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21.22 Uhr | 31. Juli 2020

„Kontrollen führen zu Ergebnissen“

SICHERHEIT IN WORMS: Kooperation zwischen Polizei und Ordnungsbehörde soll intensiviert werden

Sinkende Fallzahlen (1.214) und eine höhere Aufklärungsquote (23 Prozent) kennzeichnen die Statistik der Straßenkriminalität der Stadt Worms für das Jahr 2019. Polizei und Ordnungsbehörde wollen die Zusammenarbeit intensivieren, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern. Foto: Klaus Hausmann/Pixabay

VON STEFFEN HEUMANN | Nach den Ereignissen in der Rheinstraße, wo am 30. Mai bei einer massiven Auseinandersetzung ein 54-Jähriger durch einen Schuss in den Bauch schwer verletzt wurde, laufen die Ermittlungen weiter. Zwei Beschuldigte der türkischen Familienfehde, bei der auch das Thema Schutzgeld eine Rolle spielen soll, sitzen in U-Haft. Für die weitere Klärung von Hintergründen ist die Kriminaldirektion in Mainz zuständig.
Die Kollegen aus Worms kümmern sich derweil um die Verhinderung weiterer Gefahrenlagen und die Sicherheit vor Ort. Kriminaloberrat Danilo Lange, Leiter der Kriminalinspektion Worms, erläuterte die schwierige Einsatzabwicklung am Tatort. Dass nicht mehr Details an die Öffentlichkeit getragen würden, habe ermittlungstaktische Gründe, so Lange.

Um das Sicherheitsgefühl zu stärken, zeige die Polizei im Bereich Rheinstraße, aber auch in der gesamten Stadt mehr Präsenz. „Wir sind vor Ort, gemeinsam mit der Ordnungsbehörde und mit den Bürgern im Gespräch“, betonte der Kriminaloberrat. Die Kontrollmaßnahmen hätten Wirkung, aber, ebenso wie am Bahnhof, in der Fußgängerzone oder dem Albert-Schulte-Park sei die vorbeugende Bekämpfung von Straftaten das Ziel. Gemeinsame Kontrollgänge der Beamten mit den Mitarbeitern der Behörde seien wichtig. Der Erfahrungsaustausch sei dabei ein elementarer Bestandteil. Dass es Handlungsbedarf gibt, zeigt das Ergebnis von Kontrollen, die am 3., 14. und 27. Juli in der Stadt durchgeführt worden seien. Festgestellt wurden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, gegen das Waffengesetz, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Dokumentenfälschungen, Verstoße gegen das Aufenthaltsrecht, die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und schließlich konnten noch zwei Personen dingfest gemacht werden, die zur Fahndung ausgeschrieben war.

Kriminalitätslage auf 
niedrigem Niveau
Wilder Westen in Worms? Mitnichten. Danilo Lange klärte auf, dass die Analyse der Kontrolle und die Auswirkungen auf künftige Entwicklungen von Bedeutung sei. Was Straftaten betrifft, verzeichne Worms im Vergleich mit anderen Städten im Land den niedrigsten Stand. 7.900 Straftaten wurden 2019 aufgedeckt, eine seit Jahren rückläufige Tendenz. Die Straßenkriminalität stehe besonders im Fokus der Bürger, betonte Lange. Diese mache einen Anteil von 18 Prozent aus, die Aufklärungsquote betrage 23 Prozent.

Erreichbarkeit rund 
um die Uhr
Angelika Zezyk, Bereichsleiterin Sicherheit und Ordnung sowie Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek informierten, dass durch den Kommunalen Vollzugsdienst auch die Sonntagspräsenz ausgebaut werde. Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie werde man präventiv tätig, so Zezyk, „und ahnde Verstöße in der Gastronomie, etwa gegen die Hygienerichtlinien.“ Hinter die Kulissen zu schauen sei aber nicht möglich, da Lebensmittelkontrollen nicht mehr zum Aufgabenbereich zählen. Erstmals bilde die Stadt im Verwaltungsbereich für den Kommunalen Vollzugsdienst aus. „Es gibt bislang für diesen Bereich gar kein Berufsbild“, ergänzte Hans-Joachim Kosubek, der mit der entsprechenden personellen Ausstattung schnellstmöglich im Schichtdienst rund um die Uhr für die Belange der Bürger eine Erreichbarkeit schaffen möchte.

Auf die zweite Welle 
vorbereitet
Zwei Azubis beginnen nach den Ferien ihre dreijährige Ausbildung. Ob Lärmmessungen oder das ordnungsgemäße Parken – man stehe im Dialog mit dem Bürger, wie Angelika Zezyk berichtete. Rückläufigere Fallzahlen seien zwar wünschenswert, aber im Hinblick auf ansteigende Corona-Zahlen befürchtet die Bereichsleiterin, dass wieder verstärkt Einsätze gefahren werden, um der teils laxen Handhabung der Vorschriften entgegenzuwirken. Wegen Corona-Verstößen seien rund 400 Verfahren anhängig. Die Verwaltung sei auch auf eine zweite Welle vorbereitet, fügte Zezyk an.

Mehr Kontrollen – mehr Ergebnisse
Oberbürgermeister Adolf Kessel zog eine positive Bilanz der bisherigen Zusammenarbeit. „Verstärkte Kontrollen führen auch zu Ergebnissen“, fügte Kessel an. In Bälde sei auch wieder ein Zusammentreffen des Kriminalpräventiven Rates geplant. Im intensiven Austausch würden dann sicherheitsrelevante Themen besprochen. Darunter auch die Frage, warum sich Gastronomen in Worms am Tresen mit einem Teleskopschlagstock „schützen“ müssen. Eine der Auffälligkeiten bei Gastronomiebesuchen rund um die Rheinstraße, die, wie Kriminaloberrat Danilo Lange äußerte.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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