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  • Mi., 01. Juli 2026, 11:13 Uhr
    WORMS STÜCK FÜR STÜCK: Das Museum Andreasstift würdigt Artemisia Gentilesch

    „Sie malt wie ein Mann… “

    Eines der bekanntesten Gemälde von Artemisia Gentilesch (1593-1654) aufgreifend, zeigt die Kopie der Gipsfigur des Wormser Bidlhauers Conrat Meit (1470/85-1550/51) die biblische Gestalt Judith mit dem abgetrennten Kopf des Holofernes.
    Foto: Claudia Weissert/Museum Andreasstift

    Artemisia Gentileschi (1593-1654) würde diesen Monat 433 Jahre alt werden. Das Museum Andreasstift möchte ihren bis heute andauernden, fast ein halbes Jahrtausend währenden Kampf für die Anerkennung der Frauen würdigen.

    Die Künstlerin setzte sich nicht nur als Frau in einer Männer-Domäne durch, sondern prägte mit ihrem dynamischen, von Caravaggio beeinflussten Malstil wesentlich die Kunstepoche des Barock. Die Lebendigkeit ihrer Figuren ist ebenso charakteristisch wie ihre Motivwahl: biblische Geschichten über starke Frauenrollen. Ihre Werke – ein Spiegel des Widerstandes und der Entschlossenheit der Frauen – sind der Tabu-Bruch des 17. Jahrhunderts. Immer wieder wird in der Forschung der Zusammenhang ihrer Werke mit ihrer eigenen gewaltvollen Lebensgeschichte thematisiert. Zweifelsohne wirkt die plastische Darstellung tiefgehender Emotionen in ihrer Kunst auf uns ergreifend.

    Judith und Holofernes

    Eines ihrer bekanntesten Gemälde „Judith und Holofernes“ (Varianten u.a. im Museo di Capodimonte, Neapel und Uffizien, Florenz), stellt die alttestamentarische Geschichte einer jüdischen Witwe namens Judith dar. Kühn rettet sie ihre Stadt vor der Eroberung des assyrischen Generals Holofernes, indem sie ihn enthauptet. Judiths formvollendetes Werk greift auch der Wormser Bildhauer Conrat Meit (1470/85-1550/51) auf.

    Eine Kopie der neuzeitlichen Gipsfigur von Meit zeigt Judith mit dem Kopf des Holofernes in der Hand (Original im Bayerischen Nationalmuseum, München). Als Kleinplastik zeigt sie eine mögliche Haltung der biblischen Geschichte. Im Gegensatz dazu stellen die berühmten Gemälde Artemisias eine szenische Darstellung dar. Die Figur wird nun zusammen mit zwei Abbildungen von Werken Artemisias für einen Monat im Museum im Andreasstift Worms zu bestaunen sein.

    Freier Eintritt für Wormser Schulklassen

    Schulklassen können auf Anfrage auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Museum besuchen. Wormser Schulklassen (pro zehn Kinder eine Begleitperson frei) genießen freien Eintritt. Mehr Informationen unter www.museum-andreasstift.de 

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