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15.54 Uhr | 16. Juni 2020

Für wichtige soziale Berufe besser qualifizieren

HAUPT- UND FINANZAUSCHUSS: GRÜNE wollen Einrichtung einer Fachoberschule Gesundheit prüfen

Der Haupt- und Finanzausschuss berät am Mittwoch über die Schulentwicklungsplanung, die die Stadt Worms als Schulträgerin regelmäßig vorlegen muss. Nachdem das von der Stadt geplante Wirtschaftsgymnasium nun endgültig gescheitert ist, schlägt die Schulverwaltung vor, stattdessen ein Berufliches Gymnasium mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Soziales in Worms einzurichten. „Die Verlagerung des inhaltlichen Schwerpunktes ist grundsätzlich richtig“, kommentiert der stellvertretende Vorsitzende der grünen Stadtratsfraktion David Hilzendegen die Beschlussvorlage. „Die Schulform Berufliches Gymnasium geht jedoch an den schulischen Bedürfnissen in Worms vorbei. Was wir stattdessen benötigen, ist eine Fachoberschule“, so Hilzendegen weiter. Anders als das Berufliche Gymnasium führe diese nicht zum Abitur, sondern zum Fachabitur mit einem deutlich praktischen Schwerpunkt. „In der 11. Klasse besuchen die Schüler einer Fachoberschule lediglich an zwei Tagen die Woche die Schule, die übrigen drei Tage verbringen sie in einem Betrieb und beschäftigen sich praktisch mit den Lerninhalten“, berichtet Hilzendegen. Dies biete aus Sicht der Grünen eine Verbreiterung des Bildungsangebots in Worms.

„Solides theoretisches Fundament“

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen Dr. Patrick Obenauer verweist in diesem Zusammenhang auf die derzeit stattfindende Akademisierung der Gesundheitsberufe. „Diese verlangt nicht mehr nur rein praktische Kompetenzen, sondern auch ein solides theoretisches Fundament. Aus meiner Sicht legt das Konzept der Fachoberschule einen besseren Grundstein für die Bewältigung des Fachkräftemangels als das berufliche Gymnasium, da schon ab der 11. Klasse Theorie und Praxis verzahnt werden und der Abschluss der Fachhochschulreife für ein entsprechendes Studium qualifiziert. Mit der Hochschule in Ludwigshafen und dem Klinikum Worms als Lehrkrankenhaus der Mainzer Gutenberg-Universität haben wir hier infrastrukturell die besten Voraussetzungen.“

Diese Überlegungen wollen die Grünen in die Debatte einbringen und warnen davor, nun schnell lange bindende Beschlüsse zu fassen. „Wichtig ist uns, die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung des Schulträgerausschusses sicherzustellen, denn dort sind neben den Kommunalpolitikern ebenfalls Vertreter der Wormser Eltern, Lehrer und Schüler vertreten. Deren Perspektive ist für die Wormser Schulentwicklung von großer Bedeutung“, so Hilzendegen abschließend.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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