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09.24 Uhr | 18. März 2020

„In der Krise müssen wir uns gegenseitig unterstützen“

CORONA-HELDEN: Hofladen Widder & Krebs bietet kostenlosen Lieferservice für ältere und gefährdete Kunden in der Region an

Familie Krebs beliefert zweimal wöchentlich gefährdete Personen innerhalb der VG Eich, Osthofen, Ibersheim und Rheindürkheim. Fotos: Vera Beiersdörfer

Familie Krebs beliefert zweimal wöchentlich gefährdete Personen innerhalb der VG Eich, Osthofen, Ibersheim und Rheindürkheim. Fotos: Vera Beiersdörfer

VON VERA BEIERSDÖRFER | Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zum verstärkten Schutz von Risikogruppen wie u.a. älteren Menschen aufgerufen.
Generell sollten Menschen höheren Alters besonders auf die Hygieneregeln achten, ihre Kontakte so weit wie möglich reduzieren und Menschenansammlungen wie auf Veranstaltungen oder im Supermarkt meiden. Das gestaltet sich jedoch grade für Alleinlebende äußerst schwierig.

Darüber hat auch Familie Krebs, Inhaber des Eicher Hofladens Widder & Krebs, nachgedacht. „Wir wollten gerne ein Zeichen der Solidarität für unsere älteren oder auch andere gefährdeten Kunden setzen“, erklärt Christian Krebs. Daher bietet der Hofladen ab sofort allen Bürgern der VG Eich, Osthofen, Ibersheim und Rheindürkheim, die ein erhöhtes Risiko haben sich mit COVID-19 anzustecken, die Möglichkeit, Waren telefonisch unter 06246/ 324 oder auch per E-Mail an info@hofladen-krebs.de vorzubestellen.

Individuell zusammengestellt
„Zweimal wöchentlich bringen wir die individuell zusammengestellten Bestellungen dann unentgeltlich zu den betroffenen Personen nach Hause. Grade jetzt zu Beginn der Spargel­saison freuen sich unsere Kunden über regionale, frische Produkte und möchten ungern darauf verzichten“, so Krebs weiter.
Liefertage sind immer dienstags und freitags. „Wir hoffen damit einigen Menschen ein paar Sorgen zu nehmen“, erläutert seine Frau Marie.
In den vergangenen Wochen war Corona auch verstärkt ein Thema im Laden der Familie Krebs. Die Besorgnis darüber, wie es weitergeht und wie man im Ernstfall mit dem Notwendigsten versorgt werden könnte, wurde natürlich, gerade von älteren Kunden, immer wieder thematisiert, erinnert sich Brigitte Krebs.

Im Hofladen können auch weiterhin alle nicht-gefährdeten Personen ihr frisches Obst und Gemüse direkt vor Ort einkaufen.

Im Hofladen können auch weiterhin alle nicht-gefährdeten Personen ihr frisches Obst und Gemüse direkt vor Ort einkaufen.

„Appell an die  Mitmenschlichkeit“
„In dieser Krise wird häufig von rücksichtslosen Hamsterkäufen berichtet. Es war von Vätern und Müttern zu hören, die im Supermarkt nicht bereit waren, anderen Eltern auch nur ein einziges Päckchen Windeln, der im eigenen Einkaufswagen befindlichen zehn Packungen, abzugeben. Dabei ist es doch gerade jetzt wichtig, dass wir uns wo immer möglich gegenseitig unterstützen“, appelliert Marie Krebs, selbst Mutter zweier Söhne, an die Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft.

Ihre Corona-Geschichte im NK
In den kommenden Wochen wird das Coronavirus weiterhin die mediale Themen-Landschaft bestimmen. Der NK ist daher auf der Suche nach weiteren „Corona-Helden“, die in Zeiten der Krise durch ihre Ideen und Aktionen gefährdeten oder auch betroffenen Personen hilfreich zur Seite stehen.
Manch einer hat vielleicht ein positives Erlebnis oder gar eine witzige Anekdote im Zusammenhang mit Corona zu erzählen. Gerne wollen wir über ein paar Lichtblicke in dieser schwierigen Lage berichten.
Wenden Sie sich mit Ihrer Geschichte per E-Mail an redaktion@nibelungen-kurier.de, wir rufen Sie gerne zurück.

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