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10.05 Uhr | 11. September 2021

Hessen-Nassaus Kirchensynode beginn Tagung an historischem Reformationsort

Delegierten des EKHN-„Kirchenparlaments“ Samstag in Worms zu Gast / Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Statement erwartet

Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist am Samstagmorgen an einem historischen Ort zu einer außergewöhnlichen Tagung zusammengetreten. 500 Jahre nach dem Auftritt Martin Luthers vor dem Reichstag in Worms sind die Delegierten des mit einem Kirchenparlament vergleichbaren Gremiums in der Stadt am Rhein zu Gast. 1521 trat der Reformator für seine neuen Glaubenseinsichten vor dem Kaiser in Worms öffentlich ein. Er musste danach untertauchen. Doch die Reformation nahm weiter ihren Lauf.

Hybride Synodentagung in Worms
500 Jahre später wird die Sitzung der evangelischen Kirche hybrid abgehalten. Dabei sind unter der Leitung von Präses Ulrich Oelschläger etwa 80 Synodale vor Ort im Tagungszentrum „Wormser“ im Schatten des Doms zusammenkommen. 60 weitere Synodale sind per Video-Dienst Zoom zugeschaltet. Das ist eine kleine Premiere: Die vergangenen Sitzungen waren angesichts der Corona-Pandemie rein digital. Die Tagung wird auf der Homepage der hessen-nassauischen Kirche auch ins Internet übertragen: www.ekhn.de.

Diskussion über Zukunftsprozess geht weiter
Der Ort, der zukunftsweisend auf dem Weg der evangelischen Kirche war, passt zum aktuellen Treffen. Im Zentrum der Synodentagung steht die Weiterarbeit an dem Zukunftsprozess „ekhn2030“. Mit dem Projekt will die hessen-nassauische Kirche tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen und knapper werdenden Ressourcen begegnen. Dabei werden seit 2019 nahezu alle kirchlichen Arbeitsbereiche in einem umfangreichen Projekt unter die Lupe genommen. Auf dieser Synode stehen vor allem die Gebäudenutzung und neue Kooperationsmöglichkeiten der Gemeinden zur Diskussion. So stellt die Instandhaltung und Sanierung ihrer etwa 4.500 Gebäude die EKHN bereits heute vor enorme Herausforderungen. „ekhn2030“ sieht zugleich vor, dass die Kirchengemeinden noch stärker miteinander kooperieren und auch mit zivilgesellschaftlichen Partnern in der Nachbarschaft verstärkt Schulterschlüsse eingehen sollen.

Neu aufgenommen: Thema Afghanistan – Dreyer zu Gast in Worms
Aktuell auf die Tagesordnung aufgenommen werden soll nach dem Wunsch des Kirchensynodalvorstandes das Thema Afghanistan. Dabei soll an einer Resolution gearbeitet werden, die Bund und Länder unter anderem dazu auffordert, den bereits hier lebenden Geflüchteten eine sichere Perspektive zu geben. Als Gast wird auf der Synode wird am Samstagnachmittag gegen 14 Uhr auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer erwartet. Sie hat angekündigt, in einem Statement ebenfalls aktuelle gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen. In Worms soll gleichzeitig die frühere hessische Kultusministerin Karin Wolff für ihr ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Kirche ausgezeichnet werden. Sie wird mit der Martin-Niemöller-Medaille die höchste Ehrung der EKHN erhalten. Wolff war unter anderem fast zwei Jahrzehnte Mitglied der Kirchensynode.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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