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Hochbegabte Talente mit sommerlichem Klangzauber

KAMMERKONZERT: Meisterschüler von Joshua Epstein und Uwe Brandt zeigen ihr Können in Schloss Herrnsheim

Leyli Mussavisade und Julia Hoover meistern gemeinsam Mendelssohns Violinkonzert.

Leyli Mussavisade und Julia Hoover meistern gemeinsam Mendelssohns Violinkonzert.

Mit einem Kammerkonzert für Violine und Klavier vor begeistertem Publikum zeigten am letzten Samstag, dem 10. August, im Blauen Salon, von Schloss Herrnsheim, sieben Meisterschüler von Joshua Epstein und Uwe Brandt ihr hochprofessionelles Können. 

Kraftvoll und voll Schwung war die Artikulation von Eda Calisan bei Beethovens Frühlingssonate op.24, die Uwe Brandt ausdrucksstark am Klavier begleitete. Die erst 15-jährige kommt aus Istanbul, wo sie die Deutsche Schule besucht und nutzte die Ferien für die Teilnahme an einem Meisterkurs bei Prof. Joshua Epstein, was sie im Allegro hörbar in bestechender Klarheit und Spielfreude umsetzen konnte. 

Überrascht hielt man den Atem an, als Lisa Saterdag mit einer kurzen, aber süßen Adagio-Passage auf der Violine nach der Eröffnung des Violinkonzerts in A-Dur von Mozart einsetzte. Dies 5. Violinkonzert KV 219 gilt als das längste und anspruchsvollste des Salzburger Meisters und die 22-jährige konnte die ganze Fülle der melodisch einprägsamen Klänge mit gekonnter Phrasierung souverän zeigen. 

Höchst professionelles Niveau

Mit ihren 16 Jahren konnte Leyli Mussavisade den ersten Satz von Mendelssohn-Bartholdys Violinkonzert e-Moll op.64 auf einem höchst professionellen Niveau zeigen und mit ihrem energischen Spiel das Publikum in Bann ziehen. Gerade in der mittig im Satz platzierten Kadenz vermochte sie ein wahres Wechselbad an musikalischem Ausdruck zu eröffnen. Übergangslos setzte Julia Hoover den Vortrag fort und zeigte mit dem 2. und 3. Satz, warum dies Violinkonzert ein Liebling des Publikums wie der Virtuosen ist. Mit reifem Ton gestaltete die 22-jährige den schmerzlichen und sehnsüchtigen Mittelsatz, der sich nahtlos an den lebhaft, hüpfenden Finalsatz anschließt. Mit Leichtigkeit nahm die nicht enden wollenden Steigerungen dieses Werks und erntete gemeinsam mit Leyli Mussavisade verdienten Jubel. 

Nach der Pause zeigte Günes Oba die epische Chopin Ballade Nr.1 g-Moll op.23 mit all ihren spontanen Stimmungs- und charakteristischen Kontrastwechseln. Nach einer majestätischen Einleitung formte die 23-jährige Pianistin die ungewöhnliche Schönheit der melodischen Themen und ließ die Erzählung mit ihren weitläufigen Verläufen in äußerst eleganten und poetischen Passagen auf ihrer Klaviatur klangvoll entstehen. 

Entführung in eine Welt voller iberisch-folkloristischer Stimmung

Wie für sie maßgeschneidert schien das für den spanischen Geigenvirtuosen Pablo de Sarasate geschriebene Violinkonzert Nr.2 d-Moll op.21 von Edouard Lalo, aus dem Ece Samanlioglu die beiden ersten Sätze vortrug. Mit konzentriertem Vortrag entführte die 19-jährige ihre verzauberten Zuhörer in eine Welt voller iberisch-folkloristischer Stimmung zwischen Symphonie und effektvollem Solokonzert. Selbst in den irrwitzig höchsten Lagen überzeugte die hochbegabte Geigerin mit deutlicher Phrasierung und lupenreiner Intonation. 

Den grandiosen Schlussblock des „Klangzauber“ betitelten Konzerts bildeten fünf Werken aus vier Jahrhunderten, vorgetragen von dem taiwanesischen Geiger Sheng Hu. Mit Capricen für Solovioline von Niccolo Paganini, Camillo Sivori, Rodolfo Lipizer und Lorenzo Sbaffi zeigte er mit größter Selbstverständlichkeit, was jungen Musikern heute abverlangt wird und was sie zu leisten im Stande sind. Gemeinsam mit Uwe Brandt spielte er die technisch schwierige Violinsonate g-Moll von Giuseppe Tartini, die den programmatischen Titel „Teufelstrillersonate“ trägt. 

Erfolgsprojekt seit 2002

Zwei Wochen intensive Arbeit gingen so zu Ende: Statt in Urlaub zu fahren hatten sich 16 Teilnehmer aus China, Deutschland, Taiwan und der Türkei für die Meisterkurse der 15. Internationalen Sommerakademie Schwetzingen-Worms (ISA) angemeldet. Wolfgang Neidhöfer wies darauf einleitend darauf hin, dass die Kurse für Violine, Klavier und Kammermusik in der Lucie-Kölsch-Musikschule der Stadt Worms geplant waren, aber aufgrund von mangelndem Brandschutz man in die Musikschule der Stadt Schwetzingen ausgewichen ist. Organisatorisch betreut Michaela Simane das Erfolgsprojekt seit 2002, das unter der Schirmherrschaft von Adolf Kessel, Oberbürgermeister der Stadt Worms, und von Dr. René Pöltl, Oberbürgermeister der Stadt Schwetzingen, steht. Prof. Joshua Epstein bedankte sich bei den Musikschulen und den Städten Worms und Schwetzingen für deren Unterstützung. Zum langanhaltenden Applaus gab es Rosen für die jungen Talente von morgen. 

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