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Run auf rheinhessische LandFrauen-Frühstücke ungebrochen

Sprachwissenschaftler Dr. Michael Werner referierte über Pfälzer Auswanderer und Pennsylvania-Deutsch

Sprachwissenschaftler Dr. Michael Werner singt das Latwerge-Lied.

Sprachwissenschaftler Dr. Michael Werner singt das Latwerge-Lied.

Sechs Termine rheinhessenweit gab es auch in diesem Jahr für das Frühstücks-Angebot des rheinhessischen LandFrauen-Verbandes in allen vier Landkreisen. Ob Hangen-Weisheim, Dittelsheim-Heßloch, Oppenheim, Ingelheim oder Ober-Saulheim, ob Freitag oder Samstag, das spielt mittlerweile keine Rolle mehr denn das Rundum-Packet, leckeres Frühstück von den jeweiligen Vorstandsfrauen vorbereitet in frühlingshaft dekorierten Hallen und natürlich ein interessantes Thema mit ausgesuchten Referenten stimmt immer. Was nicht immer passt, ist eher das Wetter, das von Ende Januar bis Anfang März mit einigen Kapriolen aufwarten kann.

In diesem Jahr war der Sprachwissenschaftler Dr. Michal Werner der Referent, der sich mit den LandFrauen auf die Zeitreise zwischen 1683 und 1776 begab, also lange bevor es Rheinhessen gab, und deshalb hauptsächlich von den Pfälzer Auswanderern sprach, die sich auf die abenteuerliche und beschwerliche Reise nach Amerika aufmachten.

Die Motivation der über 100.000 Deutschen war Verzweiflung, Hunger, Krieg, Verfolgung, Todes- und Zukunftsangst und die Hoffnung auf ein besseres Leben in der „Neuen Heimat“. Diese Deutschen blieben, zum großen Teil bis heute unter sich in Pennsylvania. Dort wird in vielen Orten noch immer Pennsylvania-Deutsch gesprochen. Doch bevor die Auswanderer an ihr Ziel kamen, mussten sie vieles erleiden. Tausende überlebten die unmenschlichen Strapazen der Überfahrt nicht, viele mussten umkehren oder wurden zurück geschickt. Schlepper kassierten auch damals schon und profitierten am Leid der Aussiedler. Alles Geld und wertvolle Besitztümer mussten sie für die Fracht bezahlen. Oft reichte es nicht aus und sie blieben viele Jahre verschuldet.

Alle, die diese Mühsal gut überstanden, wurden in Pennsylvania heimisch. Unendlichen Raum fanden sie hier vor, viele Möglichkeiten zur Ansiedlung boten sich und auf diese Weise konnten sie die eigene Kultur einbringen und das Pennsylvania-Deutsch wird noch von etwa 400.000 Menschen gesprochen. Interessant zu hören war, dass sich das Heimatbrauchtum in der Ferne oft besser als bei uns gehalten hat. Freude und Ausgelassenheit waren und sind noch immer groß, besonders bei den Festen, die man aus der „Alten“ Heimat übernommen hat.  Ein Zeugnis davon sind viele Lieder, einige davon durften die Teilnehmerinnen, nachdem Dr. Michael Werner zur Gitarre gegriffen hatte, lauthals mitschmettern. Besonders viel Spaß hatten sie dabei beim Lied von der „Schnitzelbank“, vom „Heire“ (heiraten) oder auch beim „Latwerge“-Lied.

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland am 13. März 2018

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