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16.27 Uhr | 9. Juni 2021

Kinder selbstbewusst, sicher und stark gemacht

SeSiSta: Gewaltpräventionskurs zum dritten Mal zu Gast im Familiennetzwerk Worms-Neuhausen / Für Kinder im letzten Kindergartenjahr und Hortkinder

Wenn Kinder in die Schule kommen, gewinnen sie schnell an Selbständigkeit hinzu. Der Schulweg muss häufig allein zurückgelegt werden und die Pausensituation auf dem Schulhof ist eine ganz andere als das behütete Spielen in der Kita. Für die Hortkinder ist es der Wechsel auf die weiterführende Schule, der neue Konfliktsituationen mit sich bringen kann. Es ist wichtig, mögliche Konflikt- und Gefahrensituationen rechtzeitig erkennen und richtig einschätzen zu können und zu wissen, wie man deeskalierend handeln kann. SeSiSta hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder jeden Alters in speziell auf sie zugeschnittenen Kursen selbstbewusst, sicher und stark zu machen.

Bereits zum dritten Mal konnte das Familiennetzwerk Worms-Neuhausen, bestehend aus den Kitas Pusteblume, Kindertreff 93 und Liebenauer Feld, diesen Kurs nun für die Kinder im letzten Kindergartenjahr anbieten.
Erstmalig fand auch ein separater Kurs für die Hortkinder des Kindertreff 93 statt. Finanziert wurde das Angebot mit Mitteln aus dem Landesprojekt „Kita!Plus“, an dem sich das Netzwerk seit dem Jahr 2014 beteiligt und das – sehr zum Bedauern der beteiligten Kitas – Mitte des Jahres in der jetzigen Form endet.

Nachdem der Kurs im vergangenen Jahr coronabedingt ausfallen musste, war es in diesem Jahr möglich, die Übungseinheiten im Freien abzuhalten. Zum Glück spielte das Wetter mit – es blieb trocken und obwohl es am frühen Morgen noch recht kalt war, waren die Kinder mit Feuereifer bei der Sache und lauschten konzentriert, was Übungsleiter Jürgen Mörixbauer ihnen erzählte. Die Kinder der Kitas Liebenauer Feld, Pusteblume und Kindertreff 93 lernten im Kurs an fünf Tagen wichtige Dinge, z.B. was eine „Pappnase“ ist und wie man sie erkennt. Eine Pappnase ist nämlich jemand, der gerne Kinder ärgert. Die Antworten der Kinder auf die Frage, woran man eine Pappnase erkennt, waren ganz typisch: „An der schwarzen Kleidung“, „An einer Maske im Gesicht“, „Er hat eine Waffe dabei“. Kursleiter Jürgen Mörixbauer machte deutlich, dass jeder eine Pappnase sein kann, egal ob Kind oder Erwachsener und dass Pappnasen ganz normal aussehen. Deshalb lernten die Kinder auch gleich die erste Grundregel: „Spricht mich jemand an, geh‘ ich einfach weiter dann“.

Wichtige Trainingspartner

Anhand von Rollenspielen wurde die Anwendung der Regel eingeübt und die Kinder gewannen Vertrauen in ihre Fähigkeit, in kritischen Situationen richtig zu handeln. Im Verlauf des Kurses wurden drei weitere Grundregeln erlernt und immer wieder praktisch eingeübt. Die Kinder erfuhren, was ein Kinderschutzraum ist und wie man dort Hilfe sucht. Ein wichtiger Tipp für die Kinder: „Lernt die Telefonnummer eurer Mami auswendig, denn euren Kopf habt ihr immer dabei!“ Hier kommen die Eltern als wichtige Trainingspartner ihres Kindes ins Spiel. Da das erlernte Verhalten immer wieder geübt werden muss, wird noch vor den Sommerferien ein begleitender Elternabend stattfinden, bei dem sich die Eltern über die Kursinhalte informieren und Fragen stellen können.

Praktische Übung

Zum Abschluss des Kurses gab es noch einmal eine wichtige praktische Übung. Die Kinder passierten das Auto des Kursleiters und wurden von ihm angesprochen; nachdem er ihnen an den beiden vorigen Tagen bereits Spielzeug angeboten und sie mit Hundebabys gelockt hatte, bat er sie heute um Hilfe: Die Kinder sollten seine Jacke vom Boden aufheben und ins Auto legen. In der Realität eine gefährliche Situation, aber die Kinder haben in dieser Woche viel gelernt: Alle gingen am Auto vorbei ohne anzuhalten – selbstbewusst, sicher und stark!

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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