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18.34 Uhr | 2. Mai 2020

„Kundgebung hätte abgebrochen werden müssen“

Block TddZ Worms: Nach Neonazi-Kundgebung am 1. Mai fordert Bündnis ein Verbot des Naziaufmarsches am 6. Juni 

Mit einer Kundgebung zu rechtsradikalen Inhalten und elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer war die Partei „Die Rechte“ Südwest bzw. „Kameradschaft Rheinhessen“ ausgerechnet am 1. Mai am Wormser Hauptbahnhof präsent. Relevanz erhält die Versammlung durch den neonazistischen „Tag der deutschen Zukunft“, der Worms am 6. Juni droht und – von der Partei „Die Rechte“, der NPD und anderen rechten Organisationen organisiert – diverse Rechtsradikale in einer größeren Demonstration zusammenführen soll.

 Ca. 50 antifaschistische Bürgerinnen und Bürger aus Worms und Umgebung protestierten am 1. Mai in Sicht- und Hörweite der Nazis, darunter viele Aktivistinnen und Aktivisten des Bündnisses„Block TddZ  Worms“. Das Bündnis, dem neben lokalen Aktivistinnen und Aktivisten, regionale und landesweite zivilgesellschaftliche und antifaschistische Organisationen angehören, ruft dazu auf, sich dem Naziaufmarsch am 6. Juni aktiv entgegenzustellen.

Neonazis ohne Masken
Kritik übt das Bündnis aus dem nach seiner Ansicht nachlässigen Umgang seitens der Stadt Worms mit den Neonazis. So sei in der Presse zu lesen gewesen, für die Rechtsradikalen hätten strenge Hygienevorschriften sowie eine Maskenpflicht bestanden. „Beobachten konnten wir vor Ort hiervon nichts“, so Luise Neubert, eine der Sprecherinnen des Blockadebündnisses. Ihre Fotos zeigten unter anderem verschiedene  Neonazis ohne Masken. Ein weiterer Neonazi trage eine Sturmhaube. Anlass für einen Abbruch der traurigen Veranstaltung hätte damit bestanden. 

Jonathan Zell ergänzt: „Bezüglich des Naziaufmarsches im Juni erwarten wir von der Stadt ein deutlich strengeres Vorgehen. Nazis stellen bereits ohne Corona eine Gefahr für alle dar, die nicht in ihr rassistisches, sexistisches und antisemitisches Weltbild passen. Wenn diese tatsächlich versuchen sollten durch die Wormser Innenstadt zu marschieren, wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer Situation führen, die mit dem Infektionsschutz nicht mehr vereinbaren lässt“.  Das Bündnis fordert daher von der Stadt Worms ein Verbot der Versammlung und kündigt für den Fall dessen Stattfindens massive Gegenproteste an. 

Kritisiert wurde von Seiten des Block TddZ Worms auch, dass keine Nasen-Mund-Masken getragen wurde.

Kritisiert wurde von Seiten des Block TddZ Worms auch, dass keine Nasen-Mund-Masken getragen wurde.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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