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15.39 Uhr | 18. November 2020

Parkplätze statt Bäume nicht zeitgemäß

NABU Worms-Wonnegau: Baumfällungen in Osthofen / Naturnahe Elemente verschwinden

Das Areal vor den Fällmaßnahmen…

Das Areal vor den Fällmaßnahmen…

Osthofen wächst. Innerorts entstehen an vielen Stellen Mehrfamilienhäuser und dafür weicht in nicht wenigen Fällen ein Stück Natur. Neu ist allerdings, dass zugunsten von ein paar Parkplätzen wertvolle naturnahe Elemente verschwinden müssen. 

So aktuell geschehen in der Schwerdstraße, wo wegen einer Parkplatzerweiterung ein Gartengrundstück mit altem Baumbestand weichen muss. Kein Verständnis dafür hat der NABU, der diesen Bau heftig kritisiert. 

Matthias Bösl, Vorsitzender des NABU Worms-Wonnegau und gleichzeitig Beauftragter für Naturschutz in Osthofen und Westhofen, ist entsetzt: „Diese Fällungen und Rodungen auf der Fläche des ehemaligen Seebachbetts sind völlig überflüssig und rücksichtslos gegenüber innerörtlicher Natur“, schimpft er, „alle reden von Artenschwund und Flächenverbrauch und dann werden nach und nach innerörtliche naturnahe Elemente vernichtet“. 

Bösl weiß, wovon er spricht und nennt diesen Garten als exemplarisches Beispiel für viele Bäume, die in den letzten Jahren in vielen Siedlungen Baumaßnahmen zum Opfer fielen. Die Planung durchführenden Architekturbüros sei der Artenschutz dabei ziemlich egal, da zähle nur maximale Auslastung und der Profit, so der NABU. Natur werde im wahrsten Sinne des Wortes platt gemacht.

Harsche Kritik an Investoren
Bösl lässt bei diesem Beispiel in Osthofen kein gutes Haar an Investoren, Parteien, Verwaltung und Architekten. „Schon beim Bau des großen Gebäudes mit enormen Kundenverkehr in der Nähe des Bahnhofs hätte man in den Bauverwaltungen und -ausschüssen unter dem Gebäude eine Tiefgarage planen und fordern müssen. Jetzt stellt man fest, dass Parkplätze fehlen“. Die Natur, von der alle Bewohner profitieren, müsse nun weichen, obwohl am Standort Schwerdstraße im vorderen Bereich schon einige Parkplätze existieren. 

Ob an dieser Stelle über ein kleines, flächensparendes Parkhaus nachgedacht wurde, kann der NABU nicht beurteilen. Eine Alternative sei es in jedem Fall. So hätte man den Baumbestand erhalten können, doch aus Kostengründen wird das nicht gemacht. „Die Kosten sind uns jedoch egal, wir fordern als Anwalt der Natur Rücksichtnahme und nicht nur Worte, wenn Kommunen die Wichtigkeit von Artenschutz, Bäumen und biologischer Vielfalt betonen“, so Bösl abschließend.

 …manche Bäume stehen derzeit noch. Doch sie werden auch noch alle gefällt. Fotos: NABU

…manche Bäume stehen derzeit noch. Doch sie werden auch noch alle gefällt. Fotos: NABU

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Geschrieben in Osthofen, VG Westhofen

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