
In Carlo Goldonis Meisterwerk der Commedia dell’arte „Diener zweier Herren“ transformiert John von Düffel den ewig hungrigen Diener Truffaldino aus der Provinz Bergamo ins beschauliche Pforzheim der 1970er-Jahre und macht aus ihm kurzerhand den ewig hungrigen Kemal. Wenn es daheim keine Arbeit gibt, muss man halt sein Glück in der Fremde suchen. Und wo sonst, als im aufstrebenden Baden-Württemberg, gibt es 1973 lukrativere Jobs und schmackhafteres Essen? Leider hat Kemal seine Rechnung ohne den Wirt gemacht, der hier Gundolf heißt und das Hotel-Restaurant „Zum Goldenen Carlo“ führt, zusammen mit Rosi, seiner sehr heiratsfähigen Tochter, und Blondina, einer ebenso resoluten wie italienischen Gastronomiearbeiterin. Und die gefällt Kemal sehr! Da hilft nur eins: Ein Job muss her, denn Taschen und Magen sind leer. Aber warum nicht gleich zwei Jobs, dann gibt’s doch auch doppelt Essen? Gesagt, getan. Aber schon sieht Kemal sich in einem Dilemma, zwei Herren zu dienen: einem schwedischen Filmproduzenten und einem seltsamen Mafioso, wobei letzterer sich als Herrin entpuppt, die wiederum dem feschen Schweden verfallen ist. Flankiert wird Kemals Suche nach Essen und Anerkennung vom mysteriösen Tod eines gewissen Federico Rasponi, Spross eines italienischen Clans mafiöser Abstammung aus Mannheim, der plötzlich und quicklebendig die Hochzeit seiner ehemaligen Verlobten Rosi mit dem triebgesteuerten Anwaltssohn Siegfried sprengt und Ansprüche auf die Ex und vor allem deren Mitgift erhebt. Oder geht es hier um Schutzgeld? Zumindest Frau Lombardi will sich nicht damit abfinden, die lukrative Hochzeit ihres Sohnes Siegfried mit der Wirtstochter platzen zu lassen, und zieht vor Gericht … Werden am Ende doch noch alle Töpfe ihren Deckel finden?
Getreu dem Motto „lieber Maultaschen für alle als Maulschellen für mich!“ erlebt das Publikum Kemal in der Rolle seines Lebens: als Doppel-Diener im Turbogang und als gastronomischer Wirbelwind in Gundolfs schwäbischer Perle der Gastlichkeit.
Das Stück wird am Freitag, dem 21. November, um 20 Uhr im Wormser Theater aufgeführt.
Tickets gibt es u.a. beim Nibelungen Kurier, Siegfriedstraße 22 in 67547 Worms, sowie bei allen weiteren bekannten Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen. Der Eintrittspreis beträgt zwischen 19 und 28 Euro (an der Abendkasse jeweils 2 Euro höher).