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12.30 Uhr | 24. Juli 2023
WORMS: Der Mario-Adorf-Preis wurde zum fünften Mal verliehen

Lena Urzendowsky erhält den „Gläsernen Drachen“

v.l.: OB Adolf Kessel, Jürgen Breier (SCHOTT AG), Künstlerische und Technische Betriebsdirektorin Petra Simon, Preisträgerin Lena Urzendowsky, Regisseurin Pınar Karabulut, Kuratoriumsmitglied und Moderator Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Geschäftsführer Sascha Kaiser. Foto: Bernward Bertram

 

In diesem Jahr kann sich die Schauspielerin Lena Urzendowsky über den Mario-Adorf-Preis freuen. Sie ist als Brynhild in einer der Hauptrollen in der gleichnamigen Inszenierung vor dem Wormser Dom zu sehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von dem gebürtigen Wormser Unternehmer Harald Christ gestiftet. Daneben gibt es eine gläserne Stele mit einem Drachen-Motiv des Illustrators Hendrik Dorgathen, die der Spezialglashersteller SCHOTT spendet.

Auch in diesem Jahr blieb es spannend bis zum Schluss, welches Festspielmitglied für seine künstlerischen Leistungen auf oder hinter der Bühne den Mario-Adorf-Preis erhält. Die diesjährige Uraufführung „BRYNHILD“ von Maria Milisavljević unter der Regie von Pınar Karabulut ging der Frage nach, ob ein Held oder eine Walküre eigentlich immer den ihnen zugeschriebenen Rollenerwartung entsprechen müssen?

Die Preisverleihung mit Lena Urzendowsky fand vor der Derniere im Heylshofpark im Beisein von Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel statt. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung von Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte moderiert. Das Kuratorium der Nibelungen-Festspiele, das aus 16 namhaften Personen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien besteht, bildet die Jury und entscheidet, wer den Preis erhält.

Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte zur Entscheidung des Kuratoriums: „Der Mario-Adorf-Preis geht in diesem Jahr an Lena Urzendowsky. Sie spielt unnachahmlich die Brynhild vor dem Wormser Dom. Die Jury hat damit erstmals eine titelgebende Hauptperson des Stücks ausgezeichnet. Ihre Rolle ist unerwartet und da ist schauspielerische Komplexität gefragt, die sie einbringt: Wie setze ich meine eigene Geschichte gegen den epigonenhaften Nibelungenstoff durch? Wie spielt man eine Walküre, die gar nicht kämpfen will? Da braucht man viel Zumutungsmut, den Lena Urzendowsky mit souveränem Selbstverständnis in Szene setzt. Darin steckt auch sehr viel Veränderungszuversicht, die sie spielt, weil sie aus gewohnten Rollen ausbricht. 
Die Jury freut sich, dass wir Lena Urzendowsky hier in Worms erleben durften. Wir staunen über ihre Leistungen und zeichnen sie mit großer Überzeugung mit dem diesjährigen Mario-Adorf-Preis aus.“

Die Preisträgerin Lena Urzendowsky sagte bei der Verleihung: „Vielen Dank an die Jury für diesen Preis, der mir besonders viel bedeutet, weil ich ihn für meine erste Theaterrolle bekomme…wir leben in einer Welt, in der die wichtigsten Entscheidungen von Menschen mit Geld und Privilegien getroffen werden. Gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei zu leben, ist für die Mehrheit der weiblich gelesenen Personen in aller Welt ein fernes Ziel. Deshalb möchte ich die Hälfte des Preisgeldes in Höhe von 5.000 Euro an HÁWAR.help spenden. HÁWAR.help setzt sich für eine Welt ein, in der sich jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Glauben, Geschlecht oder Lebensweise selbstbestimmt und in Sicherheit entfalten kann. Eine Welt, in der die Menschenrechte als höchstes Gut geachtet werden und Frauen und Kinder keine Angst haben müssen, Chancen zu ergreifen und groß zu denken. Die andere Hälfte ebenfalls in Höhe von 5.000 Euro möchte ich an Sea-Watch e.V. spenden, eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer verschrieben hat. Und angesichts der humanitären Katastrophe akute Nothilfe leistet.“

Seit 2018 wird die Auszeichnung bei den Nibelungen-Festspielen vergeben, die nach dem Schauspieler Mario Adorf, Mitbegründer der Festspiele und Kuratoriumsmitglied, benannt ist. Im ersten Jahr erhielt die Schauspielerin Ursula Strauss den Preis, in 2019 wurde die Darstellerin Lisa Hrdina geehrt, 2021 das Ensemblemitglied Barbara Colceriu und im vergangenen Jahr Tontechniker Marius Feth und sein Team.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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