friedländer spricht gar von einer „Explosion von Sadismus“.

    Der Filmhistoriker und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann, Hebräische Universität Jerusalem, stellt einige visuelle Zeugnisse des Novemberpogroms vor und analysiert die sich darin abbildenden Spuren der historischen Ereignisse. Er spricht über die auffällige Abwesenheit von Gewalt in Teilen dieser Filmaufnahmen und Fotografien und zeigt, wie sich einige dieser Bilder als Trophäen in eine visuelle Gewaltgeschichte einreihen, die bis in die Gegenwart – zu den grausamen Ereignissen am 7. Oktober 2023 in Israel – reicht.

    Der Zugangslink zum Online-Vortrag wird nach der Anmeldung unter info@gedenkstaette-osthofen.lpb.rlp.de versendet. 

    Keine weiteren Termine

    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige Rolladen GünterAnzeige KnoblochAnzeige dkge 1x1
    Anzeige AmtsblattAnzeige TicketshopAnzeige 20 Jahre Stadtmarketing Worms