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    UNESCO-WELTKULTURERBE: Wiedereröffnung der mittelalterlichen Wormser Mikwe

    „Geschichte erfahrbar machen“

    Ein Holzsteg macht den Zugang zur Mikwe nun einfacher zugänglich.
    Foto: Clara Werger

    Von Clara Werger › Die Wormser Mikwe, im romanischen Stil im Jahr 1185, erbaut, war seit 2016 nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, da sie umfassend saniert werden musste. Am gestrigen Dienstagnachmittag wurde sie feierlich wiedereröffnet.

    „Die Mikwe von Worms ist weit mehr als ein historisches Bauwerk. Sie ist ein Zeugnis jüdischen Lebens, das in dieser Stadt über Jahrhunderte hinweg tief verwurzelt war“, sagte Anna Kischner, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, in ihrer Ansprache. Die Wiedereröffnung sei nicht nur ein architektonischer Anlass: „Sie ist vor allem ein Akt der Erinnerung und der Verantwortung. Denn Orte wie diese sprechen von einer lebendigen Vergangenheit, von religiöser Praxis, von Gemeinschaft und von einer Kultur, die über viele Jahrhunderte hinweg das Leben in dieser Stadt geprägt hat.

    Im rituellen Sinne wird die Mikwe heute nicht mehr genutzt. Dafür solle sie ein Lernort sein, so Kischner weiter, in dem „Geschichte nicht abstrakt, sondern mittelbar und räumlich erfahrbar gemacht werden soll. Gerade in einer Zeit, in der Erinnerungskultur zunehmend herausgefordert wird, sind solche Orte von unschätzbarem Wert.“

    Oberbürgermeister Adolf Kessel hob in seiner Ansprache die Verantwortung hervor, die mit der Ernennung von Worms zum UNESCO‑Weltkulturerbe einhergeht. „Der Titel bedeutet nicht nur Auszeichnung, sondern immer auch Verpflichtung“, so der Oberbürgermeister.  

    Die Sanierungskosten beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro. Ein Befall von Blaualgen habe eine Sanierung unumgänglich gemacht, erklärte der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Timo Horst. Auch führt jetzt ein neuer Holzsteg durch den Synagogengarten zum rituellen Bad, um es einfacher zugänglich zu machen. Die Öffnung wird zunächst zurückhaltend erfolgen: Zu besonderen Anlässen soll sie zugänglich sein, da der Schutz und der langfristige Erhalt dieses einzigartigen Denkmals Vorrang haben. 

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