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Mit Bischof, Fürst und Ritter auf Raiffeisens Spuren

LandFrauen aus dem Kreis Worms erkundigen den Westerwald / 200-jährigen Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Die LandFrauen im Kreis Worms auf Raiffeisens Spuren.

Schon im letzten Jahr hatte Helga Seelbach, pädagische Fachreferentin der ev. Landjugendakademie Altenkirchen, auf den 200-jährigen Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen aufmerksam gemacht und kurzerhand mit den LandFrauen eine Spurensuche des Sozialreformers als Wander-Auszeit geplant. Die Gruppe war schon 2 Mal auf ähnlichen Wandertouren zu anderen Themen rund um Altenkirchen, fanden sich auch diesmal Abenteuerlustige, die sich per Bahn auf den Weg in den Norden von Rheinland-Pfalz machten. Hierbei ist der Weg das Ziel und so manche ungeübte Bahnfahrerin fand Gefallen daran, lernte man sich so schon unterwegs mit wechselnden Sitznach-barinnen besser kennen. Nach der langen Anreise und Abendessen gab es erste Infos über die nächsten Tage, und das war nicht wenig. Täglich nach Frühstück und Proviant-Zusammenstellung führte der Weg von der Akademie hinab zum Bahnhof, von dort wurde stets die erste Etappe per Bahn oder Bus zurückgelegt. Dabei bemerkten die Rheinhessinnen recht schnell den Unterschied kennen, wie gut die Taktung des Nahverkehrs an der Rheinschiene im Gegensatz zum Westerwald ist.
Doch man erreichte Obererbach, wo der Zug fast am Bahnhof vorbeifuhr und Ulf Bischof zum Empfang stand. Mit dem ausgebildeten Raiffeisen-Botschafter ging es quer durch den Wald und über Stock und Stein, fast auch durchs Wasser, um erfahrbar zu machen, wie man sich zu Raiffeisens Zeiten vor dem, durch ihn initiierten Straßenbau, von A nach B bewegen musste. Der Hobby-Naturforscher, der ursprünglich Förster werden wollte wusste auch allerhand über Vögel, Tiere und verschiedene Pilze zu erzählen. Natürlich erklommen fast alle den Raiffeisenturm auf dem Beulskopf, um die Aussicht zu genießen, bevor in Hamm an der Sieg das Geburtshaus zu sehen war. Nach der Pause führte der Weg zum Kloster Marienthal und erschöpft, per Bahn, zurück zum Abendessen.
Der Raiffeisenbotschafter Stephan Fürst stand in Schürdt parat. Vorbei an einem Biohof, über den es auch viele Infos gab, führte die Tour nach Flammersfeld, wo das Raiffeisenhaus mit seinem reichhaltigen Inventar und historischen Dokumenten von vergangenen bewegten Zeiten Zeugnis gibt. Auf dem Weg zum „Milchheisje“ das zum Milchviehbetrieb Fey gehört kommt es noch zu einer besonderen Begegnung mit dem legendären „Räuber Balzar“, aus dessen kurzem Leben (1769-1797) Stephan Fürst einiges zu berichten weiß. Nach seiner Laufbahn als Soldat, Räuber und Franzosen-mörder wird er schließlich erschossen.
Bei frischer Milch oder Kaffee lässt es sich gemütlich in der Sonne pausieren und Seniorchefin Fey bei der Vorstellung des Betriebes zuhören. Im Gold-Dorf Mehren mit seinen schmucken Fachwerk-häusern hätte man gerne länger verweilt, doch Luigi mit dem Linienbus konnte nicht warten und gab uns dafür während der Fahrt Infos zur Region. Abends gibt es eine Gesprächsrunde über den Wandel in der Landbewirtschaftung und einen sehenswerten Film über das Wirken Raiffeisen und das Genossenschaftswesen. Am vorletzten Tag fährt die Gruppe „stadtfein“ nach Neuwied, eine kurvenreiche Busfahrt ist nicht nur lustig und die meisten sind froh, als die Endstation erreicht ist. Sehenswertes bietet das Städtchen, wo auch Raiffeisens letzte Station im Stadtteil Heddesdorf war.
Die Innenstadt erkundet die Gruppe mit Stadtplan versehen, der alle sehenswerten Punkte, wie Marktkirche, Herrnhuter Viertel, Pegelhaus, Schloss, historisches Rathaus und vieles mehr aufführt. Am Nachmittag übernimmt Botschafter Björn Ritter ab dem Raiffeisendenkmal die Führung und hat immer noch Neues, speziell über die Heddesdorfer Jahre und auch Tochter Amalie zu berichten und zum Abschluss an die Häuser und Grabstätte der Familie Raiffeisen führt. Am Abreisetag war keine Wanderung angesagt, nach einer kleinen Andacht befasst sich die Gruppe mit Helga Seelbach über die Wirkung der sozialen Reformen auf die Rolle von Frauen in Arbeitswelt, Familienleben und politischer Teilhabe. Ein Weg der auch zum Wahlrecht für Frauen führt. Vollge-spickt mit Daten, Fakten und schönen Eindrücken ging es per Bahn zurück nach Rheinhessen.

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