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Nur durch die Unterstützung des Industrie- und Bankkapitals

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN / Bund der Antifaschisten hatte zu Vortrag über die „Machtübergabe“ eingeladen

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) Worms hatten zu einer Informationsveranstaltung beim DGB eingeladen. Dem Vortrag von Reiner Schalk, der exemplarisch Bausteine in der „Staatsform der Demokratie von Weimar“ aufzeigte, die letztendlich zur „Machtübergabe“ am Morgen des 30. Januar 1933 führten, folgte eine lebhafte und engagierte Diskussion.

Schalk versuchte zu begründen warum er den Begriff der Machtübergabe bevorzuge. Letztendlich wäre der Reichspräsident Hindenburg von verschiedenen Interessengruppen bis zum Schluss gedrängt gedrängt worden, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen.

Einer der Hauptursache, dass die „faschistische Nazipartei“ an die Macht gekommen sei, sei die Unterstützung von Teilen des Industrie- und Bankkapitals gewesen. Reiner Schalk zog unter anderem, die Aussage des US Hauptanklägers im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess heran, der nach 1945 feststellte, dass ohne das Zusammenwirken der deutschen Industrie und der Nazipartei, Hitler und seine Partei, „niemals hätten die Macht ergreifen und festigen können und es nie gewagt hätten, die Welt in einen Krieg zu führen.“

Zutreffender Begriff
Um diesen Umstand zu würdigen und um das Bewusstsein zu schärfen, dass diese Gruppen, die die demokratische Verfassung von Weimar schamlos nutzten, um ihre Abschaffung zu betreiben, sei es angebracht von einer Machtübergabe zu sprechen, wie dies auch der Historiker und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft ehemaliger verfolgter Sozialdemokraten Wolfgang Kopitzsch oder die Bundeszentrale für politische Bildung, die den Begriff „Machtübertragung“ gebrauche, tun würden.

Diskussion thematisiert Begrifflichkeiten 
In der Diskussion wurden Begrifflichkeiten nochmals thematisiert. Heiner Boegler vom Bündnis gegen Naziaufmärsche lenkte die Aufmerksamkeit auch auf den 8. Mai 1945, der für ihn, ebenso wie für den ehemaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker, der Gewerkschaften die unter dem Faschismus zerschlagen wurden, aller Verfolgten und den Angehörigen der Ermordeten, der „Tag der Befreiung“ gewesen sei. Zum Schluss waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass es weitere Veranstaltungen zur politischen Bildung, wie diese geben müsse, denn die erste Staatsform der Demokratie und deren bewusst herbeigeführter Niedergang hätte gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich die Menschen rechtzeitig und ständig für den Erhalt und die Verbesserung einer demokratischen Staatsform einsetzen und aktiv dafür arbeiten.

Geschrieben in Worms und Ortsteile am 10. Februar 2018

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