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12.39 Uhr | 3. Februar 2020

Mit Zuversicht ins neue Jahr

VfR WORMATIA: Jahresempfang mit knallharten Fakten und heiteren Kurzgeschichten

Um sie ging es beim Neujahrsempfang der Wormatia (von links): Andreas Hahn, 1. Vorsitzender Jochen Schneider, Helmut Emler, Bernd Gänshirt, geehrt für 70 Jahre Mitgliedschaft, Frank Schmidt, Oberbürgermeister Adolf Kessel, Tim Brauer und Gert Bickel, es fehlt Jan Donner. Foto: Marcus Diehl

Um sie ging es beim Neujahrsempfang der Wormatia (von links): Andreas Hahn, 1. Vorsitzender Jochen Schneider, Helmut Emler, Bernd Gänshirt, geehrt für 70 Jahre Mitgliedschaft, Frank Schmidt, Oberbürgermeister Adolf Kessel, Tim Brauer und Gert Bickel, es fehlt Jan Donner. Foto: Marcus Diehl

VON ANDREAS BERG | Am Sonntagmorgen hat die Geschäftsführung des Traditionsverein in die Zentrale des Hauptsponsors TST zum Jahresempfang eingeladen. Die zahlreich erschienenen Gäste wurden nicht enttäuscht: Es folgte eine kurzweilige und informationsträchtige Morgenveranstaltung, in der sich die eine oder andere (heitere) Kurzgeschichte mit knallharten Fakten paarte. Stimmungsvoll wurde die Präsentation bei reichhaltiger Getränkeauswahl mit einem Videozusammenschnitt ausgewählter Tore des Traditionsvereins aus der laufenden Saison begonnen.

Aktueller Erkenntnisstand

Sogleich versetzte Wormatias erster Vorsitzender Jochen Schneider in seiner Ansprache die Teilnehmenden in den aktuellen Erkenntnisstand der Arbeiten und zukünftigen Aufgaben des Vereins. Dabei ließ er auch das vergangene Jahr Revue passieren und sprach seine Grüße insbesondere an OB Kessel, Frank Schmidt von TST, sowie an die Ehrenpräsidenten des Vereins aus. Schneider stellte zwei besondere Glücksgriffe in den Vordergrund: zum einen, auf sportlicher Seite, Trainer Kristjan Glibo, der die schwierige Aufgabe mit jungen und talentierten Spielern einen Neuaufbau zu gestalten, übernommen hat, sowie auf Sponsorenseite die TST-Familie rund um Frank Schmidt, die einen großen Teil zum angepassten Etat von 1 Mio Euro für die laufende Saison beiträgt. Trotz des sportlichen Abstiegs vermeldete Schneider, dass über 90% aller Sponsoren dem Verein die Treue gehalten haben.
Zwei kostspielige Sanierungsprojekte stellte Schneider für die Jahre 2020/2021 in Aussicht: Das Dach des Vereinsheims, sowie der Kunstrasenplatz sind erneuerungsbedürftig und steuerte dabei seinen Blick auf zwei Hauptinvolvierte in diesem Renovierungsprozess, nämlich Frank Schmidt und OB Kessel.

Helmut Emler, vom Wirtschafts – und Verwaltungsrat, bedankte sich noch einmal beim Ehrenpräsidenten Tim Brauer für die geleistete Arbeit für die Wormatia, mit einem Schokoball und einem Fotobuch über die Jahre als Vorsitzender. Foto: Marcus Diehl

Helmut Emler, vom Wirtschafts – und Verwaltungsrat, bedankte sich noch einmal beim Ehrenpräsidenten Tim Brauer für die geleistete Arbeit für die Wormatia, mit einem Schokoball und einem Fotobuch über die Jahre als Vorsitzender. Foto: Marcus Diehl

Kunstrasensanierung

Frank Schmidt übernahm dann auch das Mikrofon und plauderte aus dem Nähkästchen. Von den vielen Finanzierungsverhandlungen mit dem Ex-Vorsitzenden Tim Brauer in der Vergangenheit, in denen auch das Wort „Bundesliga“ schon einmal gefallen sei, und dem Wunsch der TST-Familie, dass es mit der Wormatia bald wieder aufwärts gehen solle, wozu er auch die Stadt Worms in die Pflicht nehme, für wirtschaftliche Erleichterungen zu sorgen. OB Kessel übernahm den Staffelstab, indem er kurz auf die Lage der Stadt Worms und dem Defizit von 2,1 Millionen Euro hinwies, welches ohne die doch florierende Wirtschaft noch größer ausgefallen wäre. Sein Hauptaugenmerk legte OB Kessel in seinen Ausführungen dann darauf, die Probleme bei der Kunstrasensanierung aufgrund von schärferen umweltschutzinduzierten EU-Vorgaben zu skizzieren. Diese politische Komponente wiegt schwer bei der Umsetzung von Kunstrasensanierungsprojekten, wie sie auch beim SV Horchheim und der Alemannia augenblicklich im Fokus stehen.

