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07.42 Uhr | 21. September 2022
EICH: Startup in Berlin ausgezeichnet / Produktlaunch Ende Oktober

Herzensangelegenheit Mathe und Müsli

Michelle und ihre Eltern auf der Startup Night in Berlin, wo "peas of joy" den Award für das beste Food Startup gewonnen hat.

Michelle und ihre Eltern auf der Startup Night in Berlin, wo „peas of joy“ den Award für das beste Food Startup gewonnen hat.

Von Vera Beiersdörfer | Was haben Mathematik und gesunde Ernährung gemeinsam? Eigentlich nicht viel, aber dennoch sind beides die großen Leidenschaften von Michelle Luckas aus Eich. Die 25-jährige Mathematik-Doktorandin hat neben ihrer Promotion ihr eigenes Startup „peas of joy“ gegründet und wird Ende Oktober ihr erstes Produkt auf den Markt bringen.

Direkt erfolgreich
„Mit `peas of joy´ und meinem Knuspermüsli aus roten Linsen, habe ich auf der Startup Night in Berlin den Award für das beste Food Startup gewonnen“, freut sich Michelle im Gespräch mit dem NK. Neben Mathe war Michelle schon immer Feuer und Flamme für Kochen und Backen. „Jahrelang hatte ich sogar den Traum vom eigenen Café“.
Da sie sich in den vergangenen Jahren immer mehr mit Gesundheit, Nachhaltigkeit und Veganismus beschäftigt hatte, hat sich ihr Fokus allmählich auf das Finden gesunder, aber mindestens genauso leckerer Alternativen gerichtet. „Wer auf Fleisch- und Milchprodukte verzichtet, braucht eine andere Proteinquelle“, weiß die junge Unternehmerin. Die Hobby-Foodbloggerin stieß bei ihrer Suche auf Hülsenfrüchte und schätzt deren zahlreiche Vorteile. „Der tägliche Verzehr von Hülsenfrüchten ist nämlich vor allem in einer pflanzenbasierten Ernährung unverzichtbar, um den Körper mit allen essenziellen Aminosäuren – also Proteinen – zu versorgen“, erläutert Michelle.

Pflanzlich, unkompliziert & genussvoll
Die Umstellung sei in der Praxis aber zunächst gar nicht so leicht gewesen. Vor allem an Tagen, an denen die Studentin bei Freunden zum Essen eingeladen oder unterwegs war, fiel ihr auf, dass Hülsenfrüchte in unserer westlichen Ernährungsweise eigentlich viel zu wenig vertreten sind. So fing sie an, selbst zu experimentieren.
Parallel zu ihrer Ernährungsumstellung hatte sie angefangen, eigene Rezepte auf Instagram zu posten und stöberte dort nach neuen, kreativen Rezepten für ihren kleinen Food-Blog. „Irgendwann kam ich auf die Idee zu testen, ob sich Hülsenfrüchte nicht auch in meine süßen Frühstücksbowls integrieren lassen“. So kreierte sie eine Bowl aus Kichererbsen, deren Geschmack sie umhaute. „Der Kichererbsenbowl folgten weitere süße Rezepte mit Linsen, Bohnen und Kichererbsen, die mir gezeigt haben, welches bisher verborgene Potenzial in den gesunden, nachhaltigen Hülsenfrüchten schlummert“.

Rezepturen angepasst

Leider sind diese schmackhaften Bowles nicht lange haltbar und somit nicht gut für den Verkauf geeignet. Das konnte Michelle jedoch nicht entmutigen und sie begann im heimischen Backofen die Kircherbsen zu trocknen, um daraus Müsli und Riegel zu fertigen. Auf der Suche nach einem geeigneten Erbsen-Lieferanten stieß sie schließlich auf rote Linsen, die sie bereits in getrockneter Form kaufen konnte. Auch diese Hülsenfrucht ließ sich gut verarbeiten und die leidenschaftliche Hülsenfruchtliebhaberin passte ihre Rezepturen an.
Im Februar 2022 gründete Michelle ihr Startup „peas of joy“. Neben ihrer Doktorarbeit schaffte es die fleißige junge Frau, sich hilfreiche Tipps von anderen Gründern einzuholen und Online-Workshops zu belegen.

Während der Testproduktion half Michelles Mutter mit.

Während der Testproduktion half Michelles Mutter mit.

Nun steht der Launch ihrer ersten Müslisorten kurz bevor. Ab Ende Oktober kann das Bio Linsen-Granola in drei Sorten (cashew & coconut, chocolate & nuts, apple & cinnamon) online erworben werden. In einem nächsten Schritt sollen die gesunden Proteinquellen in den Regalen von Super- und Biomärkten Einzug halten. „Zunächst werden je eine Palette pro Sorte, das sind 900 Packungen, im EU Ausland produziert. Ich war lange auf Ausschau nach einem Hersteller, der mir zunächst eine kleinere Abnahmemenge zusagen konnte. Große Lebensmittelketten produzieren nicht in solch kleinen Chargen“,
schildert Michelle eine von vielen Hürden, die sie von der Idee bis hin zur Markteinführung überwinden musste. Doch die viele Arbeit hat sich gelohnt und so darf sie sich bereits über den ersten Award als bestes Food Startup freuen. „Zum Glück haben mich meine Eltern immer unterstützt und meine Mama immer gerne mit mir in der Küche experimentiert und gebacken“, freut sich die Geschäftsführerin sowohl über die Auszeichnung als auch den familiären Rückhalt. Und ihre Doktorarbeit hat sie ganz nebenbei auch noch im August abgegeben.
Mehr Informationen zu „peas of joy“ findet man unter https://peasofjoy.de/.

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