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09.34 Uhr | 8. April 2021

„Gauß-Gymnasium bleibt am 8. April geschlossen!“

CORONA-PANDEMIE: Keine Tests vorhanden, es bleibt vorerst beim Distanzunterricht / Unverständnis bei Eltern / Verwaltung nimmt Stellung

Heiße Luft! An Wormser Schulen fehlen Tests, um Präsenenzunterrricht durchführen zu können. Das ärgert nicht nur betroffene Eltern, die nicht nachvollziehen können, dass vollmunduge Ankündigungen von Land und Schule nicht eingehalten werden. Archivfoto: Steffen Heumann

„… angesichts der angespannten Infektionslage in Worms und vor dem Hintergrund, dass wir leider noch keine Tests erhalten haben, werden wir morgen das Gauß-Gymnasium nicht öffnen. Das heißt wir werden morgen fürs erste auf Distanzunterricht umstellen. Ich hoffe, dass wir am Freitag oder spätestens am Montag wieder öffnen können. Ich werde morgen im Laufe des Tages entsprechend informieren. Für absolute Ausnahmefälle werden wir morgen eine Notbetreuung anbieten …“ Die Nachricht von Schulleiter Gerrit Mennicke stieß nicht bei allen Adressaten auf Verständnis. Weitere Infos gab es au der schulinternen Plattform.

Erster Gedanke eines Vaters von drei Schulkindern, der die Nachricht heute Morgen erfahren hatte: „Danke Frau Hubig, danke Herr Mennecke. War es nicht möglich innerhalb von zwei Wochen Tests für Worms zu besorgen? Die Lage war vor Ostern noch viel angespannter, aber stimmt, da waren ja Ferien“.

Stellungnahme der Verwaltung zum Thema Online- und/oder Präsenzunterricht an Wormser Schulen

„Natürlich kann ich diese Bedenken um die Sicherheit von Schüler*innen und Lehrkräfte nachvollziehen. Das Bildungsministerium hat bereits am vergangenen Mittwoch angekündigt, dass die Schulen rheinland-pfalzweit nach den Osterferien wieder in geteilten Klassen im Wechsel unterrichten sollen. Da die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Worms die 100er-Marke übersteigt, hat sich die Stadtverwaltung daher am Dienstag nochmals intensiv mit einer Entscheidung für die Wormser Schulen befasst. Ich kann Ihnen versichern, dass sich der Verwaltungsstab die Entscheidung, dass auch die Schulen in Worms nach den Osterferien in den für Rheinland-Pfalz vorgesehenen Wechselunterricht gehen sollen, nicht leicht gemacht hat. Wir, und da kann ich auch für Herrn Oberbürgermeister Kessel sprechen, sind uns der Verantwortung nur zu bewusst“, so Bildungs- und Sozialdezernent Waldemar Herder in einem Elternbrief.

„Eine solche Entscheidung trifft daher auch nicht eine einzelne Person oder die Stadt Worms als Schulträger, sondern ein Stab nach Abwägung der vorliegenden Fakten, aber insbesondere auch unter Beteiligung und Berücksichtigung der fachlichen Federführung und Einschätzung des Gesundheitsamtes, das als zuständige Behörde das Infektionsgeschehen für die Stadt Worms und den Landkreis im Blick behält. Bei Betrachtung des örtlichen Infektionsgeschehens gibt es aus Sicht des Gesundheitsamtes keinen wissenschaftlich belegbaren Grund, der dem (Wechsel-) Präsenzunterricht entgegensteht. Zwar sind in den zurückliegenden Wochen auch in hiesigen Schulen dem Gesundheitsamt Corona-Fälle bekannt geworden, jedoch gibt es bislang keine Anhaltspunkte für relevante Übertragungen in der Unterrichtssituation, die die Rückkehr zum Online-Unterricht für alle Schulen in Worms rechtfertigen würden“, führt Waldemar Herder weiter aus.

„Eine Entscheidung, die auf einem Abwägungsprozess basiert, bringt es grundsätzlich mit sich, dass nicht jede/jeder Betroffene, sei es Schulleitung, Eltern, Lehrkraft oder Schüler*in, diese Entscheidung ohne Bedenken mittragen kann. Bestünde jedoch aus Sicht des Gesundheitsamtes für eine einzelne Schule ein untragbares Risiko, wäre der Wechsel einer einzelnen Schule in den Fernunterricht kein Weg, dem wir uns als Schulträger verschließen würden. Selbstredend erfolgt in allen Fragen auch eine Abstimmung mit der Schulbehörde. Zur Zeit können wir hoffen, dass die Inzidenz weiter zurückgeht. Auch die durch das Land vorgegebene Teststrategie für Schulen, die der Schulgemeinschaft unbestritten wieder einiges abverlangt, wird meines Erachtens einen Beitrag zur Sicherheit leisten“, erklärt Herder.

„Sollte der sich abzeichnende Trend nicht anhalten und die Inzidenzen tatsächlich wieder steigen, werden wir unsere Entscheidung auf den Prüfstand stellen müssen. Ich stehe als zuständiger Dezernent für Schulen und Kindertagesstätten auch persönlich mit der Leiterin des Gesundheitsamtes in Kontakt und werde auch über die Rückmeldungen, die sich bisher im Wesentlichen auf eine Schule zu konzentrieren scheinen, nochmals mit dem Gesundheitsamt sprechen“, betont der Bildungs- und Sozialdezernent.

 

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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