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10.26 Uhr | 18. Februar 2021

„Jedem eine Chance oder auch mehr“

JUGENDHILFEAUSSCHUSS: Bestmögliche Unterstützung für Jugendliche bei der Eingliederung in die Arbeitswelt und sozialer Integration / Prüfauftrag an Verwaltung / Bisherige Angebote fortführen

Jedem eine Chance! Im Rahmen der Jugendsozialarbeit erhalten junge Menschen in Worms bei Bedarf vielfältige Unterstützung mit weiteren Verknüpfungen zu Hilfesystemen auf dem Weg zum Übergang von der Schule in den Beruf. Foto: Luisella Planeta Leoni/Pixabay

VON STEFFEN HEUMANN | „Rettet den Jobfux“ wäre die verkürzte und plakative inhaltliche Zusammenfassung der Jugendhilfeausschusssitzung vom Mittwoch bei der Betrachtung der Wormser Angebote im Bereich der Jugendsozialarbeit. Die unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf. „Jobfüxe“ sind als Ansprechpartner an den Realschulen Plus tätig und reduzieren die Jugendarbeitslosigkeit nachhaltig. Die Weiterführung des Jobfux-Projekts mit dem bisherigen Personalschlüssel von einer Vollzeitstelle pro Schule ist nur eine Forderung im Gesamtpaket. Ralf Decker, Leiter des Kinder- und Jugendbüros der Stadt, richtete in seiner Präsentation über den „Status quo“ der Jugendsozialarbeit in Worms den Blick auf das Gesamtpaket an Hilfen.

Weiterhin längerfristige Planungen ermöglichen

Demnach wird die Verwaltung gebeten, nicht nur das ESF-Programm (Europäischer Sozialfonds)„Jobfux“ nach Prüfung der neuen Förderrichtlinien mit entsprechenden Anpassungen fortzuführen, sondern das inhaltliche Angebot des ESF-Programms Jugendscout über die Förderung hinaus mit 1,0 Personalstelle zu erhalten. Hierbei gelte es alternative Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten sowie eine Bewerbung auf das Programm Jugendberufsagenturen plus vorzunehmen, damit die Koordinierung innerhalb der Jugendberufsagentur und somit die Zusammenarbeit verbessert wird. Zudem soll die Neuausrichtung der ESF-Programme des Bundes mit Blick auf die Hilfen für junge Volljährige geprüft werden, um das Programm „Jugend stärken im Quartier“ weiter zu entwickeln.

Bald geballte Kompetenz im Liepark-Gebäude

Durch die Zusammenführung der Jugendberufsagentur (JuBA) an einem zentralen Standort im Liepark-Gebäude direkt hinter dem Bahnhof entstehe schon bald eine wichtige Anlaufstelle für alle Wormser Jugendlichen im Übergang Schule-Beruf, erläuterte Decker. Dort werden nicht nur die Angebote aus den verschiedenen Rechtskreisen an einem Ort zusammengefasst, sondern auch Kompetenzen gebündelt, um Jugendlichen eine zielgerichtete Unterstützung anzubieten. Dies wäre gerade in der derzeitigen Situation unbedingt erforderlich, da viele Jugendliche im Anschluss an die Schule große Schwierigkeiten haben, auf dem Ausbildungsmarkt Fuß zu fassen.

Von niedrigschwellig bis Einzelfallbegleitung

„Wir müssen alle erreichen, die mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen haben“, so Ralf Decker. Vom Jobfux über die Schulsozialarbeit an den Berufsbildenden Schulen oder den Jugendscout als niedrigschwelliges Beratungsangebot bis zur Kompetenzagentur mit Einzelfallbegleitung für Jugendliche, die bislang durchs Netz der Hilfen gefallen sind. Eine entsprechende Weichenstellung durch die Politik wäre daher zielführend, zumal die Begleitung der Jugendlichen oft viele Jahre in Anspruch nehme. „Alle Bildungsgänge fragen Schulsozialarbeit nach“, unterstreicht der Leiter des Kinder- und Jugendbüros. Der Bedarf hinsichtlich einer weiteren Orientierung sei groß.

Sozialdezernent Waldemar Herder hob die Vielfalt der vorhandenen Angebote hervor. „Das bietet jedem Jugendlichen eine Chance, sogar eine zweite oder dritte“, fügte Herder an. Allerdings dürften die ESF-Projekte nicht wegfallen. Nur durch Netzwerken könne man gezielt Abhilfe schaffen – und das sei in Teilen bereits geglückt. Weitere Infos zum Thema unter www.kijub-worms.de

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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