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  • Mo., 01. Juni 2026, 08:52 Uhr
    Worms Stück für Stück: Armillarsphäre als spannendes Sammlungsobjekt des Museums der Stadt Worms im Andreasstift

    Ist die Erde nicht eigentlich eine Scheibe?

    Die Wormser Armillarsphäre wird auf den Beginn des 19. Jh. datiert.
    Foto: Museum Andreasstift, Worms/Claudia Weissert

    Ist die Erde nicht eigentlich eine Scheibe? Wohl eher nicht. Der griechische Gelehrte Eratosthenes berechnete bereits ca. 200 v. Chr. den Erdumfang. Dies gelang ihm, indem er die Sonnenhöchststände zur Sommersonnenwende an verschiedenen Orten beobachtete – was auch wieder in diesem Monat am 21. Juni möglich ist.

    Schon in der Steinzeit verehrten die Menschen die Sonne und mit ihr das wiederkehrende Licht. Die länger werdenden Tage werden seit jeher in den unterschiedlichsten Kulturen als Neuanfang und Auferstehung gefeiert. Die Sommersonnenwende verkörpert den Höhepunkt – den längsten Tag des Jahres. Eine Kultstätte wie Stonehenge oder Objekte wie die Himmelsscheibe von Nebra belegen eine lange, weltweite Tradition der Sonnenbeobachtung und der Bedeutung der Sommersonnenwende.

    Seit der Antike wird zur Berechnung der scheinbaren Sonnenbahn ein Gerät namens Armillarsphäre (lat. „Armilla“ = Ring; „sphaera“ = Kugel) genutzt. Mit Hilfe von drehbaren Ringen lassen sich u. a. die Bewegungen von Sonne und Mond sowie Positionen von Sternen demonstrieren – ein bisschen wie das Ablesen einer Uhr. 

    Das Symbol der Astronomie

    Bis heute ist die Armillarsphäre das Symbol der Astronomie: Auch wenn sie für die wissenschaftliche Nutzung seit dem 17. Jh. an Bedeutung verloren hat, ist sie weiterhin vor allem ein kunstvoll gearbeitetes Instrument und auf Kunstwerken zu sehen (z. B. Botticelli, Hl. Augustinus, vor 1480).

    In der Sammlung des Museums im Andreasstift befindet sich ebenfalls eine Armillarsphäre, welche an den Anfang des 19. Jh. datiert werden kann. Etwas verblichen, aber noch erkennbar sind Zeichnungen des Tierkreises sowie französische Beschriftungen. Das raffinierte Instrument ist nun für einen Monat im Museum zu bestaunen.

     

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