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13.34 Uhr | 15. Juli 2020

„Für umfangreiche Geschichte reicht kein Haus“

SOMMERREISE: SPD-Fraktionsschef Alexander Schweitzer wandelt in Worms auf den Spuren Luthers /Förderantrag für modernes Stadtmuseum

Stippvisite des Fraktionsvorsitzenden der SPD im Landtag in Worms. Von links: Markus Trapp, Heidi Lammeyer, Alexander Schweitzer, Timo Horst, Jens Guth. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN | Zum 500-jährigen Jubiläum der Widerrufsverweigerung Martin Luthers auf dem Wormser Reichstag wird in Worms die Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Freiheit – Worms 1521“ vom 17. April bis 31. Oktober 2021stattfinden. Die Arbeiten im Andreasstift für das Projekt mit Strahlkraft weit über die Grenzen der Stadt hinaus, laufen auf Hochtouren. Davon konnte sich der SPD-Fraktionschef im Mainzer Landtag, Alexander Schweitzer, in Begleitung von MdL Jens Guth sowie Vertretern der Stadt am Mittwoch vor Ort überzeugen.

„Wir wollen an dieser Stelle ein modernes Stadtmuseum“, erläuterte Jens Guth. Die Verwaltung habe daher mit Blick über die Landesausstellung hinaus einen Förderantrag über 10 Millionen Euro gestellt habe, um den weiteren Ausbau des Museums Andreasstift auch in zweiten und dritten Geschoss des Hauses in Angriff nehmen zu können. Guth verwies auf das angrenzende Andreasquartier. „Das ehemalige Gesundheitsamt schreit ebenfalls danach, entwickelt zu werden“, ergänzte der SPD-Landtagsabgeordnete.

Bedeutender Wirtschaftsfaktor

Aus Sicht von Alexander Schweitzer, der wie Jens Guth berichtete, als Korrektiv in der Landespolitik auch über Prioritäten bei der Auswahl von Projekten befinde, durchaus verständliche Anliegen. Schweitzer lobte auch an die Adresse von Bürgermister Hans-Joachim Kosubek und den anwesenden Fachleuten gerichtet, die Kommunalarbeit. „Worms hat eine so umfangreiche Geschichte, da reicht kein Haus, auch nicht mit vielen Stockwerken“, so Schweitzer. Der Fraktionschef unterstrich die Bedeutung von Tourismus und Kultur in Rheinland-Pfalz als bedeutendem Wirtschaftsfaktor. Insbesondere hob Schweitzer die Förderung des Tagestourismus hervor. „Da geht in Worms noch was“, fügte Schweitzer an. Mit „Goldene Zeit“ werbe das Land in der Corona-Zeit deutschlandweit für Urlaub in Rheinland-Pfalz, um die vom Lockdown schwer getroffene Branche zu unterstützen. Für den Bereich Tourismus sollen daher im zweiten Nachtragshaushalt im August weitere 50 Millionen Euro eingestellt werden, um Standortstrategien zu optimieren.

Faszinierendes Thema

Luther sei eng mit dem Land verknüpft. Ein Thema, das ihn persönlich fasziniere, weil Luther zu den couragierten Persönlichkeiten zähle, die viel Mut aufgebracht hätten, um Bürgerrechte zu erwirken. Schweitzer setzt daher auf eine bleibende Wirkung der Landesausstellung, von der ähnlich den Rheinland-Pfalz-Tagen oder einer Landesgartenausstellung weitere Impulse ausgehen.

Touristisches Zentrum mit vielen Funktionen

Timo Horst, SPD-Fraktionsvorsitzender im Wormser Stadtrat, wünscht sich ebenfalls einen Katalysator-Effekt, zumal das ganze Gebiet um das Andreasstift als touristisches Zentrum verstanden werden soll. Ein Hotspot, ähnlich dem Dom, der Stadtmauer, dem Heylshof oder SchUM, so Horst. Allerdings mit weiteren Funktionen, wie dem Angebot an sozialem Wohnraum. In der Gesamtentwicklung sollen auch Handel und Gastronomie profitieren. Zunächst jedoch stehe das Vorhaben, ein Museum zum Anfassen und Erleben zu realisieren. Hierbei setzen die Protagonisten nicht zuletzt auf die weitere Unterstützung durch das Land, das die Lutherausstellung bereits mit 250.000 Euro fördert. Rund 1,5 Millionen Euro an Landesmitteln sollen in die Karl-Marx-Landesausstellung in Trier geflossen sein. Da wäre also noch Luft nach oben …

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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