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Oberhalb des Grenzwertes

Grundwasser im Raum Worms mit Nitraten belastet – aktuelle Messergebnisse liegen vor

Harald Gülzow im Labormobil beim Analysieren einer Brunnenwasserprobe.

Harald Gülzow im Labormobil beim Analysieren einer Brunnenwasserprobe.

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei denBrunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der  Informationsveranstaltung am 19. Juni in Worms beim Labormobil abgegeben wurde.

In 40 Prozent der untersuchten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.

Insgesamt wurden bei der Untersuchung das Wasser aus 44 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Worms analysiert. Starke Regenfälle, wie sie in diesem Winter schon reichlich stattgefunden haben, führen zu einer hohen Nitratauswaschung im Weinbau. Besonders groß ist das Risiko, wenn im Herbst große Mengen an Nährstoffen in Form von Produktionsrückständen aus der Weinherstellung zwischen den Reben ausgebracht wurden. Die Gewässerexperten warnen vor dieser Düngung im Herbst, weil die Reben zu dieser Zeit keine Nährstoffe benötigen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei der Untersuchungen 212 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Heßloch.  Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Gundersheim mit 127 Milligramm pro Liter (mg/l), in Mölsheim mit 93 mg/l, in Monsheim mit 169 mg/l, in Offstein mit 97 mg/l, in Leiselheim mit 107 mg/l, Pfiffligheim mit 125 mg/l, in Herrnsheim mit 111 mg/l und in Neuhausen mit 158 mg/l fest.

Das Wasser ist wegen der Überschreitung des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet.

Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum

Fischsterben führen. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser muss man bei der Düngung bedenken, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr kommt. Nur, wenn man diese in seine Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen mit einbezieht, kann eine unnötige Nitratanreicherung verhindert werden.

Bürger, die den Termin am Labormobil verpasst haben, können ihr Brunnenwasser dem VSR-Gewässerschutz ab Mai 2017 auch mit der Post zuschicken. Informationen dazu gibt es auf der Homepage www.VSR Gewässerschutz.de.

Der VSR-Gewässerschutz sieht in Anbetracht der Zunahme von Starkregenfällen im Weinbau noch dringenden Handlungsbedarf bei der Optimierung der Düngung.

Nach der neuen Düngeverordnung muss nun vor der Aufbringung wesentlicher Nährstoffmengen eine schriftliche Düngebedarfsermittlung erstellt und dokumentiert werden. Das ist sinnvoll und wird hoffentlich einen weiteren Beitrag dazu leisten, dass der Weinbau zu einer geringeren Nitratbelastung des Grundwassers führt. „Im Herbst benötigen die Reben keine Nährstoffe.

Trotzdem dürfen Winzer in dieser Zeit Produktionsrückstande aus der Weinherstellung ausbringen. Solange sich das nicht ändert, bleibt die Gefahr, dass im Winter große Nitratauswaschungen ins Grundwasser stattfinden. Wie problematisch eine solche Düngung ist, sieht man daran, dass Landwirte, im Gegensatz zu Winzern, diese Rückstände nach der Ernte nicht auf den Feldern verteilen dürfen.“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Die bisherige Regelung, dass die Rückstände nur auf begrünten Gassen ausgebracht werden dürfen, verhindert die Gefährdung für das Grundwasser nicht.

Die übrig gebliebenen Fruchtschalen, Kerne, Stiele oder Blattreste durch das Pressen der Maische müssen untergebracht werden. Dieser nährstoffhaltige Rückstand wird als Trester bezeichnet. Ihn auf begrünten Flächen zwischenzulagern, stellt ebenfalls ein großes Risiko für das Grundwasser dar. Der Regen sickert durch den Trester und führt zur Auswaschung der Nährstoffe. Dies muss beim Abfahren des Tresters berücksichtigt werden.

Gesetzliche Auflagen regeln, dass die mit Nährstoffen angereicherte oberste Bodenschicht mit aufgenommen und als Dünger verwendet werden muss. Davon betroffen ist der Boden bis zu einer Tiefe von rund 10 Zentimetern. Die Regelung zeigt erst, wie problematisch die Zwischenlagerung ist. Auch das Einsähen von stickstoffzehrenden Pflanzen auf den kahlen ehemaligen Lagerflächen kann die Nitratauswaschung nicht verhindern. Die Regenfälle im Winter haben die Nährstoffe bereits in tiefere Bodenschichten gespült, wo sie von keiner Pflanze mehr aufgenommen werden können.

In einigen Regionen brauchen Winzer dieses Grundwasserrisiko gar nicht mehr einzugehen, da sie die Möglichkeit haben, die anfallenden Produktionsreste der Weinerzeugung in einer Biogasanlage vergären zu lassen. Es ist sinnvoll, in Biogasanlagen pflanzliche Nebenprodukte zur Energiegewinnung zu nutzen. Es verringert nicht nur die Gewässerbelastung, sondern ersetzt auch Energiepflanzen, die extra angebaut werden müssen. Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass Politiker den Biogasanlagenbetreiber, die Abfallstoffe verwerten, in Zukunft stärkere wirtschaftliche Anreize in Aussicht stellen.

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5 Kommentare für "Oberhalb des Grenzwertes"

    • Stefan sagt:

      Ja richtig. Wasseranalyse bring Sicherheit für Verbraucher. Wenn jemand sich solche Analyse wünscht kann gerne 0176 79485412 anrufen. Kostenlose trink und Mineralwasser Test. Ich kann nur empfehlen.

  1. Jörg Bohm sagt:

    Wann werden die Menschen endlich wach und erkennen was da tagtäglich als Trinkwasser aus ihren Leitungen läuft. Empfehlung: Wasseranalyse durch kostenlosen Trinkwassertest!

  2. Inga sagt:

    Nitrat ist krebserregend, wer wert auf seine Gesundheit legt sollte auf Nummer sicher gehen und das Wasser analysieren lassen ! Ich persönlich nutze schon seit langem hochwertige Wasserfilter

  3. Wilhelm sagt:

    Ja , heutzutage braucht man tatsächlich einen Wasserfilter. Haben wir auch zu Hause und sind mehr als zufrieden !

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