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Ökologische Belange sollten durchweg berücksichtigt werden

Masterplan Radwege für Worms: Die BUND-Kreisgruppe Worms zum Ausbau von Radwegen 

Die Erde erwärmt sich schneller denn je. Jedes „Weiter so“ verringert unsere Chance, Mensch und Natur vor weiteren lebensfeindlichen Folgen zu bewahren. Das gilt auch für unsere Mobilität: Eine intelligente Verkehrspolitik muss sich weg vom Auto und hin zu anderen Verkehrsmitteln bewegen. Eines davon ist das Fahrrad.

„Es ist gut, dass das Thema Radwege auch bei den Parteien im Stadtrat angekommen ist“, freut sich Michael Leukam vom BUND Worms. 

„Ein sinnvolles Radwegenetz, wie wir es schon 2007 und 2014 bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans „Worms 2030“ zusammen mit den anderen Wormser Umweltverbänden vorgeschlagen haben, sollte jetzt Teil eines „Masterplans Radwege“ sein“, ergänzt Andrea Prior. Das Fahrrad muss eine zentrale Rolle im Mobilitätskonzept der Stadt haben.

Verschiedene Interessen berücksichtigen
Schnelle und sichere Verbindungen, die das Rad attraktiv gegenüber dem Auto machen, sollten ein zentrales Element sein. Genauso gehören Ökologie, Naturschutz, Erholung und Tourismus dazu. Prior: „Wir sind zuversichtlich, dass diese Interessen miteinander ausgeglichen werden können, wenn alle Betroffenen Gehör finden und im Einzelfall auch kompromissbereit sind.“

Sowohl innerstädtisch als auch zwischen Vororten und Innenstadt oder etwa nach Ludwigshafen möchte der BUND den Ausbau und damit die Verbesserung der Radwege unbedingt. Ziel muss sein, das Rad dem klimabelastenden Auto gleichzusetzen. Dazu müssen Radwege befestigt, in ausreichender Breite und mit einer entsprechenden Infrastruktur, wie Ladestationen für e-Bikes, geschaffen werden. Holland ist hier ein großes Vorbild. Das kann auch bedeuten, einzelne Straßen oder deren Abschnitte ausschließlich für Radnutzung freizugeben. „Hier wären Investitionen wirklich nachhaltig und zukunftsfähig angelegt – im Gegensatz zu veralteten Planungen wie die zum Ausbau der Krankenhaustangente, die eine Zunahme des Autoverkehrs nach sich zieht“, bringt es Uli Weiß auf den Punkt.

Sensible Bereiche der Natur unbedingt schützen
Ein intelligentes Mobilitätskonzept muss gemäß der „Lokalen Agenda 21“ neben wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigen. Andrea Prior: „Nach unserer Auffassung müssen sensible Bereiche der Natur unbedingt geschützt, die Versiegelung dieser Flächen und zusätzliche Lichtverschmutzung im Außenbereich müssen vermieden werden.“

Natürlich begrüßt der BUND als Umweltverband den Umstieg vom Auto aufs Rad insbesondere auf dem Weg zur Arbeit. Doch auch naturverträgliche Erholung sollte Berücksichtigung finden. Uli Weiß: „Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, will schnell unterwegs sein. Wer in der Freizeit spazieren geht, joggt oder „genussradelt“, wünscht sich unversiegelte und naturnahe Wege im Grünen. Gerade im Außenbereich, so der BUND, sollte man zunächst fragen, wie bestehende Wege von Radfahrern, Spaziergängern, Joggern oder Walkern genutzt werden. Dort reicht auch eine wassergebundene Befestigung, die leicht abtrocknet und allen Nutzern zu Gute kommt.

Schließlich, und das ist dem BUND als Naturschutzverband besonders wichtig, müssen ökologische Belange bei einer zukunftsorientierten Radwegekonzeption durchgehend berücksichtigt werden. Michael Leukam: „Das betrifft etwa die Beleuchtung der Wege: Wo ist sie wirklich erforderlich – wo nicht? Gerade im Außenbereich sollte künstliche Beleuchtung in Anbetracht des massiven Insektensterbens die Ausnahme sein. Besondere Gefahrenstellen sollten unbedingt insektenfreundlich beleuchtet werden.“ Gerade in Gewässerauen und in Schutzgebieten ist ein sensibler Umgang mit der Natur absolut vorrangig. „Hier ist ein Radwegeausbau mit Asphaltdecke für den BUND tabu – zumal dies den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zuwiderlaufen würde“, schließt Dieter Arnold.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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