Sie sind hier: Home » Worms und Ortsteile » „Keine Schuldzuweisungen, kein Notstand, aber Handlungsbedarf!“
18.46 Uhr | 15. Januar 2020

„Keine Schuldzuweisungen, kein Notstand, aber Handlungsbedarf!“

HAUPT- UND FINANZAUSSCHUSS: Vorstellung der Kindertagesstättenbedarfsplanung 2019 offenbart großes Ausmaß eines keineswegs rein Wormser Dilemmas / Container-Kita in Prinz-Carl-Anlage schnellstmöglich realisieren / Klagewelle und Eltern-Demo nicht ausgeschlossen

Der Stadtrat diskutierte über die Etablierung eines Rheinhessen-Abschusses.

VON STEFFEN HEUMANN Der NK berichtete in seiner Ausgabe am Mittwoch über die anstehende Präsentation zur Kindertagesstättenbedarfsplanung 2019 im Haupt- und Finanzausschuss. Der empfahl dem Stadtrat heute nicht nur einstimmig die Fortführung des Ausbaus der Kindertagesbetreuung im Umfang von ca. 241 weiteren Plätzen für unter 3-jährige zur Erreichung der beschlossenen Ausbauziele (insgesamt 805 Plätze). Der Rat soll auch schnellstmöglich den Weg für die Realisierung einer Container-Kita auf dem Gelände der Prinz-Carl-Anlage frei machen. Eine gemeinsame Forderung von CDU und SPD, um wenigstens einen Teil der immensen Betreuungslücke schließen zu können.

Mit seiner Präsentation sorgte Jugendhilfeplaner Tobias Schasse für einen Weckruf. Schasse verdeutlichte mit der Erläuterung zur Bedarfsplanung das immense Ausmaß an Unterversorgung in Fragen der Kinderbetreuung. Das Dilemma und die Diskrepanz zwischen den Ist-Zahlen und den Ausbauzielen setzten eine ernüchternde Debatte in Gang. Sozialdezernent Waldemar Herder brachte es auf den Punkt: „Wir diskutieren seit Jahren, passiert ist nichts, jetzt müssen wir die notwendigen Schritte ergreifen und schnell umsetzen.“ In der Tat. Seit 2012 konnte die Stadt als Träger kein Projekt abschließen, um den dringend erforderlichen Bedarf an Betreuung abzufedern. Das jüngste Vorhaben in der Gibichstraße wurde seitens der Wohnungsbau gesteuert.

Klagewelle und Eltern-Demo nicht ausgeschlossen

„Mehr Geburten, mehr Zuzüge nach Worms“, nannte Tobias Schasse Gründe für den Anstieg an Kindertagesbetreuung. Ein Trend, der aus Sicht des Jugendhilfeplaners auch in der nahen Zukunft anhalten wird. Daten aus dem Melderegister seien ein Indiz für die künftige Entwicklung und würden diese Miniprognose erlauben, so Schasse. Waldemar Herder zeichnete ein düsteres Szenario. „Es gab noch keine Klagen“, so Herder und verweist auf den bestehende Rechtsanspruch. „Das könnte sich schnell ändern“, befürchtet Herder eine Klagewelle gegen die Stadt und Eltern, die für ihr Recht vor dem Rathaus demonstrieren.

Was die Opposition denkt, wie der Baudezernent die Lage analysiert und warum Dr. Klaus Karlin (CDU) nicht nicht von einem Notstand spricht, aber Handlungsbedarf sieht, lesen Sie im Bericht am Samstag im Nibelungen Kurier

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Worms und Ortsteile

Kommentare sind geschlossen