Ehrungen

Nach den Ehrungen für Ehrenpräsident Tim Brauer, Gert Bickel, Jan Donner, Bernd Gänshirt und Andreas Hahn für herausragende Leistungen für den Verein, bildeten zwei aufeinanderfolgende Talkrunden den Abschluss dieses Empfangs. Zunächst erzählte Vorstandsmitglied Florian Natter die Anekdote, dass ein Winterurlaub mit der Familie dazu führte, dass er im gleichen Hotel wie der ehemalige erste Vorsitzende Tim Brauer untergebracht war und dadurch erst zarte Bande mit dem „Wormatiatanker“ geknüpft werden konnten. In seinen weiteren Ausführungen berichtete er sowohl von seiner Vision – ausgehend von der Farmteammentalität im US-Profisport – weitere Kooperationen eingehen zu wollen, als auch vom Traum eines jeden Wormatiaschatzmeisters, irgendwann einmal Rücklagen vorhalten zu können.

Kritische Stellen des Wormatiamotors

Mit Spannung wurde die Talkrunde mit Trainer Kristjan Glibo erwartet. Wormatiapressesprecher Silex führte immer wieder gekonnt auf die kritischen Stellen, die den Wormatiamotor in der laufenden Saison ein ums andere Male ins Stocken kommen ließen und oftmals wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen kosteten und ließ Glibo Klartext reden. Glibo machte zuerst einen Abstecher zum vortäglichen Spiel gegen den FSV Frankfurt, in dem er deutliche Fortschritte in Sachen Kompaktheit erkennen konnte und sich sehr zufrieden mit dieser Vorbereitungseinlage zeigte. Der Wormatiatrainer vermittelte dann seine Ansicht zum bisherigen Saisonverlauf beginnend mit der ersten Trainingswoche, bei der lediglich vier Spieler und in der zweiten dann acht Spieler zur Verfügung standen, bis hin zum Markenzeichen der jungen Mannschaft: der großen Begeisterungsfähigkeit. Er wies auf die schweren Verletzungen einiger zentraler Spieler hin und kam dann auf entscheidende Meilensteine der laufenden Saison zu sprechen: Nach überdurchschnittlich starkem Beginn mit vielen gewonnen Spielen in den letzten Minuten schaffte es die Wormatia oftmals nicht, trotz Führung, personeller Überzahl und besserer Spielanlage die Punkte an die Alzeyer Straße zu holen. „Ob Dummheit oder Faulheit“, auf jeden Fall schien ein mentales Problem zwischenzeitlich Einzug zu halten.

Heimniederlage als Knackpunkt

Als Knackpunkt zeichnete sich die Heimniederlage gegen den damaligen Tabellenletzten Eisbachtal ab, woraufhin er mit unkonventionellen Trainingsmethoden seinem Team den unbedingten Willen zur Gegentorvermeidung einimpfen konnte. Was folgte war schließlich der großartige Erfolg beim darauffolgenden Auswärtsspiel gegen den bis dato zu Hause ungeschlagenen FV Dudenhofen.
Insgesamt zeichnete er ein sehr positives Fazit seiner bisherigen Amtszeit und betonte den Stolz, den er für sein junges Team und den erbrachten Leistungen spüre. Er wisse, dass aufgrund seiner höherklassigen Erfahrung als Profifußballer die Spieler zu ihm aufschauen und könne viele Situationen seiner Spieler nachempfinden.

„Null mal wieder schätzen lernen“

Für ihn persönlich besonders prägend erwies sich die Zeit unter der 2013 verstorbenen Trainerikone Wolfgang Frank, wobei er sich besonders gut an ein dreistündiges Gespräch in einer Hotellobby mit ihm zu erinnern wusste. Die Vorbereitung für das erste Spiel nach der Winterpause gegen Eintracht Trier laufen trotz angespannter Personallage auf Hochtouren, obwohl selbst dieses Spiel seiner Ansicht nach, noch keinen entscheidenden Charakter besitzt. Glibo gab einen kurzen Überblick über den Genesungsstand wichtiger Leistungsträger und Langzeitverletzter und stellte die besonderen fußballerischen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale der Neuzugänge Kazuki Kamikawa, Sandro Loechelt und Ahmet Ayaloglu vor. Neben verschiedener anstehender Teamevents und weiterer Vorbereitungsspiele arbeite Glibo mit seinem Team vor allem daran, taktisch und fitnessmäßig einen weiteren Schritt nach vorne zu gehen und die „Null mal wieder schätzen zu lernen“. Um vorne in der Tabelle zum Ende der Saison nochmals angreifen zu können, muss jedoch vieles gleichzeitig in und um das Team herum zusammenpassen.

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Geschrieben in Fußball - Oberliga, Sport

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