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  • Fr., 08. November 2013, 21:22 Uhr
    Evangelische Sozialstation Osthofen präsentiert Demenz-Projekt

    Hand in Hand

    Mit dem Projekt "Hand in Hand" hat die Evangelische Sozialstation Osthofen vor wenigen Monaten ein Betreuungsprojekt für Menschen mit demenziellen Erkrankungen ins Leben gerufen. Im Monsheimer Gemeindehaus, einem der drei Betreuungsorte, an dem Demenzbetroffene derzeit die Tagesbetreuung besuchen können, wurde das Projekt nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

    "Man erlebt den sozialen Tod", zitierte Pfarrer Volker Hudel, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Sozialstation Osthofen, den Sohn eines Demenzkranken. Pflegende Angehörige seien keine Profis, sondern bestenfalls hochengagierte Laien, beschrieb Hudel die Situation in vielen Familien. Unter enormem Druck stehend gingen sie bei der Betreuung ihrer Angehörigen oft über die eigenen Belastungsgrenzen. "Diese Menschen brauchen Anleitung und Entlastung gleichermaßen", betonte der Pfarrer. Dies sei das Ziel des neuen Projekts.

    Acht bis zwölf Personen werden derzeit betreut
    Derzeit werden in Alsheim, Monsheim und Westhofen jeweils acht bis zwölf Personen von ausgebildeten Fachkräften betreut. Während des ganztägigen Angebots wird gespielt, gekocht und erzählt. Hin- und wieder geht es aber auch vor die Tür, etwa zum Mittagessen ins Wirtshaus, zum Spaziergang ins Grüne oder in den Zoo. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden, informierte Dirk Kröhle, Pflegedienstleiter der Sozialstation. Dabei lege man großen Wert auf die Ausbildung der haupt- und ehrenamtlichen Betreuer. Während die Fachkräfte eine gerontopsychologische Ausbildung absolviert haben, lernen ehrenamtliche Helfer die Grundlagen des Krankheitsbildes Demenz kennen und werden zudem in den Bereichen Hygiene und Sicherheit geschult.

    Mehr Personensuchmeldungen als Staunachrichten
    "Im Jahr 2040 bin ich wahrscheinlich dement", konstatierte Gisela Jung vom Diakonischen Werk in Hessen und Nassau. "Wir werden Viele sein und im Radio sind vielleicht mehr Personensuchmeldungen als Staunachrichten zu hören", zeichnete sie das Bild weiter und forderte, bereits heute Räume zu schaffen, wo demente Menschen sich aufhalten können.

    Diakonie unterstützt "Hand in Hand"
    Neben dem Förderverein der Sozialstation unterstützt auch das Diakonische Werk "Hand in Hand", denn die Projektkosten übersteigen die von der Pflegekasse übernommene Summe bei Weitem. Pfarrer Hudel pflichtete ihr bei: "Unsere Gesellschaft hat die Aufgabe, das Zusammenleben von Dementen und Nicht-Dementen zu organisieren. Wir dürfen die Augen nicht vor dieser gesellschaftlichen Herausforderung verschließen." Die Monsheimerin Kathrin Anklam-Trapp (MdL) lobte das Projekt: "Man lässt die Menschen im Dorf und steht für die, die nicht mehr können."

     

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