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11.20 Uhr | 23. Dezember 2016
Der CDU-Bundestagsabgeordnete informierte sich in Atelierschmiede über Kurse für traumatisierte Kinder und Jugendliche

Jan Metzler unterstützt Integrationsprojekt

Jan Metzler (rechts) macht sich mit Feuereifer an die Arbeit, Joachim Harbut gibt Tipps.

Jan Metzler (rechts) macht sich mit Feuereifer an die Arbeit, Joachim Harbut gibt Tipps.

Einer nicht alltäglichen Aufgabe hat sich der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler in der Armsheimer Atelierschmiede von Joachim Harbut gestellt. Dort informierte sich der Abgeordnete nicht nur über die besonderen Projekte, die der Kunstschmied anbietet, sondern packte auch selbst an. Harbut freute sich sehr über Metzlers Interesse. Und beim Zuhauen des Metalls zeigte sich: Metzler ist als gelernter Winzer auch ein Mann der Praxis und kann heiße Eisen gelassen anfassen.
Metzler schmiedete unter der Anleitung von Harbut einen Ring. Dabei lernte er auch Harbuts Mitarbeiter Murat Sözer kennen.

Traumatisierte Kinder

Harbut lebt seine Kunst und sein Künstlertum mit großer Überzeugung. Seine Projekte sollen anderen Menschen auch helfen. Zum Beispiel denen, die geprägt und traumatisiert von einer schweren Kindheit oder Zeit, ihren Weg ins Leben oder in die Gesellschaft erst finden müssen, darunter auch Flüchtlinge. Durch das gemeinsame Schmieden in der Gruppe sollen sie neues Selbstbewusstsein schöpfen. Harbut erklärte Metzler, wie seine Schmiede-Projekte, die auch von Schulklassen und Kindertagesstätten genutzt werden, funktionieren: „Um als Gruppe ans Ziel zu kommen, müssen die Teilnehmer für viele Dinge eigene Lösungen finden. Sie müssen sich austauschen und kommunizieren, manchmal mit Händen und Füßen, wenn die Sprachen verschieden sind“. Er selbst koordiniert die Entstehung der Schmiedekunst zwar, legt dabei aber Wert auf viel Freiraum. Jan Metzler lobte diese besondere Art der Integration: „Die Teilnehmer können so spielerisch die eigenen Fähigkeiten entdecken und werden ermutigt, in der Gruppe etwas Neues auszuprobieren“.

Kunst aus Altmetall

Fantasievolle Objekte im Schmiedeatelier zeigen Ergebnisse solcher Projekte, die Harbut zum Teil auch weiterbearbeitet hat. Zu sehen ist, wie sich Altmetall und Dinge, die andere wegwerfen, in Kunstwerke verwandeln können: Man kann dort staunen über Bänke und Stühle in kunstvollen Formen, über meterhohe Weihnachtsbäume, deren Grundgerüst aus Fahrrad- und Autofelgen besteht. Und gleich am Eingang steht ein Wesen aus Eisen und Stahl, das vom Boden bis zur Decke reicht, mit einem Körper aus Drähten und Eisen-Muskeln, die pure Energie verkörpern.

Von Rodgau nach Rheinhessen

Harbut ist in Rodgau aufgewachsen, wo er im väterlichen Schmiedebetrieb seine Ausbildung absolvierte. Nach der Meisterprüfung als Schmied machte er sich selbständig. Seit 2010 arbeitet er in Armsheim freischaffend und bietet – auch mobil vor Ort – Tages- oder Wochenprojekte an.

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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