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13.41 Uhr | 24. Mai 2014

„…s’Lob vum Schebfer…“

Neues Buch mit Bibeltexten in rheinhessischer Mundart gereimt / Vorstellung am Freitagabend im CaritasCentrum St. Vinzenz

Der Pfarrer Dr. Michael Finzer aus Wallertheim und der Wormser Mundartexperte Hartmut Keil (von rechts) bei der Lesung.

Der Pfarrer Dr. Michael Finzer aus Wallertheim und der Wormser Mundartexperte Hartmut Keil (von rechts) bei der Lesung.

„Die Bibel ist ein ewig wirksames Buch, weil, so lange die Welt steht, niemand auftreten und sagen wird: Ich begreife es im Ganzen und verstehe es im Einzelnen. Im Ganzen ist es ehrwürdig und im Einzelnen anwendbar.“ 

Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe hat diese Aussage schon vor etwa 200 Jahren getroffen und so steht es auch am Anfang des neuen Büchleins mit Bibeltexten in rheinhessischer Mundart gereimt. Die Autoren sind die beiden Rheinhessen die vor einem Jahr das Vorgänger-Büchlein „…die wissen jo ned, was se machen“ mit Bibeltexten auf Hochdeutsch und in rheinhessischer Mundart veröffentlicht haben: Pfarrer Dr. Michael Finzer aus Wallertheim und der Wormser Mundartexperte Hartmut Keil, die nun im CaritasCentrum St. Vinzenz vor interessiertem Auditorium ihr neues Werk präsentierten.

Muntere Wechsel-Lesungen
Im Wechsel trugen sie aus dem 171 Seiten umfassenden Büchlein mit 26 Bibelstellen die gereimten Texte in rheinhessischer Mundart vor und ernteten jeweils großen Beifall. Von der Erschaffung der Eva, dem Hohelied vom Salomo und der Hochzeit in Kana führte der gereimte Mundart-Reigen bis hin zum Hohelied der Liebe und schließlich zur amüsanten Eigen-Komposition der Autoren vom lieben Gott und dem rheinhessischen Dialekt, wo es abschließend heißt: „De liewe Godd guggd ganz gnädisch uff de Rhoihess, Ei naa, isch hab dich ned vegess‘! Er seschd ganz korz nur noch dezu: Dann babbel hald wie isch, moin Bu!“ Dieser Trost gilt für alle Rheinhessen, die glauben, bei der Schöpfung der Dialekte übergangen worden zu sein.

Schönes Vorwort
Zu Beginn von Projektleiter Thomas Jäger vom Caritas Zentrum herzlich begrüßt und in den bekannten Räumen willkommen geheißen, in denen es später eine rustikale Stärkung gab, hatte aus dem neuen Büchlein zunächst Dr. Hans-Peter Ranz sein Vorwort zitiert, in welchem es unter anderem heißt: „In der Muttersprache kann man sich am besten ausdrücken, am besten verständlich machen, am besten Gefühle ausdrücken. Rheinhessen ist unsere Heimat und sein Dialekt liegt uns nicht nur auf der Zunge, sondern auch am Herzen…Auch trägt dieses Büchlein dazu bei, bestimmte mundartliche Ausdrücke und Begriffe in einer Zeit des raschen Sprachwandels mit vielen Anglizismen, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“

Nicht zuletzt erfreut sich der Leser an den netten Illustrationen des Mainzer Werner Hartmann zu den jeweiligen Kapiteln, die schon im Vorgänger-Buch „…die wissen jo ned, was semachen“ gefallen haben.

Das Buch
Das Büchlein hat Format A6, 171 Seiten, es kostet 8,25 Euro. Pro verkauftes Exemplar spenden die Autoren 0,25 Euro an den Förderkreis für Kirchenmusik an der Saalkirche Ingelheim e.V.

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Ein Kommentar für "„…s’Lob vum Schebfer…“"

  1. Felix Zillien sagt:

    gut geworden