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09.43 Uhr | 12. Juni 2014

Neue Seiten an der Stadt und an sich selbst entdecken

Vielfältige Projektwoche der Ernst-Ludwig-Schule zum Thema Worms

Drachendame ELSI, die von einer Projektgruppe aus Zeitungen und Kleister geschaffen wurde, bewacht als neues Schulmaskottchen künftig den Eingangsbereich der Ernst-Ludwig-Schule.

Drachendame ELSI, die von einer Projektgruppe aus Zeitungen und Kleister geschaffen wurde, bewacht als neues Schulmaskottchen künftig den Eingangsbereich der Ernst-Ludwig-Schule.

Die eigene Stadt mal von einer ganz anderen Seite entdecken – diese Erfahrung machten die 238 Kinder der Ernst-Ludwig-Grundschule im Rahmen ihrer Projektwoche „Alles rund um unsere Stadt“. Und zwar auf ganz unterschiedliche Art und Weise, denn im Vorfeld konnten sie sich aus 16 verschiedenen Projekten das für sie passende aussuchen.

Musische Akzente wurden in Mal-, Tanz-, Lese- oder Musikprojekten gesetzt. Die eher praktisch Veranlagten zog es an den Herd, um wie einst die Nibelungen zu kochen. Sportlich ging’s dagegen beim Hockeyspielen zu. Mit vielen Ausflügen und Outdoor-Aktivitäten punkteten die Projekte „Den Rhein entdecken und erkunden“ und die „Wormser Meisterdetektive“. Wer schon immer den sonst verschlossenen Turm oder den Keller des alten Gebäudes erkunden wollte, entschied sich für das Projekt „Geschichte unserer Schule“. Und natürlich kam auch die Stadthistorie nicht zu kurz, die in diversen Projekten über Nibelungen, Drachen oder auch die Lederindustrie kindgerecht aufgearbeitet wurde.

Wie Schulleiterin Constanze Vollmer betonte, achteten die Lehrer darauf, den Bezug auch bei denjenigen Angeboten herzustellen, die vordergründig nichts mit der Stadt zu tun haben. Beispielsweise erfuhren die Teilnehmer des Fotoprojekts nicht nur den Unterschied zwischen Frosch- und Vogelperspektive, sondern konnten diese neu erworbenen Kenntnisse auch direkt beim Ablichten der Wormser Wahrzeichen anwenden.

Mit großem Eifer und Engagement dabei

Am Präsentationstag zum Abschluss der Projektwoche herrschte sowohl im Pausenhof als auch im Schulgebäude emsiges Treiben. Zur Einstimmung gaben Schüler und Lehrer gemeinsam eine auf die Schule umgetextete Version des Songs „Ich liebe diese Tage“ zum Besten. Womit sich die Gruppen zuvor beschäftigt hatten, darüber konnten sich die Besucher dann bei einem Rundgang durch die Klassenräume informieren. Dort gab es zahlreiche Exponate zu bestaunen, es wurden Experimente vorgeführt und die Schüler standen, eingeteilt in Schichten, Rede und Antwort zu ihrem jeweiligen Spezialgebiet. Hier wie bei Aufführungen im Hof und der Sporthalle war unschwer zu erkennen, wie sehr sie sich im Laufe der Woche mit „ihrem“ Projekt identifiziert hatten.

Einige Kinder seien in der Projektwoche regelrecht aufgeblüht, berichtete Lehrerin Tanja Weick, die ein Projekt zum Thema Drachen durchgeführt hatte. Weil der Leistungsdruck in einer solchen Woche entfalle, seien sie wesentlich entspannter und könnten – abseits vom Mathe- oder Deutschunterricht – ganz neue Stärken entfalten, so ihre Beobachtung.

Dass in der Projektwoche eine Gruppengröße von etwa 13 Kindern erreicht wurde, was deutlich unter der durchschnittlichen Klassenstärke liegt, ist nicht zuletzt auf das Engagement von ehrenamtlichen Helfern zurückzuführen. Auf diese Weise kamen Projekte wie „Die Ledertänzer von Worms“ (Leselernhelferinnen Ulla Sturm-Heydt und Anja Vogt), „Stromkästen verschönern“ (Studenteninitiative Green up your College) oder auch das Hockey-Projekt (TGW) zustande.

Tanja Weick hob denn auch den sozialen Aspekt der kleinen, bunt zusammengewürfelten Gruppen hervor: „Das Helfersystem hat funktioniert.“ So hätten die erfahreneren Viertklässler den vielleicht noch etwas unbeholfeneren Schulanfängern unter die Arme gegriffen. „Und als Lehrer hatte man auch mal Gelegenheit, über Dinge mit den Kindern zu reden, die über die Schule hinausgehen“, führte die stellvertretende Schulleiterin fort. Rektorin Vollmer ergänzte, dass die Projektwoche nicht nur den Zusammenhalt unter den Schülern gefördert habe. Auch aus dem Kollegium sei nach einer arbeitsreichen Woche zu vernehmen gewesen, dass sich die Tage in jedem Falle gelohnt hätten.

Abgesehen davon, dass es an der Ernst-Ludwig-Schule nun zahlreiche kleine Spezialisten in Sachen Nibelungen & Co. gibt, dürfte die Projektwoche bei einigen Teilnehmern wohl auch dazu beigetragen haben, dass der Grundstein für ein neues Hobby gelegt worden ist. Auf ein nachhaltiges Ergebnis jedenfalls können die Kinder aus dem Drachenprojekt verweisen: Aus Zeitungen und Kleister haben sie die etwa 2,50 Meter lange Drachendame ELSI modelliert, die künftig als neues Schulmaskottchen den Eingangsbereich der Ernst-Ludwig-Schule zieren soll – und damit noch lange an eine erfolgreiche Projektwoche erinnern wird.

 

 

 

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Ein Kommentar für "Neue Seiten an der Stadt und an sich selbst entdecken"

  1. zoe sagt:

    Ich wil bei dise schuhle frau schötz sehen