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Grundstein des Anstoßes?

Katholische Pfarrgemeinden Dom und St. Martin legen Grundstein für Haus am Dom / Ein Protestierender stört mit Zwischenrufen gottesdienstliche Feier

„Wir segnen keine Steine, sondern Euch“, erläuterte Prälat Dietmar Giebelmann gegenüber den versammelten Gemeindemitglieder der katholischen Gemeinden Dom und St. Martin. Foto: Florian Helfert

„Wir segnen keine Steine, sondern Euch“, erläuterte Prälat Dietmar Giebelmann gegenüber den versammelten Gemeindemitglieder der katholischen Gemeinden Dom und St. Martin. Foto: Florian Helfert

VON FLORIAN HELFERT Im Rahmen eines gemeinsamen Pfarrfestes setzten die katholischen Kirchengemeinden Dom und St. Martin in einer gottesdienstlichen Feier den Grundstein für das künftige Gemeindezentrum „Haus am Dom“. Neben Gemeinderäumen wird es sowohl ein Café als auch einen Domladen beherbergen. Als kirchliches Begegnungs- und Besucherzentrum wird zudem die aus der Zeit um 800 nach Christus stammende Taufpiscina präsentiert werden, die im Zuge archäologischer Grabungen an dieser Stelle entdeckt worden ist.

Haus am Dom beendet Provisorium
Nachdem das benachbarte Liobahaus für viele Jahre als provisorisches Gemeindehaus gedient hat, haben beide Gemeinden nach langen Planungen beschlossen, das „Haus am Dom“ dort zu errichten, wo einst das römische Forum und später die Kapitelshäuser des Wormser Domkapitels standen. „Mit dem Bau soll zugleich im Einvernehmen mit der Denkmalpflege ein Stück der Zerstörungen des 19. Jahrhunderts – als vor der Südseite des Domes Kreuzgang und Kapitelshäuser abgerissen wurden – saniert werden“, dokumentiert die dem Grundstein beigelegte, handgeschriebene Urkunde. Ferner solle die frühchristliche Taufpiscina künftigen Generationen als Zeugnis des jahrhundertealten christlichen Lebens an diesem Ort gezeigt werden.

„Der Dom ist das Wahrzeichen und die Krone unserer Stadt – allerdings zuallererst eben auch ein Gotteshaus und ein Ort der Einkehr sowie der Gebete“, erinnerte Oberbürgermeister Michael Kissel im Hinblick auf die geführten Diskussionen und Gerichtsprozesse an die zu respektierende Rolle der Kirchengemeinden und ihrem berechtigtem Wunsch nach einem Gemeindezentrum an ihrem Dom.

Feier mit Domumfeld e.V.
Für den kritischen Verein „Domumfeld“ brachte Winfried Thier im Anschluss eine mit dem freien Blick zum Dom künstlerisch gestaltete Kassette zur offiziellen Grundsteinlegung ein, wobei die Kassette Dokumente der Proteste beinhaltete. Bewusst verzichtete Thier auf ohnehin bereits ausgetauschte Argumente, um stattdessen allerdings nochmals die kritische Haltung des Vereins und dessen Mitstreiter zu betonen – eine Haltung, die in den wiederholten Zwischenrufen eines einzelnen Protestierenden während der gottesdienstlichen Feier gipfelte.

Mit der nun erfolgten Grundsteinlegung beginnen die Rohbauarbeiten, die bis Jahresende abgeschlossen sein sollen. Im Spätsommer 2017 ist nach gegenwärtigem Stand die Fertigstellung des Hauses geplant.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile am 3. Juli 2016

Ein Kommentar für "Grundstein des Anstoßes?"

  1. Felix Zillien sagt:

    Eine würdige Feierstunde am historischen Ort, das ist und war mein persönlicher Eindruck von der heutigen Grundsteinlegung zum ‚Haus am Dom‘. Beeindruckt hat mich die Ansprache von OB Michael Kissel, der aus meiner Sicht sehr treffend die Diskussion um das nun entstehende Bauwerk umriss und dabei die Haltung der Stadtverwaltung Worms eindeutig und zugleich in rechtlicher Hinsicht klarstellend charakterisierte. Großen Respekt gilt Propst am Dom, Tobias Schäfer, der im Einvernehmen mit den zuständigen Gremien den Gegnern des Neubaues gestattete, eine Dokumentation dem Grundstein beifügen zu können. Ich kann nur hoffen, dass das ‚Haus am Dom‘ künftig die gebührende Würdigung und Wertschätzung von möglichst vielen Menschen erfahren wird.

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