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13.45 Uhr | 3. August 2022
BUND WORMS: Stellungnahme zur Ausweisung eines neuen Industriegebietes im Mittelhahntal

„Keine weitere Naturzerstörung mehr“

Der BUND-Worms ist entschieden gegen die Ausweisung neuer Industriegebiete wie beispielsweise im Mittelhahntal. „Seit Jahrzehnten erleben Umweltschützer das gleiche Ritual. In Sonntagsreden bekennen sich Politiker aller Parteien zu mehr Umweltschutz. Geht es aber um die konkrete Umsetzung, wird das alles vergessen. Konkretes Beispiel: Die Stadt Worms ist Mitglied im Bündnis `Kommunen für biologische Vielfalt`, Mitglied im `Klimabündnis der Städte`, Mitunterzeichner des `Mayors Adapt` und sie hat sich zur Umsetzung der Lokalen Agenda bekannt. Niemand hat die Politik dazu gezwungen, aber mit all diesen freiwilligen Initiativen hat sie sich zu weitreichenden Maßnahmen verpflichtet u.a. auch dazu, das Siedlungswachstum zu begrenzen. Und es tut sich ja auch etwas. Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung an der der Umsetzung eines Aktionsplanes zur Anpassung an den Klimawandel. Sogar ein Hitzetelefon wird eingerichtet, um alte Menschen vor gesundheitlichem Schaden zu bewahren. Aber was passiert zur gleichen Zeit: Es soll im Mittelhahntal ein neues, über 40 Hektar großes Industriegebiet gebaut werden. Dieses Gebiet weist nicht nur äußerst wertvollen Ackerboden auf, es versorgt die Innenstadt auch mit kühler Frischluft. Dort ist die Klimaanlage von Worms. Die Diskrepanz zwischen Reden und Handeln ist unerträglich. Dies zerstört Vertrauen und beschädigt unsere Demokratie. Warum macht die Politik sich nicht ehrlich und bekennt sich für das eine oder das andere“, klagt Michael Leukam, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe in Worms.

„Die Wahrheit ist unbequem“

„Man kann nicht Flächen versiegeln und gleichzeitig den Boden schützen. Man kann nicht neue Hitzeinseln schaffen und gleichzeitig die Kaltluftzufuhr erhalten. Man kann nicht Hallen bauen und gleichzeitig Nahrungsmittel erzeugen. Man kann nicht Emissionen reduzieren und neue Industriegebiete ausweisen. Die Wahrheit ist unbequem, aber die Zeit des Lavierens ist zu Ende. Wir müssen uns entscheiden, ob wir weitermachen wie bisher oder ob wir es ernst meinen mit einer nachhaltigen Entwicklung“, so Leukam

„Keine weitere Zerstörung wertvoller Ackerböden“

„Jeden Tag werden in Deutschland 60 Hektar Land versiegelt. Jeden Tag sterben 150 Tier- und Pflanzenarten weltweit aus. In Europa brennen die Wälder, verdorren die Felder und tausende Menschen sterben an den Folgen der Hitze. Weltweit hungern 800 Millionen Menschen – und es werden jeden Tag mehr. Angesichts dieser existentiellen Krisen darf es keine weitere Flächenversiegelung und keine weitere Zerstörung wertvoller Ackerböden mehr geben. Wer dies dennoch fordert, macht sich schuldig. Stattdessen müssen wir alles daransetzen, unsere Städte grüner zu machen, Flächen zu entsiegeln, Emissionen zu senken, Abfälle zu vermeiden und die Natur zu schützen“, fordert Leukam.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

Ein Kommentar für "„Keine weitere Naturzerstörung mehr“"

  1. Jo Cody sagt:

    Täglich kommen Menschen aus verschiedensten Ländern und aus den verschiedensten Gründen nach Deutschland. Diese müssen irgendwo wohnen. Wohnungen fehlen überall, und werden gebaut, ergo Flächen müssen versiegelt werden. Wenn man in Prospekten liest dass z.B. Kartoffeln aus Ägypten importiert werden und Früchte aus Südamerika frage ich mich warum sowas nicht unterbunden wird. Energieverschwendung en masse, CO 2 Ausstoß en masse.
    Fluggesellschaften fliegen bewußt Leerflüge damit Slots bestehen bleiben obwohl jeder weiß daß das Augenwischerei ist, nichts passiert und hierdurch wird signifikant das Klima zerstört, das wird nicht erwähnt.
    Ich glaube dass sich nicht viel ändern wird weil die Industrie und damit die Profitgier die Politik lenkt, und die sich Lenken läßt. Große rhetorische Reden schwingen können alle.
    Ein anderes Thema ist Plastik, was bekannterweise aus Erdöl produziert. Es ist doch überall offensichtlich daß nicht weniger sondern immer mehr davon produziert wird, egal wohin man schaut, man muß das nehmen weil keine andere Wahl bleibt. Früher z.B.war Motoröl in Blechkanistern, heute nur noch Kunststoff. Die Schrottplätze laufen über (siehe B 9 neben der Kläranlage) Das wäre nachhaltiges Recycling. So gibt es noch etliche Beispiele für Umweltfrevel der so gut wie ungebremst weitergeht. Der deutsche Michel regiert halt und wird weiterhin seinen Job machen.

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