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11.07 Uhr | 29. Mai 2015

Instrumentarien des Neofaschismus

Ausstellung im Wormser Rathaus führt Gefahren noch bis zum 11. Juni vor Augen

OB Michael Kissel zeigt verschiedenen Tafeln der Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ mit authentischen Szenen neofaschistischer Aktivitäten.

OB Michael Kissel zeigt verschiedenen Tafeln der Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ mit authentischen Szenen neofaschistischer Aktivitäten.

Sie richten sich hauptsächlich an Jugendliche, missbrauchen die Sorgen und Ängste der Bürger für ihre Propaganda, wollen Vorurteile und Ablehnung aufbauen: Neofaschisten sind ein Problem unserer Gegenwart.

Die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten” (VVN-BdA), die nun im Wormser Rathaus von Oberbürgermeister Michael Kissel eröffnet wurde, führt die Vorgehensweisen und Instrumentarien der Neofaschisten vor Augen.

Sie erinnere aber auch eindrucksvoll an die Umtriebe des Nationalsozialismus, der nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa und viele Teile der Welt ins Unglück gestürzt habe, so der Oberbürgermeister. Der Nationalsozialismus sei in seiner Abscheulichkeit das größte Unglück der Menschheitsgeschichte gewesen. Eine Gefahr sieht der Stadtchef darin, dass das Grauen der NS-Herrschaft mitunter in Vergessenheit zu geraten scheint. „Es gibt immer wieder junge Menschen, die sich von dem faschistischen Gedankengut angezogen fühlen“, mahnte er. Der Nationalsozialismus sei eine Ideologie, die Minderheiten kategorisch ausschließe und eine systematische Erniedrigung betreibe. Als wichtiges Element der Prävention müssten Maßnahmen der sozialen Teilhabe und der Beteiligung an Projekten der Aufwertung der Wohn- und Lebensbedingungen weiter forciert werden, so OB Kissel.

In seiner Ansprache erinnerte der Stadtchef auch an die zahlreichen Gedenkveranstaltungen der Stadt, mit denen die Erinnerungen an die katastrophalen Folgen des Nationalsozialismus aufrechterhalten werden.

„Wir wollen heute mit dieser Ausstellung deutlich machen, dass Rechtsextremisten und NPD-Anhänger Feinde unserer Demokratie sind, sie gar regelrecht verabscheuen“, mahnte er.

Gleichzeitig erinnerte er an die vielen positiven Signale am vergangenen 1. Mai, als sich etliche Bürger den Demonstrationen und Veranstaltungen gegen das rechte Gedankengut angeschlossen hatten. „Ich bin dankbar dafür, dass wir dem braunen Mob zeigen konnten, dass er in unserer Stadt nicht erwünscht ist“, betonte er.

Auf verschiedenen Tafeln zeigt die Ausstellung authentische Szenen neofaschistischer Aktivitäten, lenkt den Fokus auf nationalistische Parolen, thematisiert Geschlechterdiskriminierung als Mechanismus des Neofaschismus und geht auch auf den neuen Rechtspopulismus ein. Noch bis Donnerstag, dem 11. Juni, ist die Ausstellung im zweiten OG des Rathauses zu sehen.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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