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01.19 Uhr | 9. Juni 2021

Mit Durchhaltevermögen Notbetrieb aufrecht erhalten

STADTBIBLIOTHEK WORMS: Jahresbericht 2020 von Auswirkungen der Pandemie geprägt / Gestiegene Nachfrage nach digitalen Medien

Haus zur Münze. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN | Am Dienstag nahm der Bildungs- und Schulträgerausschuss den vorgelegten Jahresbericht der Stadtbibliothek für das Jahr 2020 zur Kenntnis, der, wie viele andere Kultur- und Bildungseinrichtungen stark von den Auswirkungen der Pandemie geprägt ist. An 247 Tagen konnte das engagierte Team der Stadtbibliothek immerhin einen Notbetrieb für die Öffentlichkeit aufrechterhalten, der den Rückgang im Kerngeschäft der Medienausleihe verständlicherweise nicht kompensieren konnte, wie Cordula Schönung zu berichten wusste. Profitieren konnte die Stadtbibliothek Worms im Rekordjahr für die Online-Ausleihe lediglich von der gestiegenen Nachfrage nach digitalen Medien.

Aufgrund der Umstände und personellen Nöte sowie bedingt durch den aufwändigen Service attestierten die Ausschussmitglieder den Mitarbeitern der Stadtbibliothek einen hervorragenden Job verrichtet zu haben. „Und das mit viel Kreativität“, lobte Bildungsdezernent Waldemar Herder den Einsatz. „Die Stadtbibliothek ist wichtiger denn je“, betonte Herder, denn „das Buch ist noch längst nicht durch das In Internet abgelöst worden“. Der kreative Lernort sei auf einem guten Weg. Wer in der Not Bücher aus dem Fenster ausgebe, stelle lösungsorientiertes Machen unter Beweis, fügte Herder an. Janine Emans-Heischling, CDU, dankte ebenfalls für das Durchhaltevermögen in Pandemiezeiten und auch Parteikollege Raimund Süder konstatierte, dass man stets mit viel Fantasie Lösungen gefunden habe.

Schmerzhafter Rückgang bei Führungen

Die Zahl der angebotenen Veranstaltungen reduzierte sich 2020 um 84 Prozent, wobei unter dem Aspekt Bildung und Leseförderung der Rückgang von Bibliotheksführungen um 85 Prozent besonders schmerzhaft gewesen sei, wie Cordula Schönung erklärte. Die Zahl der Besucher sei wie erwartet um 40 Prozent zurückgegangen. Die Situation bei den aktiven Nutzern mit gültigem Bibliotheksausweis sei weniger deutlich ausgefallen (5.000 statt 6.000). Als problematisch habe sich der Rückgang der ohnehin stark unterrepräsentierten Gruppe der Schüler ab 14 Jahren und Studierenden um ein Drittel (von 640 auf 430) dargestellt. Die Gesamtzahl der Ausleihen sei um 14 Prozent zurückgegangen, bei physischen Medien waren es 21 Prozent. Bei der „Onleihe“ wurde indes ein Plus von 14,6 Prozent registriert. Insgesamt wurden 170.000 Medieneinheiten ausgeliehen – im Rekordjahr 2009 waren es 342.651.

Modernisierung und raumgestalterische Aufwertung

Die Zukunft der Stadtbibliothek sieht Cordula Schönung im Umbau und der raumgestalterischen Aufwertung. Ein öffentliches Wohnzimmer und ein sogenannter 3. Ort der Begegnung. Auch politisch werde diese Entwicklung mit dem Ziel eines modernisierten Haus zur Münze in die Wege geleitet. Im Einklang mit weiteren Angeboten u.a. neue Brockhaus Online-Angebote als Schüler-Training für die Klassen 5 bis 10 oder E-Medien-Angeboten und Büchern für Anderssprachige, orientiere sich die Stadtbibliothek vor allen an dem, was auch zu Worms passe. Dazu zähle auch die Aufbereitung von historischen Beständen. Allerdings könne man aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht alle Schätze präsentieren. Neben Bewährtem, wie den Kooperationen mit vielen Wormser Schulen, stelle man sich künftig gerne den weiteren Herausforderungen“, so Cordula Schönung.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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