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Schillers Räuber im Pfrimmpark

Mit zwei großartigen, ausverkauften Aufführungen feierte das „Theater im Museumshof“ Premiere im Pfrimmpark.

Friedrich Schiller (Jan Wilson). Foto: Julia Boeber

Jan Wilson als Friedrich Schiller inmitten des Publikums. Foto: Julia Boeber

Es war sozusagen die Premiere der Premiere, denn Schillers Räuber hatten ihre erste Aufführung im Januar 1782 in Mannheim – und eben letzten Samstag Premiere in Worms. Das Ensemble der wormser Freilichtbühne „Theater im Museumshof“ erzählt und spielt die Geschichte einer Uraufführung und das vor der wundervollen Kulisse des Teehäuschens im Pfrimmpark. Der Geist der Freiheit, der Friedrich Schiller so wichtig war, trug sie alle mit: „die Darsteller haben sich wahrhaftig freigespielt“, so Regisseurin Kirsten Zeiser und das sei der verdiente Lohn nach anstrengenden Endproben.

Tolle Besetzung und ein angeregtes Publikum
An diesem lauen Sommerabend scheint all das vergessen: die Darsteller strahlen, die Zuschauer stehen klatschend und freuen sich über den raffinierten Trick der Inszenierung. Denn sie waren selbst Teil der Aufführung. Saßen sie doch zum Finale direkt neben den Herrschaften von einst, die mit Amalia litten, traumhaft gespielt von Julia Horn, und ihren Tod betrauerten. Sie erschraken vor Franz von Moor, der immer mehr in den Wahnsinn getrieben wird und sind schier aus dem Häuschen als dessen Burg in Flammen aufgeht. Andreas Hartmann ist ein wahrhaft genialer Akteur in dieser Rolle. Alle sind dabei: ein absolut engagierter Regisseur (Jens Kaldschmidt), der Intendant von Dalberg (Matthias Matheis) und Herr Schiller persönlich (perfekt besetzt mit Jan Wilson). Sie spornen ihre Darsteller an, die mit Text, Dialekt und überengagierten Kämpfen beschäftigt sind.
Allen voran sind es die Räuber selbst, die Schillers Texte erlebbar machen. Gekürzt, entstaubt und überzeugend schwören sie: „Treu und gehorsam, bis in den Tod“. Spiegelberg (Susanne Oppmann) stachelt sie zur Bandengründung an, nachdem Karl von Moor (Niko Kaldschmidt) um sein Erbe betrogen scheint. Sein Lieblingsräuber Roller (Julian Römer), der bis in den Tod loyale Schweizer (Florian Walter) , Razmann (Katharina Matheis), Schufterle (Lilian Pose), Schwarz (Leonard Holl und Nils Frey) und der immer mit seinem Dialekt kämpfende Grimm (Rouven Hüttl) sind mit von der Partie.

Geschichte und Inszenierung
Die Geschichte ist bekannt: Ein Vater hat zwei Söhne. Der ältere zieht als Student in die Ferne, verprasst das Geld, lässt es sich gut gehen. Der jüngere und weniger geliebte schwört Rache, fälscht den Brief, in dem sein Bruder den Vater um Vergebung bittet, will Vermögen und Geliebte an sich reißen. Der Vater verstößt den geliebten Sohn und der gerät im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räuber.
Das Ensemble hat sich jedoch auch der Geschichte rund um die Inszenierung gewidmet. Warum musste Schiller fliehen? Konnte er seine Uraufführung sehen? Wie kam die Premiere an? So gilt es auch mitzuerleben, was womöglich die Mannheimer Bevölkerung bewegt hat. Sie bereitet den Zuschauer viel Freude. Man stellte sich vor wie das Blut auf der Bühne fließt und wie gemeuchelt wird – und sie strömen schließlich in die Premiere, die bald ausverkauft ist. Wie eben auch 2019 das erste Aufführungswochenende im Karl-Bittel-Park.

Karten für das zweite Aufführungswochenende am 28., 29. und 30. Juni gibt es im Vorverkauf beim Shop am Dom, Neumarkt, Worms. Dann werden die gelehrten Damen (Annika Frey und Klara Holl) in ihren herrlichen Kleidern wieder die Freiheit hochleben lassen!

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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