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Gestern und heute in Wort und Bild

Heimatverein Pfiffligheim veröffentlicht Jahresheft mit örtlicher Familien-, Kultur- und Vereinsgeschichte

Die sechzehnte Ausgabe des Jahresheftes des Pfiffligheimer Heimatvereines ist ab sofort gegen eine geringe Pauschale beim Heimatverein erhältlich. Foto: Florian Helfert

VON FLORIAN HELFERT Dass Fernweh, Weltoffenheit und Heimatverbundenheit keine Gegensätze sein müssen, legte Theo Cronewitz am Montagabend im Restaurant „Il Giardino“ während der Präsentation des aktuellen Jahresheftes des Pfiffligheimer Heimatvereines dar. Auf insgesamt 100 Seiten spiegeln die insgesamt 14 Beiträge das Auf und Ab der Zeiten wider.

Beispielhaft hierfür nannte Theo Cronewitz die Familiengeschichte des Parkgründers Karl Bittel: Einst aufgebrochen in die weite Welt kehrte der erfolgreiche Wormser Unternehmer in seine alte Heimatstadt zurück und gestaltete den Pfrimmpark. Dort spielte auch der Enkelsohn Erich Wolter und entdeckte seine Naturverbundenheit, welche ihn später nach Ostafrika führte. „Wir kannten den Park sehr genau“, berichtet Heidi Reil, geborene Wolter, im Jahresheft – obwohl sie gemeinsam mit ihren beiden Schwestern damals sogar noch in Ostafrika lebten und zur Schule gingen.

Anschließend stellte Wolfgang Schwarz kurz seinen Beitrag über das Schicksal seines Vaters Alfred dar, welcher das Schicksal zahlreicher Vertriebener erlitt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Helga habe sein Vater erst in Pfiffligheim sein „Happy End“ einer neuen Heimat gefunden.

Unbeugsam im Glauben
Danach fasste Erika Krämer die Biographie ihres Schwiegervaters Jakob Krämer zusammen, welcher in der Weimarer Republik den Glauben der Zeugen Jehovas für sich entdeckt hatte. Nachdem ihn „nationalsozialistisch gesinnte Mutter und Brüder“ im August 1933 gewaltsam aus der familiären Schreinerei in der Dreihornmühlgasse geworfen hatten, folgten unter der NS-Diktatur für den Zeugen Jehovas Festnahmen, Haftanstalten und Konzentrationslager.

„Hinter der Biografie steht mehr als nur eine bewegte und bewegende Geschichte“, mahnte Erika Krämer. Erstens habe die geplante Verlegung eines Stolpersteines vor dem Elternhaus in Hochheim aufgrund des Vetos des Hauseigentümers abgesagt werden müssen. „Umso dankbarer sind wir über die freundliche Aufnahme hier in Pfiffligheim“, erinnerte sie sich gerne an die Verlegung des Stolpersteines vor der ehemaligen Schreinerei ihres Schwiegervaters in der Sitzinger Straße zurück.

Und zweitens wiederhole sich die Geschichte: Als bei Jakob Krämer eine Hausdurchsuchung vorgenommen wurde, wurden im Dritten Reich neben persönlichen Gegenständen auch Bibeln und religiöse Literatur beschlagnahmt. „Wegen des Besitzes der gleichen Literatur sitzen aktuell in Russland 25 Zeugen Jehovas im Gefängnis und 18 stehen unter Hausarrest“, äußerte Erika Krämer ihr Bedauern über den Fortgang der Geschichte. „Worms und der Ortsteil Pfifligheim sind ein sehr positives Beispiel dafür, die Geschichte aufzuarbeiten und die Opfer in Erinnerung zu halten“, dankte sie abschließend.

Breites Spektrum der Ortsgeschichte
In den weiteren Beiträgen des Jahresheftes werden die Geschichte der evangelischen Kirche in von Anneliese Dauphin zusammengestellten historischen Aufnahmen bebildert, an die Geschichte der Pfiffligheimer Tankstellen entlang der Alzeyer Straße erinnert oder Pfiffligheimer Spitznamen a lá „die Erbs, die Lins und die Bohn“ gedacht. Zudem blickt das Jahresheft u.a. auf das Jubiläumsjahr anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung vor 950 Jahren zurück und gewährt dank Volker Gallés Festrede zum 150-jährigen Liedertafel spannende Einblicke in die Geschichte des Vereines.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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