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11.22 Uhr | 5. Februar 2024
WIRTSCHAFTSSTANDORT WORMS: Gewerbegebiet Mittelhahntal ist endgültig vom Tisch / Stadt möchte wichtigste Steuereinnahme auf breitere Füße stellen

Neues Gewerbegebiet dringend gesucht

Zwischen der neuen Straße „An der Kaysermühle“ und der Bahnstrecke ist gemäß Flächennutzungsplan ein Gewerbegebiet möglich. Foto: Robert Lehr

Von Florian Helfert › Von rund 2.000 gewerbesteuerzahlenden Firmen in Worms stemmen zehn Unternehmen mehr als die Hälfte der städtischen Einnahmequelle schlechthin. Gerät nur einer der Großen wirtschaftlich ins Straucheln, brechen dem ohnehin schon strapazierten Haushalt der Nibelungenstadt Gelder in signifikanter Höhe weg.

Mittelhahntal bleibt unbebaut

Hoffnungen, sich über neue Gewerbeflächen und großen Ansiedelungen mittelfristig breiter aufstellen zu können, haben sich zerschlagen.
Entweder machte der Feldhamster oder die benötigte Kaltluftzufuhr für die sich im Sommer andernfalls noch schlimmer aufheizende Innenstadt einen Strich durch die Rechnung. Dass in Worms ein Weltkonzern eine neue Produktionsstätte mit bis zu 1.000 hoch qualifizierten Arbeitsplätzen hochzieht, bleibt somit für die älteste Stadt Deutschlands ein Traum in weiter Ferne.

Während in der Volkerstadt Alzey ein US-Pharmaunternehmen stolze 2,3 Milliarden Euro investiert – und sich dort auf einer Fläche von 30 Hektar niederlässt, bleibt Worms nur Zaungast. „Flächen werden nachgefragt“, hatte Oberbürgermeister Adolf Kessel in einer der vergangenen Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses erklärt, „nur ist das Angebot in Worms übersichtlich.“ Das bestehende Manko des hiesigen Defizits an Gewerbeflächen möchte auch Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst respektive die Mehrheit des Bauausschusses perspektivisch ändern.

Kurz- und Langfristige Optionen

Als „kurzfristige“ Option für die weitere gewerbliche Entwicklung sollen die Planreserven des Flächennutzungsplanes (FNP) weiteruntersucht werden. Diese Flächen sind im genehmigten und rechtskräftigen Flächennutzungsplan 2030 bereits als geplante gewerbliche Bauflächen dargestellt, sodass für diese keine weitere Abstimmung mit der Regionalplanung erforderlich ist.

Zugunsten der langfristigen gewerblichen Entwicklung sollen wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen und vom Bauausschuss jüngst beschlossen für das Haushaltsjahr 2025 Mittel für eine Machbarkeitsstudie eingestellt werden. „Die Studie wird Potenzialflächen gemäß des Klimakonzeptes Innenentwicklung nach allen relevanten Belangen bewerten“, so Horst. Hierdurch könnten am Ende alle in Betracht gezogenen Flächen miteinander verglichen werden, bevor die Ratsmitglieder politisch entscheiden würden. Anschließend müssen weitere bürokratische Hürden wie etwa eine neue Regionalplanung genommen werden, sodass in den kommenden Jahren sehr, sehr viel Geduld gefragt sein wird.

Wirtschaftspolitisch beherzigen Verwaltung und Kommunalpolitik somit einmal mehr den Rat der Regionalen Gewerbeflächenstudie aus dem Jahre 2019 – nämlich zu versuchen, „zuerst über die Aktivierung von Flächenpotenzialen im Bestand […] und schließlich auch über die planerische Vorbereitung und Neuentwicklung von Flächen ein nachfragekonformes Angebot zu schaffen und auch realistisch verfügbar zu machen.“

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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